ESP32-Boards – Welcher Chip für welches Projekt?

Vierzehn Chips, unzählige ESP32-Boards und Kürzel wie N16R8: Wer den ESP8266 ablösen will, landet schnell in einem Kaninchenbau. Ich sortiere die Familie vom klassischen ESP32 bis zum P4, erkläre Chip, Modul und Board, vergleiche Boards und Werkzeuge und zeige mit Entscheidungsbäumen, welcher Chip zu welchem Projekt passt.

(Lesedauer: ca. 45 Minuten)

Meine alten ESP8266-Boards gehen mir langsam aus. Nicht mit Knall und Rauchwölkchen, sondern leise: Eins steckt fest verbaut in einem Projekt, ein anderes hat den letzten Umbau nicht überlebt. Nachkaufen lohnt sich kaum noch, denn ein ESP32-Board kostet inzwischen nur wenig mehr als ein ESP8266. Also schnell den Nachfolger bestellen, dachte ich mir.

Dann öffnete ich den ersten Online-Shop. ESP32, S2, S3, C3, C6, C5, H2, P4, dazu WROOM, WROVER, N16R8, DevKitC, XIAO, Supermini. Ich wollte nur kurz nachsehen, welches Board das richtige ist, und bin, wie bei mir üblich, in einen Kaninchenbau gefallen. Wieder herausgekommen bin ich ziemlich verwirrt. Ob ich dabei schlauer geworden bin, werden die nächsten Praxisprojekte zeigen.

Bis dahin versuchen wir hier gemeinsam, die Gänge in diesem Kaninchenbau zu kartieren. Zur Ehrlichkeit gehört: Mit dem ESP8266 habe ich schon einiges gebaut, die neue ESP32-Familie erkunde ich gerade erst richtig. Dieser Artikel ist deshalb eher eine Expeditionskarte als ein Lehrbuch.

Wir beginnen mit der Geschichte vom ESP8266 bis heute. Danach klären wir, was gemeint ist, wenn jemand „ein ESP32“ sagt: Chip, Modul oder Board, und was Kürzel wie N16R8 bedeuten. Es folgen die vierzehn Chips im Einzelnen, gängige Entwicklungsboards und die Software dazu. Am Ende stehen Entscheidungsbäume und die fiesesten Praxisfallen, damit der nächste Einkauf nicht in einer Sackgasse endet.

Wer gezielt springen will:

1. Geschichte der ESP-Familie

Es gab eine Zeit, da bedeutete „vernetztes Projekt“: ein Ethernet-Kabel durch drei Türrahmen quetschen oder einem 8-Bit-Mikrocontroller mit Ach und Krach beibringen, was ein HTTP-Header ist. Wer wie ich noch BASIC auf dem KC 85 programmiert hat, weiß das WLAN-Wunder von heute besonders zu schätzen. In diesem Kapitel verfolgen wir, wie es dazu kam: erst mit dem ESP8266, dann mit dem ESP32 und schließlich mit einer ganzen Familie von Spezialisten.

1.1. Espressif und der ESP8266

Die Geschichte beginnt nicht mit dem ESP32, sondern bei Espressif Systems. Die Firma wurde 2008 in Shanghai gegründet und baute zunächst drahtlose Kommunikationschips wie den ESP8089, einen WLAN-SoC für Tablets und Set-Top-Boxen (SoC steht für System-on-a-Chip, Abschnitt 2.1.1). Ein solides Brot-und-Butter-Geschäft, bis Espressif im Jahr 2014 den ESP8266 auf die ahnungslose Bastlergemeinde losließ.

1.1.1. Merkmale und Grenzen des ESP8266

Für wenige Dollar brachte der ESP8266 etwas mit, wofür man vorher teure Shields kaufen musste: integriertes 2,4-GHz-WLAN (802.11b/g/n). Unter der Haube arbeitet eine 32-Bit-CPU vom Typ Tensilica L106 mit einem Kern und 80 MHz.

Die ersten Module, allen voran das blaue oder schwarze ESP-01 von Drittanbietern wie AI-Thinker, trieben Entwickler allerdings regelmäßig in den Wahnsinn. Meist hing der Chip als „dummes WLAN-Modem“ per serieller Schnittstelle und AT-Befehlen an einem Arduino Uno. Der ATmega328P mit seinen 16 MHz und 2 KB RAM quälte sich dann mit dem Zerlegen der Antwort-Strings ab, während der zehnmal stärkere 80-MHz-Chip daneben Däumchen drehte. Das ESP-01 selbst führte gerade einmal zwei nutzbare GPIO-Pins heraus. Wer eine LED blinken lassen und einen Sensor abfragen wollte, war damit schon am Ende. Bluetooth gab es nicht, nur WLAN im 2,4-GHz-Band.

Dazu kam das Timing. Weil der ESP8266 nur einen Prozessorkern hat, streiten sich die eigene Firmware und der zeitkritische WLAN-Stack um dieselben CPU-Zyklen. Ein unbedachtes delay() im eigenen Code, und der Software-Watchdog startete den Chip erbarmungslos neu. Einen internen Programmspeicher hatte der ESP8266 auch nicht, auf jeder Platine saß ein externer SPI-Flash daneben. Erst die spätere Sparversion ESP8285 brachte 1 MB Flash im selben Gehäuse mit.

1.1.2. Durchbruch mit der Arduino IDE

Dass der ESP8266 nicht als reines AT-Modem in der Schublade verstaubte, verdanken wir der Community. Um 2014/2015 portierten findige Entwickler den kompletten Arduino-Core auf den Chip. Plötzlich konnte jeder, der in der Arduino IDE schon einmal eine LED zum Blinken gebracht hatte, den ESP8266 direkt flashen. Espressif erkannte das Potenzial, steckte eigene Entwickler in die Pflege der Open-Source-Bibliotheken und ebnete damit den Weg für einsteigerfreundliche Boards wie das NodeMCU.

1.2. Der klassische ESP32

Espressif sah, dass die Community den WLAN-Chip für ausgewachsene IoT-Projekte zweckentfremdete, und stellte 2016 den ESP32 vor. Das war kein kosmetisches Update, sondern eine von Grund auf neue Plattform. Die wichtigste Idee steckt in der Aufgabenteilung:

Der klassische ESP32 (2016)Aufgabe
Core 0 (Xtensa LX6 @ 240 MHz)WLAN-Stack & Bluetooth
Core 1 (Xtensa LX6 @ 240 MHz)Dein User-Code (Kein Crash mehr!)
ULP-FSM-CoprozessorTiefschlaf ab ca. 10 µA (mit laufendem ULP ca. 150 µA)

1.2.1. Zwei Kerne, Bluetooth, mehr Peripherie

Der klassische ESP32 löste die größten Engpässe des Vorgängers auf einen Schlag. Statt eines Kerns arbeiten jetzt zwei Xtensa-LX6-Kerne (32 Bit) mit bis zu 240 MHz. Core 0 kümmert sich um den zeitkritischen WLAN-Stack, Core 1 führt in aller Ruhe den eigenen Code aus, und der Watchdog hat deutlich weniger Grund zur Panik.

Beim Funk gab es ein Doppelpack: neben Wi-Fi 4 auch Bluetooth 4.2, und zwar mit BLE (Bluetooth Low Energy) und mit Bluetooth Classic. Das ist in der Familie bis heute eine Besonderheit (Abschnitt 6.1.1). Statt knapper 80 KB RAM standen 520 KB interner SRAM zur Verfügung. Dazu kamen deutlich mehr GPIOs, zwei echte DACs, Touch-Pins, CAN-Bus und Ethernet sowie ein ULP-Coprozessor (Ultra Low Power), der im Tiefschlaf (Deep Sleep) Sensorwerte abfragt, während die beiden Hauptkerne schlafen. Die vollständige Ausstattung steht in Abschnitt 3.1.1.

1.2.2. Das ESP-IDF als offizielles SDK

Der ESP8266 musste noch mit zersplitterten SDKs leben. Für den ESP32 lieferte Espressif von Anfang an das ESP-IDF (Espressif IoT Development Framework) auf Basis des Echtzeitbetriebssystems FreeRTOS (mehr dazu in Abschnitt 5.1). Die Arduino-Kompatibilität blieb trotzdem erhalten, Bastler mussten also nicht zwingend C-Makefiles wälzen.

1.3. Die Diversifizierung in drei Wellen

Nach 2016 hätte sich Espressif zurücklehnen können. Stattdessen tat die Firma, was Ingenieure am liebsten tun: für jedes erdenkliche Problem einen eigenen Chip bauen. Genau hier verzweigt sich der Kaninchenbau. Aus einem Allrounder wurden 14 SoC-Varianten, die in drei Wellen kamen.

ZeitraumSerieArchitekturSchwerpunkt und Chips
2016ESP32Xtensa LX6Klassiker
Dual-Core
2020S-SerieXtensa LX7USB, KI, Display
S2 (Single), S3
2020–2022C-SerieRISC-VIoT, Wi-Fi 6, Matter
C3, C2, C6, C5
2021–2026SpezialistenRISC-V / ExtremeP4 (Powerhouse)
H2/H4 (kein WLAN)

1.3.1. Welle 1: S-Serie mit USB und Multimedia

Zuerst merkte Espressif, dass nicht jedes Projekt zwei Kerne und Bluetooth braucht, manche brauchen schlicht mehr Pins und USB. Der ESP32-S2 (2020) hat nur einen Kern und kein Bluetooth, dafür viele GPIOs und natives USB, ideal für USB-Gadgets. Der ESP32-S3 (2020) ist das Multimedia-Kraftpaket: zwei Kerne, Vektorbefehle für KI und der Liebling für Kameras, Displays und TinyML (maschinelles Lernen auf Mikrocontrollern).

