JTTY – Heirat von RTTY und FT8?
Der neue JTTY Tastatur-Digimode aus der WSJT-X-Werkstatt verspricht freies Tippen ohne Zeittakt und dazu die Fehlerkorrektur von FT8. Ich habe Protokoll, Einrichtung und Einsatzgebiete zusammengetragen und gehe der Frage nach, ob JTTY wirklich die Heirat von RTTY und FT8 ist, oder ob sie eher einen Ehevertrag braucht.

(Lesedauer: ca. 20 Minuten)
Kaum hatte ich FT8 und RTTY hier im Blog in ihre Einzelteile zerlegt, schob mir YouTube ein Vorschaubild unter die Nase. Darauf stand, in großen Buchstaben: „RTTY + FT8 = JTTY“. Wer gerade beide Betriebsarten auseinandergeschraubt hat, klickt da nicht weiter, der bleibt hängen. Von JTTY hatte ich bis dahin nie gehört. Also hieß es wieder einmal: schlaumachen. Und eine Frage ließ mich dabei nicht mehr los: Ist JTTY wirklich die Heirat von RTTY und FT8?
Gleich vorweg, damit niemand falsche Erwartungen hat: Ein JTTY-Signal habe ich noch nicht gesehen. Ich habe die vorgeschlagenen Frequenzen abgesucht, der Wasserfall blieb leer. Was du hier liest, ist also graue Theorie, zusammengetragen aus Ankündigungen, Praxisberichten und zwei unabhängigen Nachprogrammierungen des Protokolls. Wie schon beim RTTY-Artikel nehme ich dich auf meine Erkundung mit.
Wir klären zuerst, was JTTY ist und wer dahintersteckt, und stellen es neben seine Vorgänger von CW bis FT8. Dann schauen wir unter die Haube: vier Töne, ein Frame von knapp zwei Sekunden, Fehlerkorrektur und ein Decoder, der eine Station aus dem Signal herausrechnet. Danach geht es um Freitext und Makros, um die Einrichtung im Shack und um die Frage, wofür JTTY taugt. An jeder Station ziehen wir Bilanz: Was hat RTTY in diese Ehe mitgebracht, was FT8?
Wer gezielt springen will:
- 1. Was ist JTTY?
- 2. Tastatur-Digimodes im Vergleich
- 3. Die Technik unter der Haube
- 4. Freitext und Makros
- 5. Einrichtung und Betrieb
- 6. Wofür JTTY taugt
- 7. Wie es weitergeht
1. Was ist JTTY?

Bevor wir die Brautleute vorstellen, klären wir, wer da eigentlich geheiratet haben soll und warum.
1.1. Name und Einordnung
Funkamateure lieben Abkürzungen ungefähr so sehr wie das Antennenbauen im Regen. Bei JTTY verrät immerhin das „TTY“, wohin die Reise geht: zum klassischen RTTY (Radio Teletype), dem Funkfernschreiben. Technisch ist JTTY ein Tastatur-zu-Tastatur-Digimode (Keyboard-to-Keyboard). Zwei Menschen tippen sich gegenseitig Text zu, statt dass der Computer vorgefertigte Sequenzen im Sekundentakt abarbeitet.
1.2. Wer JTTY entwickelt hat
Hinter JTTY steckt die Werkstatt, aus der auch FT8 stammt: das WSJT-Entwicklerteam um den Physik-Nobelpreisträger Joe Taylor (K1JT). Angekündigt hat das Team das neue Protokoll im Juni 2026, am 23. September 2026 kam es mit der Vorabversion WSJT-X 3.2.0-rc1 auf die Bänder. Am 8. Oktober 2026 folgte WSJT-X 3.3.0-beta1 mit Verbesserungen am JTTY-Modus (Stand: Oktober 2026).
Wer lieber mit JTDX arbeitet, musste nicht lange warten: VU2CPL hat die Betriebsart in seine Variante JTDX-VU eingebaut (Abschnitt 5.1).
1.3. Zwischen FT8 und RTTY
Wozu noch eine Betriebsart, wo es doch FT8, FT4, CW und PSK31 gibt? Weil man auf der Kurzwelle bisher wählen musste. FT8 holt Signale aus dem Rauschen, die das menschliche Ohr längst abgeschrieben hat, macht den Funker aber zum Zuschauer: Rufzeichen anklicken, dem Rechner beim Abspulen zusehen. RTTY lässt dich frei tippen, nur zerfällt der Text in Zeichensalat, sobald das Signal im Rauschen versinkt.
JTTY will beides: die Signalverarbeitung und Fehlerkorrektur der WSJT-Familie, aber ohne deren Zeittakt, und dazu das direkte Tippgefühl von RTTY. Auf dem Papier klingt das schon sehr nach Ehe. Ob sie hält, sehen wir in den nächsten Kapiteln.
1.4. Senden ohne Uhrzeit-Takt
Am deutlichsten sieht man den Unterschied zu FT8 und FT4 an der Uhr. FT8 zwingt uns in UTC-Zeitfenster von exakt 15 Sekunden. Weicht die Computeruhr im Portabelbetrieb ohne Internet oder GPS zu weit ab, decodiert nichts mehr.

