Holzbau

Zimmermann bin ich gelernt, und zwar schon lange genug, dass mein Gesellenbrief eher als Zeitdokument als Nachweis durchgeht. Trost spendet mir dabei der Gedanke, dass Holz mit den Jahren besser wird, warum sollte das bei mir anders sein.
Beruflich habe ich täglich mit Holz zu tun, und es klebt förmlich an mir, im wahrsten Sinne: an den Händen, im Kragen, gelegentlich sogar im Pausenbrot, wenn die Sägespäne mal wieder den kürzeren Weg genommen haben. Nur in den Haaren, die inzwischen eher eine Erinnerung als eine Frisur sind, finden sie keinen Halt mehr, ein Vorteil, den mir sonst niemand als solchen verkaufen könnte.
Was ich alles aus Holz baue
Ich baue alles, was man aus Holz bauen kann, und manches, was man lieber lassen sollte, einfach, weil’s Spaß macht. Zum Beispiel Carports in allen Größen und Formen, vom minimalistischen Unterstand bis zur fast schon wohnzimmertauglichen Luxusvariante. Dann wären da noch begehbare Kleiderschränke, bei denen man sich manchmal fragt, ob sie nicht eher ein Zimmer mit Schrank sind. Oder Hochbetten, die fast eine zusätzliche Etage bilden, ideal für Kinder, Gäste oder Erwachsene mit Höhenambitionen.
Dazu kommen kleine Möbelstücke: Regale, Schränkchen, Tische, Bänke, und alles, worauf oder worin man sitzen, liegen oder etwas abstellen kann. Auch Gartenlauben und Pergolen gehören zu meinem Repertoire, Orte, an denen man im Sommer gemütlich sitzt und sich im Winter fragt, warum man sie nicht isoliert hat.
Und in unserer Gartenanlage habe ich schon den einen oder anderen Zaun gesetzt, natürlich kesseldruckimprägniert, sonst hält das im Vogtland-Winter keine Saison. Immer schön gerade, zumindest bis der Nachbar misst. Dazu kommen Spielplatzgeräte, die mehr aushalten, als so mancher Erwachsener denkt.
Holz ist für mich mehr als nur ein Werkstoff. Es lebt, riecht, knackt, arbeitet und verzeiht, meistens jedenfalls. Und wenn mal was nicht passt, weiß ich: ein Zentimeter hier, ein Hammerschlag da, und schon passt es wieder … oder ich nenn’s einfach kreative Anpassung.