1.3.2. Welle 2: Umstieg auf RISC-V

Die Xtensa-Kerne sind eine proprietäre Prozessorarchitektur von Cadence. Mit steigenden Stückzahlen entschied sich Espressif, auf die quelloffene, lizenzfreie RISC-V-Architektur umzusteigen. Der ESP32-C3 (2020) ist der offizielle Nachfolger des ESP8266: sparsam und unschlagbar günstig. Der ESP32-C2 / ESP8684 (2022) ist der Minimalist für Massenartikel, bei denen jeder Bruchteil eines Cents zählt. Und der ESP32-C6 (2021) öffnet die Tür zum modernen Smart Home: Wi-Fi 6 und erstmals Zigbee und Thread. Thread ist die Funkbasis für Matter, den herstellerübergreifenden Smart-Home-Standard.

1.3.3. Welle 3: Spezialisten und Hochleistung

In der jüngsten Phase besetzt Espressif die Ränder des Spektrums. Die H-Serie (ESP32-H2 und H4) verzichtet auf WLAN. Klingt paradox für einen ESP, ergibt aber Sinn: Thread, Zigbee und BLE bei minimalem Stromverbrauch, ideal für Sensoren mit Knopfzelle. Der ESP32-C5 (2022, in Serie seit April 2025) beherrscht als erster WLAN im 2,4- und im 5-GHz-Band. Der ESP32-P4 (2023/2024) ist ein Rechenmonster ganz ohne Funk, gebaut für Kamera, Display und Video. Die Neuesten sind der S31, ein Chip für Industrie-Gateways mit Gigabit-Ethernet, und der E22, ein reiner Funk-Coprozessor mit Wi-Fi 6E. Die Steckbriefe aller Chips folgen in Kapitel 3.

1.4. Warum der ESP32 so erfolgreich ist

Dass wir heute von der Kaffeemaschine bis zur Gartenbewässerung fast alles mit ein paar Zeilen Code automatisieren können, hat vor allem drei Gründe.

Der erste ist der Preis. Entwicklungsboards mit vergleichbarer Rechenleistung und Funk kosteten vor dem ESP leicht 30 bis 80 Euro. Espressif lieferte SoCs für wenige Dollar und fertige Entwicklungsboards (Abschnitt 2.1.3) für den Preis von zwei Tassen Kaffee. Diese Währung werden wir noch öfter brauchen.

Der zweite ist die Community. Mit der Unterstützung für Arduino IDE, PlatformIO, MicroPython/CircuitPython und vor allem für fertige Firmware wie ESPHome, WLED und Tasmota sank die Einstiegshürde enorm.

Der dritte ist die Entwicklung selbst. Ob Wechsel zu RISC-V, Einstieg in Matter über Thread oder der Ausflug in die Multimedia-Oberklasse mit dem P4: Espressif hat verstanden, dass ein einziger Chip nicht mehr für alles die beste Antwort sein kann.

2. Chip, Modul und Entwicklungsboard

Wenn jemand stolz verkündet: „Ich habe mir für drei Euro einen ESP32 gekauft!“, lächeln erfahrene Bastler meist milde. Der Satz wirft sofort eine Gegenfrage auf: Meinst du den nackten Siliziumkäfer, die metallene Briefmarke oder das Entwicklerbrett mit USB-Buchse? Bevor wir in Kapitel 3 die Chips einzeln besuchen, klären wir Aufbau, Modulbezeichnungen und Antennen. Und warum manche Bestellnummern klingen wie das Passwort für ein Schweizer Bankkonto.

2.1. Drei Ebenen: Chip, Modul, Board

Espressif verkauft seine Hardware auf drei aufeinander aufbauenden Ebenen. Wer den Unterschied nicht kennt, kauft entweder einen Chip, den er mit bloßen Händen nie gelötet bekommt, oder wundert sich, warum sein Prototyp doppelt so viel Strom zieht wie gedacht.

2.1.1. Ebene 1: der Chip (SoC)

Das SoC ist das rohe Silizium, verpackt in einem winzigen QFN-Gehäuse (Quad Flat No-Leads) mit Lötflächen auf der Unterseite. Darin stecken die Prozessorkerne (Xtensa oder RISC-V), der Funk-Transceiver, interner SRAM, ROM, ADCs, DACs und die Peripherie-Controller. Es fehlen fast immer der Flash-Speicher für das Programm (mit seltenen Ausnahmen wie dem ESP8285), der Quarzoszillator für den Takt und jede Hochfrequenz-Anpassung.

Gedacht ist das SoC für Großserienhersteller, die Millionen smarter Steckdosen oder Glühbirnen fertigen und eigene Platinen mit Bestückungsautomaten bauen. Für uns Hobbyisten mit dem Handlötkolben endet der Versuch, ein nacktes QFN-Gehäuse frei zu verdrahten, verlässlich in Tränen und Zinnbrücken.

2.1.2. Ebene 2: das Modul

Beim Modul lötet Espressif (oder ein Drittanbieter wie AI-Thinker) das SoC auf eine kleine Trägerplatine und gibt ihm alles mit, was es zum Überleben braucht:

  • einen externen SPI-Flash (meist 4 bis 16 MB) für Firmware und Dateisystem,
  • optional zusätzlichen PSRAM, also externen Arbeitsspeicher (beim WROVER, Abschnitt 2.2.1),
  • einen Quarzoszillator als Taktgeber und passive HF-Bauteile zur Antennenanpassung,
  • eine Antenne, entweder als Leiterbahn auf der Platine oder als U.FL-Buchse,
  • ein Schirmblech aus Metall gegen elektromagnetische Störungen und für die FCC/CE-Zertifizierung.

An den Rändern sitzen meist halbierte Durchkontaktierungen (Castellated Holes). Solche Module stecken in fast allen kommerziellen Smart-Home-Produkten, in Thermostaten, Smart Locks oder Shellys.

2.1.3. Ebene 3: das Entwicklungsboard

Das Entwicklungsboard ist das Werkzeug für den Schreibtisch: ein Modul auf einer größeren Platine mit Stiftleisten im 2,54-mm-Raster. Ein Spannungsregler (LDO) drückt die 5 V vom USB-Kabel auf verträgliche 3,3 V, dazu kommen Boot- und Reset-Taster. Bei älteren Chips sitzt ein USB-UART-Wandler wie CP2102 oder CH340 auf dem Board. Bei modernen Varianten (S2, S3, C3, C6) führt der USB-Port oft direkt in die Schnittstellen des SoCs: USB-Serial/JTAG (serielle Konsole und Debug-Schnittstelle über USB, ohne Wandlerchip) oder USB-OTG (On-the-Go: Der Chip tritt selbst als USB-Gerät oder USB-Host auf).

Zwei Wege vom PC zum Chip: bei älteren Chips über einen USB-UART-Wandler, bei S2, S3, C3 und C6 per USB direkt in den Chip

Der Haken: So ein Board ist herrlich bequem, zieht im Ruhezustand aber deutlich mehr Strom als das nackte Modul (Abschnitt 6.3.1).

2.2. Modulvarianten und Speicherkürzel

Wer Module bestellt, stolpert früher oder später über Namen wie ESP32-S3-WROOM-1-N16R8. Das sieht aus wie eine Katalognummer aus dem Kalten Krieg, lässt sich aber erstaunlich logisch aufschlüsseln.

2.2.1. WROOM und WROVER

Die Faustregel ist einfach. Ein WROOM-Modul enthält das SoC, den Quarz, die Antenne und den Flash-Speicher, auf dem dein Programm und das Dateisystem LittleFS/SPIFFS liegen. Ein WROVER bringt zusätzlich externen PSRAM (Pseudo-Static RAM) mit.

ESP32-WROOMESP32-WROVER
AufbauSoC ↔ SPI-FlashSoC ↔ SPI-Flash, dazu SoC → SPI-PSRAM
ArbeitsspeicherInterner SRAM: 520 KBzusätzlich SPI-PSRAM
Typisch fürStandard-Sensoren, RelaisKamera, LVGL

Wozu das Ganze? Der interne SRAM eines ESP32 liegt je nach Typ meist zwischen 272 KB und 520 KB. Das reicht locker für Sensordaten, Webserver und MQTT (ein schlankes Nachrichtenprotokoll für IoT-Geräte). Soll der Chip aber ein Kamerabild puffern (wie beim ESP32-CAM), eine Touch-Oberfläche mit LVGL (einer freien Grafikbibliothek für Bedienoberflächen) rendern oder ein Sprachmodell für ein Aktivierungswort (Wake Word) laden, ist der interne RAM schnell voll. PSRAM erweitert den Arbeitsspeicher um 2 bis 16 MB.

Eine Stolperfalle bei älteren ESP32-WROVER-Modulen: Weil der PSRAM über interne SPI-Leitungen angebunden ist, belegt er bei manchen klassischen Varianten GPIO 16 und 17. Wer dort ein Relais anschließt, erlebt sein blaues Wunder. Außerdem muss der PSRAM in der Software ausdrücklich eingeschaltet werden, in der Arduino IDE etwa unter Tools → PSRAM → Enabled.

2.2.2. Speicherkürzel: N4, N8R2, N16R8

Neuere Module, besonders der S- und C-Serie, tragen standardisierte Speicherkürzel auf dem Schirmblech. N steht für Non-volatile Flash, also den nicht-flüchtigen Programmspeicher, R für RAM bzw. PSRAM, den zusätzlichen flüchtigen Arbeitsspeicher.