JTTY ist dagegen asynchron, es kennt keine festen Perioden. Du fängst an zu tippen, wann du willst, und sendest, sobald du ein freies Plätzchen im Wasserfall siehst. Eine genaue Uhrzeit per NTP oder GPS braucht JTTY nicht. Diese Freiheit hat ihren Preis, und den kennt jeder RTTY-Funker: Ohne feste Sendefenster muss man vor dem Senden wieder hinhören und den Wasserfall beobachten (Abschnitt 5.5.1).
2. Tastatur-Digimodes im Vergleich

Um zu beurteilen, ob die Ehe passt, sollte man die Familien kennen. Wir schauen uns erst an, was die Kurzwelle mit digitalen Signalen anstellt, und dann, wie CW, RTTY, PSK31, MT63, Olivia und FT8 damit umgehen. Jede dieser Betriebsarten hat einen Kompromiss geschlossen, und genau diese Kompromisse will JTTY auflösen.
2.1. Was die Kurzwelle mit Signalen anstellt
Das Rauschen der Atmosphäre ist nur das eine Problem. Die Ionosphäre hat für digitale Signale noch mehr Gemeinheiten auf Lager:
- Mehrwegeausbreitung (Multipath Delay Spread): Ein Signal erreicht den Empfänger selten auf nur einem Weg. Ein Teil wird an der niedrigeren E-Schicht reflektiert, ein anderer erst an der F2-Schicht gebrochen. Der längere Weg kommt einige Millisekunden später an. Unter gestörten Bedingungen, etwa bei NVIS auf 80 m (steil abgestrahlte Wellen für den Nahbereich, engl. Near-Vertical Incidence Skywave), sind das etwa 2 bis 3 Millisekunden.
- Intersymbol-Interferenz (ISI): Das verspätete Echo des vorherigen Bits trifft zeitgleich mit dem aktuellen Bit ein. Die Zustände verschwimmen, und der Empfänger sieht Zeichensalat.
- Doppler-Spreizung und Phasenrotation: Die Plasmaschichten in Hunderten Kilometern Höhe steigen, fallen und wabern ständig. Das verschiebt die Frequenz des reflektierten Signals ein wenig (Doppler-Spreizung) und verdreht laufend seine Phasenlage.
2.2. CW: das Gehirn als Decoder
Am Anfang steht die Telegrafie (Continuous Wave, CW): Träger an, Träger aus, und das Signal passt in ein Fenster von oft weniger als 50 Hz. Der Decoder sitzt zwischen den Ohren, was nach dreizehn Stunden Contest und dem vierten lauwarmen Kaffee zu Aussetzern führt. Ich weiß, wovon ich rede, wenn auch nur theoretisch: Mein eigener Decoder für Morsezeichen ist noch gar nicht installiert.
2.3. RTTY: der Opa
RTTY zog in den 1950er-Jahren in den Shack ein. Es überträgt den 5-Bit-Baudot-Code mit 45,45 Baud und springt dabei zwischen zwei Tönen (Mark und Space) im Abstand (Shift) von 170 Hz hin und her. Eine Fehlerkorrektur (Forward Error Correction, FEC) kennt RTTY nicht, jedes gestörte Bit wird geglaubt. Schon wenige Millisekunden Mehrwegeausbreitung lassen Mark- und Space-Ton ineinanderlaufen, und auf dem Schirm erscheint Zeichensalat. Wie der Opa im Detail tickt, steht in meinem RTTY-Artikel.
2.4. PSK31: schmal, aber phasenempfindlich