KürzelFlash-GrößePSRAM-GrößeBus-AnbindungTypischer Einsatzzweck
N22 MBKein PSRAMQuad-SPIBilligste Sensorknoten, winzige Firmware
N44 MBKein PSRAMQuad-SPIStandard für ESPHome, WLED, Basissensoren
N88 MBKein PSRAMQuad-SPIGrößere Webserver, zweifaches OTA-Partitionslayout (OTA: Update per WLAN)
N8R28 MB2 MBQuad-SPIEinfache Display-GUIs, kleinere Audiopuffer
N8R88 MB8 MBOctal-SPITinyML, Kameras, LVGL-Touchscreens, MP3-Streaming
N16R816 MB8 MBOctal-SPIDas Multimedia-Rundum-sorglos-Paket (z. B. S3-BOX)

Ältere Chips binden den Speicher über vier Datenleitungen an (Quad-SPI, QSPI). Neuere wie der ESP32-S3 können auch Octal-SPI (OSPI) mit acht Datenleitungen. Das verdoppelt den Speicherdurchsatz beinahe, und das merkt man, sobald der Prozessor Bild für Bild aus dem PSRAM auf ein Display schaufeln muss.

2.3. Antennenbauformen und HF-Optionen

Funk ist Physik, und Physik lässt sich nicht wegdiskutieren. Espressif bietet die Module deshalb mit verschiedenen Antennen an, erkennbar an Zusätzen wie -U oder -I (z. B. WROOM-32 gegenüber WROOM-32U).

AntennentypBauformGewinnVorteileNachteile
MIFA (Meandered Inverted-F)Gewundene Leiterbahn auf dem PCB2–3 dBiRobust, kostenlos auf der Platine, bricht nicht abEmpfindlich gegenüber Gehäusen und Metall in der Nähe
PIFAPlanare Metallstruktur2–4 dBiHöhere Bandbreite, stabilerer AntennengewinnGrößerer Platzbedarf auf dem Modul
CeramicSMD-Keramik-Chip1–2 dBiExtrem kompakt, benötigt kaum PlatinenflächeGeringerer Gewinn, engere HF-Abstimmung nötig
U.FL-Connector (z. B. Modul-Endung U)Miniatur-Koaxialbuchse (IPEX)2–6 dBiExterne Stabantennen montierbar, Ausbruch aus MetallgehäusenBenötigt Antennenkabel, mechanisch empfindlich

Für den eigenen Platinenentwurf gilt eine goldene Regel: Unter und um eine Leiterbahnantenne (MIFA) bleiben Kupferflächen, Leiterbahnen und Metallgehäuse tabu, die sogenannte Keep-Out Zone. Wer ein Modul mit Platinenantenne in ein massives Aluminiumgehäuse schraubt und sich wundert, warum das WLAN nach zwei Metern abreißt, hat sich einen 1a Faradayschen Käfig gebastelt. Für solche Fälle nimmt man die U-Variante mit externer Stabantenne.

3. Die ESP32-Chips im Detail

Wenn Espressif ein neues Problem wittert, gibt es kein Software-Update, sondern gleich ein neues Stück Silizium. Damit wir zwischen Xtensa-Kernen, RISC-V, Triple-Radios und funklosen Multimedia-Monstern nicht die Orientierung verlieren, sortieren wir die 14 Chips in fünf Gruppen. Jede Gruppe ist ein eigener Seitengang im Kaninchenbau, mit eigenem Charakter.

GruppeBezeichnungMerkmalChips
Gruppe IAllrounderXtensa LX6ESP32
Gruppe IIS-SerieUSB/KI/MMS2, S3, S31
Gruppe IIIC-SerieIoT/RISC-VC2, C3, C6, C61, C5
Gruppe IVH-Seriekein WLANH2, H4, H21
Gruppe VPerformance & RCP (Funk-Coprozessor)ExtremesP4, E22

3.1. Gruppe I: der klassische ESP32

3.1.1. ESP32 (klassisch, 2016)

Der Großvater aller modernen IoT-Basteleien. Er läuft und läuft und läuft und verbraucht dabei im Zweifel etwas mehr Strom, als uns lieb ist.

  • Architektur und Takt: zwei Xtensa-LX6-Kerne (32 Bit) mit bis zu 240 MHz. Für den Ruhezustand gibt es einen kleinen ULP-FSM-Coprozessor (Finite State Machine).
  • Speicher: 520 KB interner SRAM, 448 KB ROM. Externer Flash typischerweise 4 bis 16 MB, externer PSRAM per SPI anbindbar.
  • Funk: Wi-Fi 4 (802.11b/g/n, 2,4 GHz) und Bluetooth 4.2 mit BLE und echtem Bluetooth Classic (BR/EDR).
  • Peripherie: bis zu 34 GPIOs, 18-Kanal-ADC mit 12 Bit, zwei echte 8-Bit-DACs, 10 kapazitive Touch-Pins, 1× CAN/TWAI, 2× I2S, SPI, I2C, UART und eine Ethernet-MAC-Schnittstelle.
  • Anwendungen: universelle Smart-Home-Aktoren, Relais, LED-Steuerungen (WLED) und vor allem Bluetooth-Audio-Streaming über A2DP, das Bluetooth-Profil für Musikübertragung.

Er hat seine Macken. Natives USB fehlt, ohne USB-UART-Wandler (wie CP2102 oder CH340) auf dem Board gibt es keine serielle Verbindung. Der interne Hall-Sensor ist offiziell abgekündigt (deprecated), und die Linearität des ADC ist berüchtigt eigenwillig. Im März 2025 machten außerdem undokumentierte Bluetooth-Debugging-Befehle (HCI-Befehle wie 0xFC02) als vermeintliche Hintertür Schlagzeilen. Espressif stellte klar, dass es sich um Debug-Befehle handelt, die sich nicht aus der Ferne auslösen lassen, und entfernte sie per Update. Für Bluetooth Classic ist er trotzdem bis heute der am weitesten verbreitete Chip der Familie.

3.2. Gruppe II: die S-Serie

Hier wohnen die USB-Spezialisten und die Vektorrechner.

3.2.1. ESP32-S2 (2020)

Das oft missverstandene Einzelkind. Als der S2 erschien, rieben sich viele die Augen: ein neuer Chip, der weniger kann als der alte?

  • Architektur und Takt: ein Xtensa-LX7-Kern mit bis zu 240 MHz, als Hilfskraft ein ULP-Coprozessor auf RISC-V- bzw. FSM-Basis.
  • Speicher: 320 KB SRAM, davon 240 KB als Heap nutzbar.
  • Funk: Wi-Fi 4 (2,4 GHz). Bluetooth gibt es keins, weder Classic noch BLE.
  • Peripherie: 43 GPIOs, 20 ADC-Kanäle (12 Bit), 14 Touch-Pins, Kamera- (DVP) und LCD-Schnittstelle sowie zwei echte 8-Bit-DACs. Dazu das eigentliche Highlight: natives Full-Speed USB-OTG 1.1 mit 12 Mbps.
  • Anwendungen: USB-Eingabegeräte (HID-Tastaturen, Gaming-Controller, BadUSBs, Ducky-Scripts), günstige USB-Messgeräte und Projekte, die einen internen Analog-Ausgang (DAC) brauchen, aber auf Bluetooth verzichten können.

3.2.2. ESP32-S3 (2020)

Das Schweizer Taschenmesser für Fortgeschrittene. Der S3 bringt fast alles mit, was Bastler am S2 vermisst haben, und legt noch eine Schippe KI obendrauf. Für meinen geplanten CW-Trainer habe ich mich übrigens schon für den S3 entschieden.

  • Architektur und Takt: zwei Xtensa-LX7-Kerne mit bis zu 240 MHz. Der Clou sind die PIE (Processor Instruction Extensions), Vektorbefehle (SIMD), die Gleitkomma- und Matrixrechnungen beschleunigen.
  • Speicher: 512 KB interner SRAM plus 16 KB RTC-SRAM, dazu schneller Octal-SPI-Flash und bis zu 16 MB Octal-PSRAM.
  • Funk: Wi-Fi 4 (2,4 GHz) und BLE 5.0, aber kein Bluetooth Classic.
  • Peripherie: 45 GPIOs, 20 ADC-Kanäle, 14 kapazitive Touch-Pins, DVP-Kamera-Schnittstelle, paralleles LCD-Interface, USB-Serial/JTAG plus natives USB-OTG 1.1. Einen internen DAC hat er nicht.
  • Anwendungen: Edge-KI und TinyML (Offline-Erkennung von Aktivierungswörtern und Sprache mit ESP-SR, Bild- und Gesichtserkennung mit ESP-DL oder TensorFlow Lite Micro), Smart Displays mit LVGL (z. B. LilyGo T-Display S3, Waveshare Touch LCD) und Sprachassistenten wie die ESP32-S3-BOX-3.

3.2.3. ESP32-S31 (2026)

Das Kronjuwel der neuen Generation, auf das Industrie-Entwickler lange gewartet haben. Seit Juli 2026 ist er in Serienproduktion (Stand: November 2026).

  • Architektur und Takt: zwei RISC-V-Kerne mit 320 MHz, also ein S-Chip ohne Xtensa.
  • Speicher: 512 KB interner SRAM.
  • Funk: das volle Programm mit Wi-Fi 6, Bluetooth 5.4 mit BLE und Bluetooth Classic sowie IEEE 802.15.4, dem Funkstandard für stromsparende Mesh-Netze wie Thread und Zigbee.
  • Peripherie: bis zu 60 GPIOs, Gigabit-Ethernet, USB 2.0 High-Speed OTG und 1× CAN FD.
  • Anwendungen: Smart-Home-Zentralen der Oberklasse, Matter-Border-Router und industrielle Steuerungs-Gateways mit Multimedia-Anspruch.

3.3. Gruppe III: die C-Serie

Mit der C-Serie verabschiedete sich Espressif von den Xtensa-Lizenzgebühren und sprang kopfüber in die offene RISC-V-Welt. Die C-Chips sind die modernen Brot-und-Butter-Kandidaten.

3.3.1. ESP32-C2 / ESP8684 (2022)

Der unbarmherzige Sparfuchs. Wenn ein Haushaltsgerätehersteller 500.000 Wasserkocher vernetzen will und die Buchhaltung um jeden Zehntelcent feilscht, schlägt seine Stunde.

  • Architektur und Takt: ein RISC-V-Kern (32 Bit) mit gemächlichen 120 MHz.
  • Speicher: knappe 272 KB SRAM, 576 KB ROM.
  • Funk: Wi-Fi 4 (2,4 GHz) und BLE 5.0.
  • Peripherie: spartanische 14 GPIOs, 5 ADC-Kanäle, kein USB, kein DAC.
  • Anwendungen: smarte Glühbirnen, einfache Schaltsteckdosen und simple Sensoren. Für Bastelprojekte auf dem Steckbrett (Breadboard) meidet man ihn wegen der akuten Pin-Armut.

3.3.2. ESP32-C3 / ESP8685 (2020)

Der offizielle Erbe des ESP8266. Wer heute neu mit IoT anfängt, greift meist zu ihm.

  • Architektur und Takt: ein RISC-V-Kern mit 160 MHz.
  • Speicher: 400 KB SRAM.
  • Funk: Wi-Fi 4 (2,4 GHz) und BLE 5.0.
  • Peripherie: bis zu 22 GPIOs, 6 ADC-Kanäle (12 Bit), integrierte USB-Serial/JTAG-Einheit. Im Tiefschlaf braucht er nur ca. 5 µA.
  • Anwendungen: der Standard für ESPHome und Tasmota, Umgebungssensoren (BME280) und batteriebetriebene BLE-Beacons.

3.3.3. ESP32-C6 (2021)

Der Matter-Champion. Soll dein Smart Home auch in fünf Jahren noch mitspielen, ist der C6 ein heißer Kandidat.

  • Architektur und Takt: ein Hochleistungskern (HP) mit 160 MHz plus ein sparsamer Low-Power-Kern (LP) mit 20 MHz, beide RISC-V.
  • Speicher: 512 KB HP-SRAM plus 16 KB LP-SRAM.
  • Funk: gleich drei Funksysteme (Triple-Radio): Wi-Fi 6 (2,4 GHz, 802.11ax) mit Target Wake Time (TWT, Tiefschlaf ca. 7 µA), BLE 5.3 mit Mesh und IEEE 802.15.4 für Thread 1.3 und Zigbee 3.0.
  • Peripherie: 30 GPIOs, 7 ADC-Kanäle, 2× CAN/TWAI, USB-Serial/JTAG.
  • Anwendungen: Matter-Bridges, Zigbee-Koordinatoren und Smart-Home-Aktoren mit Zukunft. Einziger Wermutstropfen: kein 5-GHz-WLAN und keine Kamera- oder Display-Schnittstelle.

3.3.4. ESP32-C61 (2024)

Die abgespeckte Sparkassen-Version des C6.

  • Architektur und Takt: ein RISC-V-Kern mit 160 MHz.
  • Speicher und Funk: 320 KB SRAM, Wi-Fi 6 (2,4 GHz) und BLE 5.
  • Verzicht: kein Zigbee, kein Thread, kein 802.15.4.
  • Anwendungen: ein preiswertes Upgrade auf Wi-Fi 6 für Geräte ohne Smart-Home-Mesh oder ein billiger Funk-Coprozessor.

3.3.5. ESP32-C5 (2022 / Serie seit April 2025)

Der Frequenz-Pionier. Wer jemals versucht hat, einen ESP32 im überfüllten 2,4-GHz-Band eines Mehrfamilienhauses stabil funken zu lassen, wird den C5 lieben.

  • Architektur und Takt: ein RISC-V-Kern mit 240 MHz, dazu ein LP-Kern mit 40–48 MHz.
  • Speicher: 384 KB SRAM.
  • Funk: Dual-Band Wi-Fi 6 mit 2,4 und 5 GHz, dazu BLE 5 und IEEE 802.15.4 (Thread/Zigbee/Matter).
  • Peripherie: 29 GPIOs, 2× CAN FD, USB-Serial/JTAG.
  • Anwendungen: professionelle IoT-Installationen in dichten Funkumgebungen (Hotels, Büros, Industriehallen), latenzkritische Sensorik und anspruchsvolle Matter-Gateways.

3.4. Gruppe IV: die H-Serie ohne WLAN

Klingt wie ein Treppenwitz: ein ESP ohne WLAN. Doch die Physik ist unerbittlich. WLAN-Endstufen ziehen beim Senden und Empfangen locker 100 bis 300 mA. Wer Sensoren jahrelang mit einer CR2032-Knopfzelle betreiben will, muss auf WLAN verzichten.

3.4.1. ESP32-H2 (2021)

Der asketische Thread-Mönch.

  • Architektur und Takt: ein RISC-V-Kern mit gemächlichen 96 MHz.
  • Funk: kein WLAN, nur IEEE 802.15.4 (Thread 1.3, Zigbee 3.0, Matter) und BLE 5.3.
  • Speicher und Strom: 320 KB HP-SRAM plus 4 KB LP-SRAM, im Tiefschlaf ca. 7 µA.
  • Peripherie: 19 GPIOs, 5 ADC-Kanäle, 1× CAN/TWAI, USB-Serial/JTAG.
  • Anwendungen: reine Smart-Home-Endpunkte wie Tür- und Fensterkontakte, Heizkörperthermostate, Bodenfeuchtesensoren und Funktaster, die man jahrelang vergessen darf.

3.4.2. ESP32-H4 (2024)

Das Komfort-Upgrade für die Low-Power-Welt.

  • Architektur und Takt: zwei RISC-V-Kerne mit 96 MHz, dazu 384 KB SRAM.
  • Funk: kein WLAN, dafür BLE 5.4 inklusive BLE Audio sowie IEEE 802.15.4 (Thread/Zigbee).
  • Peripherie: bis zu 40 GPIOs, 15 kapazitive Touch-Pins, USB-OTG und 1× CAN.
  • Anwendungen: Türschlösser mit Touch-Tastenfeld (Smart Locks), sparsame Audiogeräte und Wearables.

3.4.3. ESP32-H21 (2026)

Der Sparsamste der H-Serie. Der im März 2026 vorgestellte Chip funkt mit BLE und 802.15.4, hat einen RISC-V-Kern bis 96 MHz, 320 KB SRAM und bis zu 19 GPIOs. Im Tiefschlaf begnügt er sich mit 5 µA. Damit eignet er sich für wartungsfreie Beacons, Sensoren mit Energiegewinnung (Energy Harvesting), die mit Solarzellen in Innenräumen auskommen, und Langzeit-Tracker.

3.5. Gruppe V: Hochleistung und Funk-Coprozessor

In der letzten Gruppe verlässt Espressif das Terrain der kleinen IoT-Chips und greift nach der Krone der Embedded-Applikationsprozessoren.

3.5.1. ESP32-P4 (2023/2024)

Stell dir vor, Espressif baut einen Chip, der fast alles in den Schatten stellt, und vergisst die Antenne. Das ist Absicht: Der P4 ist kein Funkknoten, sondern ein reinrassiger Applikations- und Multimedia-Prozessor.

  • Architektur und Takt: zwei RISC-V-Hochleistungskerne (32 Bit) mit bis zu 400 MHz plus ein sparsamer LP-RISC-V-Kern mit 40 MHz.
  • Speicher: 768 KB interner SRAM, dazu externer, sehr schneller PSRAM (auf dem P4-NANO 32 MB).
  • Funk: keiner, weder WLAN noch Bluetooth. Soll er ins Netz, bekommt er auf Entwicklungsboards (wie dem Waveshare P4-Nano) einen ESP32-C6 als Coprozessor zur Seite gelötet.
  • Peripherie: bis zu 55 GPIOs, MIPI-CSI (Kamera-Schnittstelle), MIPI-DSI (Display-Schnittstelle), Hardware-Videokodierung in H.264 (1080p@30fps), Hardware-JPEG-Decoder, natives USB 2.0 High-Speed OTG mit 480 Mbps und eine Ethernet-MAC mit 10/100 Mbit/s.
  • Anwendungen: anspruchsvolle Industrie-Bedienterminals (HMI, Human Machine Interface), hochauflösende Touch-Displays, Video-Gegensprechanlagen und Bildverarbeitung.

Wegen der neuen Hardware-Treiber ist die Arduino-Unterstützung beim P4 noch dünn. Programmiert wird er vor allem im ESP-IDF.