1998 brachte Peter Martinez (G3PLX) PSK31: Phasenumtastung (Phase Shift Keying) auf einer einzigen Frequenz, nur rund 31 Hz breit, sodass rund zwanzig Stationen in einen SSB-Kanal passen. Ausgerechnet an der Phase aber dreht die Ionosphäre (Abschnitt 2.1). PSK31 läuft deshalb gut auf Wegen, die die Phase erhalten, und bricht ein, wo Polarflattern oder Mehrwegeausbreitung sie durcheinanderbringen.
2.5. MT63 und Olivia: robust, aber breit
MT63 und Olivia gingen ins andere Extrem und packten die Daten in reichlich Fehlerkorrektur. Selbst wenn die Hälfte des Signals im Rauschen absäuft, rechnet die Fehlerkorrektur (bei Olivia auf Basis sogenannter Walsh-Funktionen) die fehlenden Bits wieder heraus. Bezahlt wird mit Bandbreite: Olivia 32-1000 belegt bis zu 1000 Hz, fast die Hälfte eines SSB-Sprachkanals. Auf einem vollen Band ist das der Lkw auf dem Fahrradweg.
2.6. FT8 und FT4: empfindlich, aber im Takt
Mit FT8 (2017) und später FT4 setzte das WSJT-Team um Joe Taylor auf LDPC-Codes und Costas-Arrays und kam auf eine Empfindlichkeit von rund −21 dB SNR (bezogen auf 2500 Hz Bandbreite). Weltweite Verbindungen mit 5 Watt an der Dachrinne sind seitdem kein Anglerlatein mehr. Dafür müssen alle Uhren per NTP oder GPS auf etwa eine Sekunde genau laufen, gesendet wird im starren 15-Sekunden-Takt, und statt freiem Text tauschen die Rechner vollautomatisch Rufzeichen, Rapport und Locator aus. Wie FT8 das schafft, habe ich in meinem FT8-Artikel auseinandergenommen.
2.7. Die Betriebsarten im Überblick
Die Tabelle stellt die Kandidaten nebeneinander:
| Betriebsart | Modulation Bandbreite (ca.) | Betrieb | Empfindlichkeit (SNR in 2500 Hz) | Verhalten bei Schwund und Mehrwegeausbreitung |
|---|---|---|---|---|
| CW (Morsecode) | Unmodulierter Träger (OOK) ~50 Hz | asynchron Freitext (manuell) | Abhängig vom Gehirn | Hochgradig abhängig von der Ermüdung des Bedieners. |
| RTTY (Baudot) | 2-Ton-FSK (170 Hz Shift) ~250 Hz | asynchron Freitext (Echtzeit) | – | Empfindlich: ohne Fehlerkorrektur zerfällt der Text bei Mehrwegeausbreitung. |
| PSK31 | BPSK (31,25 Baud) 31 Hz | asynchron Freitext (Echtzeit) | – | Empfindlich: braucht phasentreue Wege, Polarflattern und Mehrwegeausbreitung stören. |
| Olivia 32-1000 | MFSK (32 Töne) 1000 Hz | asynchron Freitext (sehr langsam) | Sehr gut (~ −14 dB) | Extrem robust, aber enormer Spektrumbedarf (Bandbreiten-Fresser). |
| FT8 | 8-Ton-MFSK 50 Hz | synchron (strikt UTC, ±1 s) nur feste Makros | Exzellent (~ −21 dB) | Sehr robust, aber keinerlei freier Chat / reine Roboter-Kommunikation. |
| JTTY | 4-Ton-GFSK ~127 Hz | asynchron Freitext und Makros | nicht veröffentlicht (Stand: Oktober 2026) | Robust: CRC-12, Faltungscode und Signal-Subtraktion (Kapitel 3). |
Lies die Spalte „Betrieb“ von oben nach unten, dann siehst du die erste Hälfte der Antwort: Asynchron und mit Freitext, das ist RTTYs Seite der Familie. In der Spalte „Verhalten“ steht bei JTTY dagegen Fehlerkorrektur, und die stammt eindeutig aus der FT8-Verwandtschaft.
3. Die Technik unter der Haube