3.5.2. ESP32-E22 (angekündigt Januar 2026)

Der E22 ist ein reiner Funk-Coprozessor (Radio Co-Processor, RCP) und kein Mikrocontroller für deinen eigenen Code. Er bringt Tri-Band Wi-Fi 6E mit 2,4, 5 und 6 GHz sowie Bluetooth 5.4 im Dual-Mode (BLE und Classic) mit. Über PCIe oder SDIO hängt er an einem Host-Prozessor, etwa einem P4 oder einem Linux-SoC, und bringt diesem moderne Funkstandards bei.

3.6. Alle Chips im Vergleich

Zum Schluss des Kapitels alle 14 Varianten nebeneinander:

SoCKerne, Takt, SRAMWLAN, Bluetooth, 802.15.4GPIOs, USBBesonderheit
ESP322× Xtensa LX6
240 MHz
520 KB
Wi-Fi 4 (2,4 GHz)
BT 4.2 (Classic + BLE)
802.15.4: Nein
34 GPIOs
Kein USB (externer USB-UART-Wandler)
BT Classic & 2× DAC
ESP32-S21× Xtensa LX7
240 MHz
320 KB
Wi-Fi 4 (2,4 GHz)
Kein Bluetooth
802.15.4: Nein
43 GPIOs
OTG 1.1 FS (12 Mbps)
43 GPIOs, 2× DAC, USB-HID
ESP32-S32× Xtensa LX7
240 MHz
512 KB
Wi-Fi 4 (2,4 GHz)
BLE 5.0
802.15.4: Nein
45 GPIOs
OTG 1.1 FS + JTAG
SIMD/PIE-Vektoren für KI & Octal-PSRAM
ESP32-S312× RISC-V
320 MHz
512 KB
Wi-Fi 6
BT 5.4 (Classic + BLE)
802.15.4: Ja
60 GPIOs
OTG 2.0 HS (480 Mbps)
RISC-V Flaggschiff mit Gigabit-Eth & CAN FD
ESP32-C21× RISC-V
120 MHz
272 KB
Wi-Fi 4 (2,4 GHz)
BLE 5.0
802.15.4: Nein
14 GPIOs
Kein USB
Minimalist, extrem billig für Massen-IoT
ESP32-C31× RISC-V
160 MHz
400 KB
Wi-Fi 4 (2,4 GHz)
BLE 5.0
802.15.4: Nein
22 GPIOs
Nur USB-Serial/JTAG
Preis-Leistungs-Sieger, ESP8266-Erbfolger
ESP32-C51× RISC-V + LP-Kern
240 MHz
384 KB
Wi-Fi 6 (2,4 & 5 GHz)
BLE 5
802.15.4: Ja
29 GPIOs
Nur USB-Serial/JTAG
Einziger Dual-Band-Mikrocontroller (5 GHz)
ESP32-C62× RISC-V (HP+LP)
160 MHz
512 KB
Wi-Fi 6 (2,4 GHz)
BLE 5.3 + Mesh
802.15.4: Ja (Thread 1.3/Zigbee 3)
30 GPIOs
Nur USB-Serial/JTAG
Matter-Standard-SoC, Target Wake Time
ESP32-C611× RISC-V
160 MHz
320 KB
Wi-Fi 6 (2,4 GHz)
BLE 5
802.15.4: Nein
30 GPIOs
Nur USB-Serial/JTAG
Günstiges Wi-Fi-6-Upgrade ohne Mesh
ESP32-H21× RISC-V
96 MHz
320 KB
Kein WLAN
BLE 5.3
802.15.4: Ja (Thread 1.3/Zigbee 3)
19 GPIOs
Nur USB-Serial/JTAG
Reiner Thread/Zigbee-Knoten, Tiefschlaf ~7 µA
ESP32-H42× RISC-V
96 MHz
384 KB
Kein WLAN
BLE 5.4 (BLE Audio)
802.15.4: Ja
40 GPIOs
OTG
Dual-Core, BLE Audio & Touch ohne WLAN
ESP32-H211× RISC-V
96 MHz
320 KB
Kein WLAN
BLE
802.15.4: Ja
19 GPIOs
k. A.
Tiefschlaf nur ~5 µA
ESP32-P42× RISC-V + LP-Kern
400 MHz
768 KB
Kein Funk
Kein Funk
802.15.4: Nein
55 GPIOs
OTG 2.0 HS (480 Mbps)
MIPI CSI/DSI, H.264-Encoder, Ethernet 10/100
ESP32-E222× RISC-V
500 MHz
Reiner RCP
Wi-Fi 6E (2,4/5/6 GHz)
BT 5.4 (Classic + BLE)
802.15.4: Ja
41 GPIOs
PCIe, SDIO, USB-OTG FS
Tri-Band Funk-Coprozessor (inkl. 6 GHz)

4. Entwicklungsboards im Vergleich

Was nützt der tollste Chip, wenn man ihn nicht anstöpseln kann? Nacktes Silizium im QFN-Gehäuse ist auf dem Schreibtisch etwa so handzahm wie ein nasses Stück Seife. Wir brauchen Entwicklungsboards mit USB-Buchse, Spannungsregler, Tastern und Stiftleisten.

Im Online-Shop erlebt man dann sein blaues Wunder, ich spreche aus Erfahrung (siehe oben): Dutzende Hersteller, hunderte Formfaktoren, kryptische Produktnamen. Wir sortieren erst die Referenzboards von Espressif und dann drei Gruppen von Drittanbietern, danach folgen eine Vergleichstabelle und ein Blick aufs Steckbrett.

4.1. Referenzboards von Espressif

Espressif baut zu jedem SoC ein eigenes Referenzboard. Designpreise gewinnen diese Platinen selten, aber sie sind das offizielle Arbeitspferd für Datenblätter und SDKs.

  • ESP32-DevKitC (V4): das Urgestein mit dem klassischen WROOM-32-Modul, 4 MB Flash, 34 GPIOs und Micro-USB-Buchse (über einen USB-UART-Wandler wie CP2102). Extrem günstig, vielfach erprobt und Grundlage unzähliger Tutorials. Auf Standard-Steckbrettern verdeckt es gern sämtliche Lochreihen (Abschnitt 4.6).
  • ESP32-S3-DevKitC-1: das Standardwerkzeug für KI- und Display-Bastler mit 44 Pins an den Stiftleisten, Flash bis 16 MB und bis zu 8 MB Octal-PSRAM (N8R8). Erkennungszeichen sind zwei USB-C-Buchsen nebeneinander, eine für die native USB-OTG/JTAG-Schnittstelle, eine über den klassischen seriellen Wandler.
  • ESP32-C3-DevKitM-1 und C6-DevKitC-1: die RISC-V-Referenzen. Das C3-Board ist sehr kompakt (DevKitM) und führt 22 GPIOs heraus. Das C6-DevKitC-1 ist die offizielle Matter-Entwicklungsplattform für Wi-Fi 6 und 802.15.4 (Thread/Zigbee), ebenfalls mit zwei USB-C-Buchsen und einer RGB-Status-LED.
  • ESP32-H2-DevKitM-1: das Referenzbrett für alle, die WLAN nicht brauchen und Thread/Zigbee lieben. Schlank, sparsam, 19 GPIOs.
  • ESP32-P4-Function-EV-Board: der Gigant unter den Testboards. Weil der P4 (zwei RISC-V-Kerne bis 400 MHz) Video in H.264 kodieren kann, hat das Board MIPI-CSI für Kameras, MIPI-DSI für Touchscreens, einen Audioverstärker (3 W), Mikrofone, Ethernet und, man staune, einen huckepack aufgelöteten ESP32-C6 als Funkmodem.

4.2. Allzweck-Boards

Hier liegen die Kandidaten, die man aus der Schublade zieht, wenn eine neue Projektidee im Kopf herumspukt.

  • Arduino Nano ESP32: ein kluger Schachzug für alle mit Kisten voller Arduino-Nano-Zubehör. Arduino hat ein ESP32-S3-Modul mit 16 MB Flash und 8 MB PSRAM in das Pinout des alten 8-Bit-Nano gepresst. Das Board läuft in der Arduino IDE (mit eigenem Board-Manager) und versteht wahlweise auch MicroPython.
  • Adafruit ESP32-S3 Feather: der Standard für mobile Experimente, mit eingebauter LiPo-Ladeschaltung samt JST-Buchse und STEMMA-QT-Anschluss (kompatibel mit SparkFun Qwiic). Sensoren lassen sich so per I2C ohne einen Tropfen Lötzinn zusammenstecken. I2C habe ich zwar schon oft selbst verdrahtet, aber Stecken statt Löten hat seinen Reiz.
  • SparkFun Thing Plus ESP32-S3: der direkte Gegenspieler des Feather, ebenfalls mit LiPo-Lader, Akkuspannungsüberwachung und Qwiic-Buchse, als Bonus mit microSD-Kartenslot auf der Platine. Ideal für Datenlogger.

4.3. Kompakte Boards

Soll das Projekt nicht die Größe eines Ziegelsteins haben, sondern unauffällig in einem Gehäuse oder Wearable verschwinden, schlägt die Stunde der Daumennagel-Klasse.

  • Seeed Studio XIAO (S3, C3, C6, C5): gerade einmal 21 × 17,8 mm groß. Seeed bietet praktisch die gesamte ESP32-Familie im gleichen Pinout an. Dank halbierter Durchkontaktierungen steckst du einen XIAO mit Stiftleisten ins Steckbrett oder lötest ihn wie ein SMD-Bauteil flach auf eine eigene Trägerplatine. Der XIAO ESP32-S3 ist ein kleiner Dual-Core-Riese mit 8 MB Flash, 8 MB PSRAM und Anschluss für eine externe Kamera oder Antenne. Der XIAO ESP32-C6 bringt Matter und Zigbee auf Daumennagelgröße, und der XIAO ESP32-C5 ist ein XIAO mit Dual-Band Wi-Fi 6.
  • Adafruit QT Py (C3 / S3): Adafruits Antwort auf den XIAO, pinkompatibel zu ihm, dazu eine programmierbare NeoPixel-RGB-LED und eine STEMMA-QT-Buchse.
  • ESP32-C3 Supermini: der heimliche König der asiatischen Schnäppchenmärkte. Kostet oft weniger als eine Tasse Kaffee, hat einen USB-C-Port und reicht mit seinen 11–13 herausgeführten Pins für 90 % aller einfachen IoT-Schaltaufgaben.

4.4. Boards mit Display, Audio und Kamera

Warum Flachbandkabel anlöten und Display-Treiber im Nebel konfigurieren, wenn Hersteller Bildschirm und Kamera gleich mit auf die Platine packen?

  • LilyGo T-Display S3: ein Liebling für grafische Oberflächen mit LVGL, mit 1,9-Zoll-IPS-Display, ESP32-S3 (16 MB Flash, 8 MB PSRAM) und zwei programmierbaren Tastern. Dank großer Community auf GitHub gibt es für fast jedes Sensor-Dashboard fertigen Beispielcode.
  • Waveshare ESP32-S3 2-Inch Touch LCD: ein Mini-Smartphone für Bastler. Neben dem kapazitiven IPS-Touchscreen hat es eine 6-Achsen-IMU (einen Lagesensor, der die Anzeige wie beim Handy dreht), LiPo-Ladeschaltung, microSD-Slot und Anschlüsse für eine Kamera.
  • ESP32-CAM (AI-Thinker): das Kultmodell. Für unter 10 Euro gibt es ein Modul mit OV2640-Kamera (2 MP) und microSD-Kartenslot. Einen eigenen USB-Port hat es nicht, zum Flashen brauchst du einen externen USB-UART-Adapter (z. B. FTDI) oder das passende Aufsteck-Shield. Kamera und SD-Karte belegen fast alle internen Leitungen, freie GPIOs bleiben kaum übrig.
  • ESP32-S3-BOX-3: Espressifs eigenes Gerät für Edge-KI und Sprachsteuerung. Ein fertiges Gehäuse mit Touchscreen, zwei Mikrofonen mit Richtwirkung (Beamforming) und Lautsprecher; optional gibt es ein Dock mit 18650-Akkuhalter. Mit Espressifs ESP-SR wird daraus ein komplett lokaler, datenschutzfreundlicher Sprachassistent für Home Assistant.
  • Waveshare ESP32-P4-NANO: für alles, wofür ein S3 nicht mehr reicht. Mit dem funklosen 400-MHz-P4, 32 MB PSRAM, 16 MB Flash, Ethernet mit 10/100 Mbit/s (optional mit PoE), MIPI-Anschlüssen und einem eingebauten ESP32-C6-Coprozessor für Wi-Fi 6 und Zigbee.

4.5. Vergleichstabelle

Die wichtigsten Boards mit SoC und Ausstattung nebeneinander:

Board (SoC)Flash / PSRAMFunkMerkmaleFormfaktor und Zweck
Espressif DevKitC V4
ESP32 (klassisch)
4 MB / –Wi-Fi 4, BT Classic/BLE34 GPIOs, Micro-USB, 2× DACStandard-Entwicklungsboard; Günstiger Allrounder
Arduino Nano ESP32
ESP32-S3
16 MB / 8 MBWi-Fi 4, BLE 5.0USB-C (nativ), 24 Pins Nano-LayoutArduino Nano; Steckbrett & Bildung
Seeed XIAO ESP32-S3
ESP32-S3
8 MB / 8 MBWi-Fi 4, BLE 5.0Kamera-Port, U.FL-Buchse, halbierte DurchkontaktierungenXIAO (21 × 17,8 mm); Wearables & Kameras
Espressif S3-DevKitC-1
ESP32-S3
8–16 MB / 0–8 MBWi-Fi 4, BLE 5.044 Pins, 2× USB-C, RGB-LEDStandard-Entwicklungsboard; KI & Peripherie-Prototyping
Adafruit Feather S3
ESP32-S3
4 MB / 2 MB (oder 8 MB / –)Wi-Fi 4, BLE 5.0LiPo-Lader, STEMMA QT, NeoPixelAdafruit Feather; Akkubetrieb & Sensoren
LilyGo T-Display S3
ESP32-S3
16 MB / 8 MBWi-Fi 4, BLE 5.01,9″ IPS LCD, 2× User-ButtonsDisplay-Modul; GUIs mit LVGL
Waveshare Touch LCD 2″
ESP32-S3
16 MB / 8 MBWi-Fi 4, BLE 5.02″ Touchscreen, IMU, SD-Slot, LiPo-LaderStandalone HMI; Handheld-Terminals
ESP32-CAM (AI-Thinker)
ESP32 (klassisch)
4 MB / 4 MB (PSRAM)Wi-Fi 4, BLE/BTOV2640-Kamera (2 MP), microSD, Kein USBKamera-Modul; Billige Streaming-Cams
Seeed XIAO ESP32-C3
ESP32-C3
4 MB / –Wi-Fi 4, BLE 5.0Ultra-günstig, 11 Pins, USB-CXIAO; ESP8266-Ersatz & Einsteiger
Espressif C6-DevKitC-1
ESP32-C6
8 MB / –Wi-Fi 6, BLE 5.3, Thread, ZigbeeMatter-fähig, 2× USB-C, 30 GPIOsStandard-Entwicklungsboard; Smart-Home-Zentralen
Seeed XIAO ESP32-C5
ESP32-C5
8 MB / 8 MBDual-Band Wi-Fi 6 (2,4 & 5 GHz), 802.15.4XIAO mit Dual-Band Wi-Fi 6, MatterXIAO; Dichte Funknetze & Gateways
DFRobot FireBeetle 2 C5
ESP32-C5
4 MB / –Dual-Band Wi-Fi 6, Thread, BLE 5.0LiPo-Lader, GDI-Display-Port, viele PinsFireBeetle; Batteriebetriebenes Smart Home
Espressif H2-DevKitM-1
ESP32-H2
4 MB / –Kein WLAN, BLE 5.3, Thread, ZigbeeUltra-Low-Power, 2× USB-CMini-Entwicklungsboard; Batterie-Sensoren (Knopfzelle)
ESP32-S3-BOX-3
ESP32-S3
16 MB / 16 MBWi-Fi 4, BLE 5.02,4″ Touch-LCD, Dual-Mikrofon, SpeakerKomplettgerät; Lokale Sprachsteuerung
Waveshare P4-NANO
ESP32-P4 + C6
16 MB / 32 MBWi-Fi 6 & BLE via C6, Ethernet 10/100 (PoE optional)400 MHz Dual-Core, MIPI CSI/DSI, H.264High-End-Entwicklungsboard; Industrie-HMI & Video

4.6. Boards auf dem Steckbrett

Auf dem Steckbrett gilt ein ungeschriebenes Gesetz: Je mehr Pins ein Board herausführt, desto frustrierter ist der Bastler.

Auf dem Steckbrett verdeckt ein breites Entwicklungsboard alle Lochreihen, ein schmales Board lässt Platz für Drahtbrücken und Sensoren

Ein breites Entwicklungsboard, etwa ein klassisches 38-Pin-Board, blockiert auf einem Standard-Steckbrett sämtliche Reihen. Kompakte Bauformen wie der Arduino Nano ESP32, die Adafruit Feather oder die Seeed XIAO lassen dagegen Platz für Jumper-Kabel, Pull-up-Widerstände und Sensoren, ebenso schlanke Layouts wie das DevKitM. Wer beim breiten Board bleibt, steckt die Drahtbrücken vorher darunter oder setzt zwei Steckbretter nebeneinander.

5. Software und Werkzeuge

Das Board ist ausgepackt, die Power-LED leuchtet friedlich, und dann kommt die entscheidende Frage: Womit bekomme ich meinen Code eigentlich auf das Ding? Die ESP32-Familie hat dafür eine Auswahl, die begeistert und gelegentlich überfordert. Sie reicht von hardwarenaher C-Programmierung bis zum Installer im Browser. Wir arbeiten uns von unten nach oben durch die Schichten.

5.1. ESP-IDF

Das ESP-IDF ist das offizielle Framework von Espressif und steht unter der Apache-2.0-Lizenz. Wer professionelle Produkte entwickelt oder das letzte Quäntchen Leistung und Speicher aus dem Silizium holen will, landet hier.

Im Kern setzt es auf FreeRTOS. Das bedeutet echtes Multitasking mit Task-Scheduling, Semaphoren und Queues sowie eine strikte Trennung zwischen den zeitkritischen Funk-Stacks (WLAN/Bluetooth) und der Anwendungslogik. Gebaut wird mit CMake und Ninja, konfiguriert über das Konsolenmenü idf.py menuconfig, und debuggt wird per Hardware-JTAG mit GDB und OpenOCD. Geklickt wird hier wenig.

Lieben kann man das ESP-IDF für den vollständigen Hardware-Zugriff: Alle Register, die Feinheiten des Tiefschlafs, die Hardware-Kryptografie und Spezialfunktionen wie die Vektorerweiterungen des S3 oder die MIPI-Treiber des P4 stehen ab dem ersten Tag zur Verfügung. Fürchten kann man es für die Lernkurve. Wer aus der Arduino-Welt kommt, wird von der Detailtiefe anfangs überrollt; allein Partitionstabelle und Konfigurationsmenü bieten hunderte Stellschrauben.