Jetzt wird es technisch, also Kaffee nachschenken. Wir gehen in vier Schritten vor: wie aus Bits Töne werden, wie ein Frame aufgebaut ist, wie JTTY Fehler erkennt und korrigiert und wie der Decoder zwei Stationen auf derselben Frequenz auseinanderhält. Die Physik hat das WSJT-Team dabei nicht außer Kraft gesetzt, es hat nur tief in die Werkzeugkiste der digitalen Signalverarbeitung gegriffen.
3.1. 4-Ton-GFSK: vier weiche Töne
JTTY sendet mit 4-Ton-GFSK (Gaussian Frequency Shift Keying). RTTY springt zwischen zwei Tönen, FT8 zwischen acht, JTTY nimmt vier. Jeder Ton steht damit für zwei Bit. Die Töne liegen 31,25 Hz auseinander, genau so weit, wie die Symbolrate von 31,25 Baud vorgibt.
Ein HF-Praktiker würde jetzt einwenden, dass harte Sprünge zwischen Tönen so dicht nebeneinander Splatter erzeugen. Stimmt. Wer Rechteckimpulse ungefiltert auf die Endstufe gibt, wird im Wasserfall zum Breitbandstörer. Deshalb das „G“: Ein Gauß-Filter rundet die Übergänge ab, bevor moduliert wird. In der Werkstatt hieße das: Kante brechen. Die Frequenz gleitet von Ton zu Ton, statt zu springen.