5.2. Arduino IDE und PlatformIO

Die meisten Hobby- und Prototypenprojekte laufen nicht im nackten ESP-IDF, sondern mit dem Arduino-Core für ESP32 (arduino-esp32). Aus dieser Ecke komme auch ich mit meiner C++-Erfahrung auf Mikrocontrollern.

5.2.1. Einbindung in die Arduino IDE 2.x

Damit die Arduino IDE die Chips überhaupt kennt, trägst du in den Voreinstellungen unter Zusätzliche Boardverwalter-URLs den offiziellen JSON-Index von Espressif ein:

https://espressif.github.io/arduino-esp32/package_esp32_index.json

Danach installierst du im Board-Manager das Paket ESP32 by Espressif Systems. Ein typischer Stolperstein ist der Generationswechsel:

Arduino-Core v2.xArduino-Core v3.x
BasisIDF 4.4.xIDF 5.x
EinordnungStabil für klassische ESP32, S2, S3, C3Nötig für C6, H2, C5; Breaking Changes in APIs!

Neue Chips wie der ESP32-C6 oder C5 setzen modernere ESP-IDF-Versionen voraus (z. B. IDF v5.x). Mit dem Sprung auf den Arduino-Core v3.x kamen deshalb etliche Breaking Changes, etwa bei der Zuweisung analoger Pins oder beim Umgang mit den LEDC-PWM-Timern, über die älterer Code stolpern kann. Aktuell ist Version 3.3 auf Basis von ESP-IDF 5.5; Version 4.0 mit ESP-IDF 6.1 steht als Vorabversion bereit (Stand: November 2026).

Noch eine Arduino-Tücke: Dass das Funkteil eines ESP32-C6 oder H2 Zigbee und Thread beherrscht, heißt nicht, dass dafür sofort bequeme Arduino-Bibliotheken bereitstehen. Der Arduino-Support hinkt den Fähigkeiten im IDF oft Monate hinterher.

5.2.2. PlatformIO in VS Code

Wer mehr als 500 Zeilen Code schreibt und den Überblick über seine Bibliotheken behalten will, landet meist bei PlatformIO. Es verwaltet die Versionen der Bibliotheken automatisch, kompiliert über die platformio.ini sauber für mehrere Zielboards und bietet eine ordentliche Code-Vervollständigung. Dabei kannst du wahlweise mit dem vertrauten Arduino-Framework oder direkt mit dem ESP-IDF arbeiten.

5.3. MicroPython und CircuitPython

Warum C++ kompilieren, wenn man Code auch Zeile für Zeile interpretieren kann? Für Schulen, Unterricht oder schnelle Hardwaretests bieten sich die Python-Varianten an.

MicroPython bringt eine interaktive Konsole (REPL) über das USB-Kabel auf den Rechner. Du tippst einen Befehl ein, und der ESP führt ihn sofort aus:

>>> import machine
>>> led = machine.Pin(8, machine.Pin.OUT)
>>> led.value(1)  # Klick! Und die LED leuchtet sofort.

Bei CircuitPython von Adafruit meldet sich der ESP beim Anstecken wie ein USB-Stick als Wechsellaufwerk. Du bearbeitest die Datei code.py mit einem einfachen Texteditor, und sobald du speicherst, startet das Board neu und führt den geänderten Code aus.

Der Preis dafür: Python braucht eine Laufzeitumgebung im RAM und ist langsamer und speicherhungriger als kompilierter C-Code. Für komplexe Vektor-KI, schnelle Signalverarbeitung oder ausgefeilte Stromsparkniffe ist es nicht die erste Wahl.

5.4. Fertige Firmware ohne Programmieren

Für viele Standardaufgaben muss man heute überhaupt keinen Code mehr schreiben. Drei Projekte haben das im Maker-Bereich groß gemacht.

5.4.1. ESPHome

ESPHome arbeitet mit YAML-Konfigurationsdateien und ist eng mit Home Assistant verzahnt. Du beschreibst in lesbarem Text, an welchen Pins Sensoren (BME280, PIR, mmWave) oder Relais hängen. ESPHome erzeugt daraus die Firmware, flasht sie auf das Board und bindet das Gerät automatisch in Home Assistant ein. Neben dem klassischen ESP32 unterstützt es inzwischen auch RISC-V-Varianten wie C3, C6, C5 und sogar den H2.

5.4.2. WLED

Wer adressierbare LED-Streifen wie WS2812B (NeoPixel) oder SK6812 ansteuern will, schreibt dafür keinen eigenen Code mehr. WLED wird als fertige Firmware aufgespielt und bringt sofort ein Webinterface mit hunderten Lichteffekten, Farbübergängen, Segmenten und Reaktion auf Musik mit.

5.4.3. Tasmota

Tasmota ist der Klassiker für smarte Relais, schaltbare Zwischenstecker und Energiemesser. Robust, über ein lokales Webinterface konfigurierbar und gut für die Einbindung per MQTT.

5.5. Flashen im Browser

Früher hieß Flashen: Treiber installieren, Python-Skripte einrichten und mit fehlerhaften COM-Port-Treibern ringen. Dank der WebSerial API können Chromium-basierte Browser (Chrome, Edge) heute direkt mit dem USB-Port des ESP32 sprechen.

  • ESPConnect: ein Werkzeugkasten im Browser. Webseite öffnen, Board wählen, und du kannst Firmware flashen, das Dateisystem (LittleFS/SPIFFS) verwalten, serielle Logs lesen und komplette Speicher-Backups ziehen, ohne lokal etwas zu installieren.
  • Espressif Zerocode: Espressifs cloudbasierte Lösung für Hersteller und Entwickler. Standard-Hardware wie Matter-over-Wi-Fi- oder Matter-over-Thread-Geräte lässt sich damit ohne eigenen Code im Browser konfigurieren und für Apple Home, Google Home oder Home Assistant startklar flashen.
  • Web-Installer für ESPHome und WLED: Beide Projekte haben offizielle Installationsseiten (web.esphome.io bzw. install.wled.me). Board anstöpseln, im Browser auf Install klicken, und zwei Minuten später hältst du ein fertiges Smart-Home-Gerät in der Hand.

5.6. Werkzeuge im Vergleich

Alle Werkzeuge im direkten Vergleich:

Werkzeug / FrameworkTypischer AnwenderProgrammiersprache / FormatDebugging-TiefeHardware-Support bei Chip-Neuvorstellungen
ESP-IDFProfis, Industrie, PerfektionistenC / C++ (FreeRTOS)Maximal (JTAG, GDB, Core Dumps)Tag 1 (Offizielle Espressif-Referenz)
PlatformIOFortgeschrittene EntwicklerC++ (Arduino oder IDF)Sehr gut (via GDB/JTAG)Schnell (folgt dem Arduino-Core/IDF)
Arduino IDEEinsteiger, Maker, PrototypingC++ (Arduino-Dialekt)Basis (Serial Monitor)Gut (kann bei Nischenfeatures hinterherhinken)
MicroPythonBildung, Skripter, DatenloggerPythonInteraktiv (REPL Konsole)Solide für Standardchips (S3, C3, Classic)
ESPHomeSmart-Home-Bastler (Home Assistant)YAML-KonfigurationLog-Streaming über WLAN / USBSehr dynamisch durch aktive Community
WLED / TasmotaPlug & Play für Licht & SteckdosenFertige Binär-FirmwareWeb-UI / MQTT-LogsBreit für Standard-WLAN-Varianten
ESPConnect (Web)Wartung, Schnelle Flasher, BackupsBrowser (WebSerial)Web-KonsoleUniversell für alle USB-fähigen ESPs

6. Auswahlhilfe und Praxisfallen

Der Lötkolben ist heiß, der Warenkorb voll, und die Frage bleibt: Welcher der 14 Chips passt zum Vorhaben? Wer blind zum billigsten oder teuersten Board greift, bastelt am Bedarf vorbei. Wir fassen deshalb Funk, Rechenleistung und Stromverbrauch in Entscheidungsbäume, sammeln die Fallen, die schon manchem Bastler schlaflose Nächte beschert haben, und enden mit einer Entscheidungstabelle.

6.1. Auswahl nach Funk

Der Funk ist fast immer das erste und härteste Ausschlusskriterium. Hat der Chip das gewünschte Protokoll nicht in Hardware, hilft auch kein noch so genialer Software-Trick.

6.1.1. Bluetooth Classic

Braucht dein Projekt Audio-Streaming über A2DP oder eine Verbindung zu sehr alten Bluetooth-Geräten, bleiben der klassische ESP32 (2016) und der neue ESP32-S31, der seit Juli 2026 lieferbar ist. Der E22 beherrscht Bluetooth Classic zwar auch, aber nur als Funk-Coprozessor für einen anderen Prozessor. Der ESP32-S3 und die gesamte C-Serie können dagegen ausschließlich BLE. Wer auf einem S3 oder C3 ein Bluetooth-Headset als Lautsprecher ansteuern will, wird bitter enttäuscht.

6.1.2. Matter, Thread und Zigbee

Soll der Knoten direkt in ein modernes Mesh-Netz, nimmst du mit Wi-Fi 6 den ESP32-C6, für Dual-Band den C5. Für Gateways mit Ethernet kommt inzwischen auch der S31 infrage. Ohne WLAN, also als reinen Batterie-Endpunkt, sind der ESP32-H2 oder H4 die richtige Wahl. Sie verzichten bewusst auf die stromhungrige WLAN-Endstufe und arbeiten als ausdauernde Zigbee- oder Thread-Knoten.

6.1.3. 2,4 oder 5 GHz

Steht der Sensor in einer dicht besiedelten Umgebung wie einem Mietshauskomplex, auf einer Messe oder in einer Industriehalle, wo das 2,4-GHz-Band hoffnungslos überfüllt ist? Dann gibt es in der Familie genau einen Mikrocontroller für das 5-GHz-Band: den ESP32-C5 mit Dual-Band Wi-Fi 6.

6.2. Auswahl nach Rechenleistung

Ist der Funk geklärt, entscheidet die Rechenleistung, ob das Projekt flüssig läuft oder am Speicher verhungert.

Wer Sprachbefehle offline erkennen (ESP-SR) oder Gesichter klassifizieren will, greift zum ESP32-S3. Seine Vektorerweiterungen (PIE/SIMD) beschleunigen neuronale Netze deutlich gegenüber Standardkernen.

Kleine SPI-OLEDs schafft jeder Chip. Sobald es ein farbiges Touch-Display ab 320×240 Pixeln mit LVGL wird, brauchst du PSRAM für die Framebuffer, am besten auf einem ESP32-S3-Modul mit PSRAM (z. B. N16R8) oder auf spezialisierten Boards wie dem LilyGo T-Display S3 oder dem Waveshare Touch LCD.

Für Bildverarbeitung und Bedienterminals in der Industrie, also 1080p-Kamerabilder verarbeiten, in H.264 kodieren und per MIPI ansteuern, nimmst du das funklose Rechenmonster ESP32-P4. Dafür akzeptierst du, dass für das Netzwerk ein Coprozessor wie der C6 danebensitzen muss.

6.3. Auswahl nach Stromverbrauch

Ein Klassiker im Bastelalltag: Ein Feuchtigkeitssensor fürs Blumenbeet wird euphorisch an drei AA-Batterien gehängt und ist nach vier Tagen mausetot.

6.3.1. Drei Regeln für den Batteriebetrieb

  1. Der LDO auf dem Board: Das sparsamste Modul nützt nichts auf einem billigen Standard-Entwicklungsboard. Spannungsregler (LDO) und USB-UART-Wandler ziehen dort im Leerlauf gern dauerhaft 10 bis 25 mA aus der Batterie, auch wenn die CPU tief schläft. Für echten Akkubetrieb nimmst du nackte Module oder Boards mit optimierten Reglern wie Adafruit Feather oder FireBeetle.
  2. Target Wake Time (TWT): Brauchst du im Batteriebetrieb unbedingt WLAN, wähle einen Chip mit Wi-Fi 6 (ESP32-C6 oder C5). Mit TWT vereinbart der Chip feste Aufwachfenster mit dem Router und spart viel Energie gegenüber dem ständigen Wachbleiben unter Wi-Fi 4.
  3. Funkverzicht bei Knopfzellen: Soll ein Sensor mit einer CR2032-Zelle jahrelang laufen, scheidet WLAN aus. Dann gehört ein ESP32-H2 hinein oder der noch sparsamere H21 mit ca. 5 µA im Tiefschlaf.

6.4. Praxisfallen

Zum Schluss die Sackgassen im Kaninchenbau, über die regelmäßig auch erfahrene Bastler stolpern. Man betritt jede davon am liebsten nur einmal.

6.4.1. Fehlender DAC

Du willst ein analoges Audiosignal erzeugen und suchst in der Dokumentation den Digital-Analog-Wandler? Nur der klassische ESP32 und der ESP32-S2 haben zwei echte 8-Bit-DACs. Bei allen neueren Chips (S3, C-Serie, H-Serie) wurde der interne DAC ersatzlos gestrichen. Für Audio brauchst du dann ein I2S-DAC-Breakout wie MAX98357A oder PCM5102, oder du behilfst dich mit hochfrequentem PWM (LEDC).

6.4.2. Strapping-Pins

Du schließt einen Taster, ein Relais oder einen Pull-down-Widerstand an einen freien Pin an, und plötzlich bootet das Board nicht mehr oder bleibt im Programmiermodus hängen. Schuld sind die Strapping-Pins, beim klassischen ESP32 z. B. GPIO 0, 2, 5, 12 und 15. Der Bootloader liest ihren Pegel genau im Moment des Einschaltens und entscheidet daran, ob er die Firmware startet oder in den seriellen Flash-Modus wechselt. Beschalte Strapping-Pins deshalb nie mit festen externen Pegeln, die den Startzustand kippen könnten.

6.4.3. ADC2 und WLAN

Ein analoger Sensor liefert saubere Werte, bis WiFi.begin() aufgerufen wird. Danach kommen nur noch wirre Werte, oder der Pin friert ein. Beim klassischen ESP32 teilen sich der ADC2 (Kanäle an GPIO 0, 2, 4, 12–15, 25–27) und der WLAN-Treiber dieselbe Hardware. Sobald WLAN aktiv ist, ist ADC2 für eigenen Code tabu. Schließ analoge Sensoren beim klassischen ESP32 deshalb nur an ADC1 (GPIO 32 bis 39) an.

6.4.4. Die „Input-Only“-Pins

Eine Status-LED an GPIO 34, und digitalWrite(34, HIGH) bewirkt rein gar nichts? Die Pins GPIO 34, 35, 36 (VP) und 39 (VN) sind beim klassischen ESP32 reine Eingänge (Input Only). Sie haben weder interne Pull-up- oder Pull-down-Widerstände noch Ausgangstreiber.

6.4.5. Der P4 hat keinen Funk

Wer den 400-MHz-Chip ESP32-P4 im Glauben bestellt, das ultimative WLAN-Board gekauft zu haben, erlebt eine Ernüchterung: Der P4 hat keinerlei Funkhardware. Vernetzen lässt er sich per Ethernet oder auf einem Entwicklungsboard mit separatem Funk-Coprozessor wie dem ESP32-C6.

6.4.6. USB CDC on Boot

Moderne Boards mit nativem USB (etwa mit ESP32-S3 oder C3) haben oft keinen separaten USB-UART-Wandler mehr. Das spart Kosten, führt aber zu einem merkwürdigen Effekt: Der Code wird fehlerfrei hochgeladen, doch der serielle Monitor bleibt stumm. Abhilfe schafft die Arduino IDE: Unter Werkzeuge → USB CDC On Boot muss „Enabled“ gewählt sein, damit der Chip die serielle Konsole über seinen internen USB-Controller ausgibt.

6.5. Entscheidungstabelle

Zum Schluss alle Empfehlungen in einer Tabelle:

Dein Projekt-SchwerpunktEmpfohlenes SoCWarum genau dieses?Typisches Board
Allerhöchste Budget-Sparsamkeit / ESP8266-ErsatzESP32-C3Kostet fast nichts, moderne RISC-V-Basis, natives USB-Serial, voll von ESPHome unterstützt.Seeed XIAO C3, C3 Supermini
Mobiles USB-Gadget (Tastatur, Maus, MIDI)ESP32-S2Kostengünstiges USB-OTG, massig GPIOs (43), interner DAC.Adafruit Feather S2, Saola-1
Edge-KI, Kameras, LVGL-Displays, SprachsteuerungESP32-S3 (mit PSRAM!)Dual-Core, SIMD-Vektorbeschleuniger, nativer USB, Kamera-/Display-Schnittstellen.Arduino Nano ESP32, LilyGo T-Display S3, S3-BOX-3
Zukunftssicheres Smart Home / Matter über ThreadESP32-C6Triple-Radio: Wi-Fi 6, BLE 5.3 und IEEE 802.15.4 (Matter/Zigbee) bei niedrigem Preis.Espressif C6-DevKitC-1, SparkFun Thing Plus C6
Dichte Funkumgebungen & störungsfreies WLANESP32-C5Einziger ESP32-Mikrocontroller mit Dual-Band Wi-Fi 6 (2,4 & 5 GHz) und Matter-Support.Seeed XIAO C5, DFRobot FireBeetle 2 C5
Batterie-Sensoren für Jahre (Knopfzelle, Zigbee/Thread)ESP32-H2 / H21Kein WLAN-Ballast, Tiefschlafströme von 5–7 µA, reiner Mesh-Endpunkt.Espressif H2-DevKitM-1
Legacy Bluetooth-Audio (A2DP Musik-Streaming)ESP32 (klassisch)Der verbreitetste Chip mit echtem Bluetooth Classic (neu auch der S31) und 2× DAC.Espressif DevKitC V4
Industrie-HMI, MIPI-Touchscreens, Video-EncodingESP32-P4 (+ Coprozessor)400 MHz Dual-Core RISC-V, Hardware-H.264, MIPI CSI/DSI, Ethernet, viel PSRAM.Waveshare P4-NANO, P4-Function-EV-Board

Ist der Kaninchenbau damit kartiert? Zumindest die Hauptgänge. Die Karte zeigt mir, wo ich nach Nachfolgern für meine ESP8266-Boards suchen muss und welche Seitengänge ich mir für später aufhebe. Ob sie auch im Gelände taugt, werden die nächsten Praxisprojekte zeigen, allen voran der CW-Trainer mit dem S3 und der Antennenrotor mit einem ESP32, die beide schon auf meiner Liste stehen. Bis dahin gilt: erst die Karte lesen, dann bestellen. Und falls doch mal ein Fehlkauf dabei ist, kostet der Irrtum meist nicht mehr als zwei Tassen Kaffee.


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