Das hat zwei Folgen. Erstens braucht ein JTTY-Signal nur rund 127 Hz, etwa halb so viel wie ein RTTY-Signal mit seinen rund 250 Hz. Zweitens bleibt die Hüllkurve konstant (Constant Envelope): Die Leistung schwankt nicht im Takt der Buchstaben, und die Endstufe muss nicht linear arbeiten. Die Kehrseite kennt der RTTY-Funker: Während eines Durchgangs läuft der Sender mit Dauerträger unter Volllast. Ein Durchgang ist allerdings auf höchstens 16 Frames begrenzt, also gut 30 Sekunden (Abschnitt 3.2).
3.2. Der 1,888-Sekunden-Frame
Wer tippt, haut unregelmäßig auf die Tasten. Ein Decoder für schwache Signale will aber ordentlich verpackte Blöcke. JTTY löst das mit Frames von 1,888 Sekunden: Die getippten Zeichen werden gesammelt und in diese Blöcke geschnürt. Ein Frame besteht aus 59 Tönen à 32 Millisekunden, davon 13 Synchronisationssymbole, an denen der Empfänger den Frame im Rauschen wiederfindet, und 46 Datensymbole. Eine Aussendung umfasst 1 bis 16 Frames.
Jeder Frame transportiert 34 Bit: ein 32-Bit-Nutzwort, ein Reservebit und ein Bit, das das Ende der Nachricht markiert. Das ist nicht viel, und gleich sehen wir, warum trotzdem flüssiger Text daraus wird.
3.3. Fehlererkennung und Fehlerkorrektur
Damit die 34 Bit den Weg durch die Ionosphäre überstehen, stellt JTTY ihnen zwei Leibwächter zur Seite.
Der erste ist die Prüfsumme CRC-12 (Cyclic Redundancy Check). Der Sender teilt den Datenblock durch ein festgelegtes Polynom, dasselbe wie beim WSJT-Modus Q65, und hängt den 12-Bit-Rest an. Aus 34 werden so 46 Bit. Der Empfänger rechnet nach, und stimmt die Division nicht, ist der Frame beschädigt. Aus dem FT8-Artikel kennst du diesen Türsteher schon, dort hieß er CRC-14.
Zu wissen, dass etwas kaputt ist, hilft im Live-Chat allerdings wenig, denn eine Rückfrage per Quittung gibt es bei JTTY nicht. Deshalb kommt ein Faltungscode (Convolutional Code) mit Rate 1/2 und Einflusslänge K = 10 dazu. Er macht aus den 46 Bit 92 Bit, verdoppelt sie also mit gezielter Redundanz. Je zwei Bit bestimmen einen der vier Töne (Gray-codiert, benachbarte Töne unterscheiden sich in nur einem Bit), und so entstehen die 46 Datensymbole des Frames.

Beim Empfang schlägt die Stunde des Viterbi-Algorithmus. Er sucht aus den empfangenen Tönen die wahrscheinlichste Bitfolge heraus und verfolgt dabei mehrere Kandidaten gleichzeitig (List-Viterbi). Auf den Bildschirm darf nur ein Kandidat, der am Türsteher vorbeikommt, also die CRC-Prüfung besteht. Ein verfälschter Frame wird verworfen, statt falsche Zeichen anzuzeigen.
3.4. Signal-Subtraktion: zwei Stationen, eine Frequenz
Jeder RTTY-Funker kennt das: Zwei Stationen senden fast auf derselben Frequenz, es jault, und beide Seiten lesen nur Salat. JTTY hat dafür die Signal-Subtraktion (engl. Successive Interference Cancellation, SIC). Weil WSJT-X das ganze NF-Spektrum digitalisiert, kann es überlagerte Signale rechnerisch trennen:
- Der Decoder nimmt sich zuerst die stärkere Station vor und decodiert ihren Frame dank der Fehlerkorrektur.
- Aus dem decodierten Text rechnet die Software rückwärts das NF-Signal aus, das dieser Sender erzeugt haben muss.
- Dieses Signal wird phasengenau vom Empfangsausschnitt abgezogen. Die laute Station verschwindet aus dem Puffer.
- Übrig bleibt das vorher verdeckte, schwächere Signal, und der Decoder nimmt es sich in einer zweiten Runde vor.

Mehr als zwei solcher Durchläufe macht WSJT-X nicht. Gegenseitiges Drübersenden (Doubling) wird damit trotzdem deutlich besser beherrschbar.
Ziehen wir Bilanz: Unter der Haube ist JTTY ein Kind der WSJT-Werkstatt. Synchronisationssymbole, CRC, Fehlerkorrektur und Signal-Subtraktion kennen wir aus FT8 und seinen Geschwistern, von RTTY steckt hier nichts drin. In der Technik hat FT8 eindeutig die Hosen an.
4. Freitext und Makros

Jetzt kommt RTTYs große Stunde. Wir schauen uns an, wie schnell JTTY mit Freitext ist und wie es im Contest mit Makros das Tempo verdoppelt.
4.1. Freitext mit 30 WPM
Wer jahrelang FT8 geklickt hat, sitzt vor dem JTTY-Eingabefeld und stellt erschrocken fest: Hier muss man tatsächlich selbst Wörter eingeben. Im Freitext tippst du, was du willst, ob über das Wetter am QTH, die neue Drahtantenne oder die Zusammensetzung des heimischen Kaffees.
Das Tempo liegt bei etwa 30 WPM (Words Per Minute, Wörter pro Minute). Woher die Zahl kommt, lässt sich nachrechnen. Ein Frame transportiert ein 32-Bit-Nutzwort. Freitext wird mit einem Alphabet aus 64 Zeichen kodiert, jedes Zeichen braucht also 6 Bit, und fünf Zeichen (30 Bit) passen in einen Frame. Fünf Zeichen in 1,888 Sekunden ergeben gut 26 Wörter pro Minute, die Entwickler sprechen von etwa 30 WPM.
Klingt im Zeitalter von Glasfaser lächerlich langsam. Wer aber wie ich im Shack mit zwei Fingern die Tasten sucht, kommt da ohnehin nicht hinterher. Und falls doch: Die Software sammelt alles Getippte in einem Sendepuffer, zerlegt es in die nächsten Frames und schickt es nacheinander raus, während du weitertippst.
4.2. Makros mit 60 WPM
Im Contest schreibt niemand Romane, da zählt jede Sekunde, und 30 WPM wären zu träge. Für diesen Fall gibt es den Makro-Betrieb mit strukturierten Nachrichten.
4.2.1. Rufzeichen als Zahl
Ein Rufzeichen Buchstabe für Buchstabe zu senden, wäre Bitverschwendung, denn Rufzeichen folgen einem festen Baukasten aus Präfix, Ziffer und Suffix. JTTY nutzt deshalb denselben Kniff wie FT8: Ein Standard-Rufzeichen wird in eine 28-Bit-Zahl gepackt. Der Sender schickt nur diese Zahl, der Empfänger rechnet daraus das Rufzeichen zurück. Daneben kennt JTTY eigene Formate für den Contest-Exchange und eine Handvoll fester Steuerphrasen.
4.2.2. Makro-Variablen
Bedient wird der Makro-Betrieb über die Funktionstasten F1 bis F8, in JTDX-VU über bis zu 24 Makro-Tasten. Die Makros arbeiten mit Variablen für das eigene Rufzeichen, das der Gegenstation, den Exchange aus Rapport und fortlaufender Contest-Nummer und die nächste Station in der Warteschlange. Die Übersicht steht in Anhang C.
4.2.3. Doppeltes Tempo

Wie viel das Packen bringt, zeigt ein Beispiel: Eine Contest-Meldung wie „W9XYZ 599 107“ bräuchte als Freitext drei Frames (13 Zeichen, fünf pro Frame). Als strukturierte Nachricht passt sie in zwei Frames, und „CQ CQ K1ABC CQ“ sogar in einen einzigen.
Damit verdoppelt sich der Durchsatz auf bis zu 60 WPM. Das ist das Tempo des klassischen RTTY mit 45,45 Baud, allerdings mit Fehlerkorrektur, die auch schwache Signale noch lesbar macht. Hier sieht man die Ehe besonders deutlich: Das Tempo und die F-Tasten-Bedienung stammen von RTTY, das Packen der Rufzeichen von FT8.
5. Einrichtung und Betrieb

Genug Theorie, jetzt kommt JTTY in den Shack. Wir installieren die Software, stolpern über die Frequenzliste, verkabeln den Transceiver und fahren ein erstes QSO, zumindest auf dem Papier. Die Installation dauert laut USKA-Praxistest kaum fünf Minuten, ein paar Eigenheiten hat JTTY aber trotzdem.
5.1. Software
JTTY ist kein Zusatzmodul für eine ältere WSJT-X-Installation. Du brauchst eine Vorabversion: JTTY kam mit WSJT-X 3.2.0-rc1, aktuell ist 3.3.0-beta1 (Stand: Oktober 2026). Installationspakete gibt es für Windows, macOS und Linux (x86_64, aarch64 und 32-Bit-armhf).
Wer lieber mit JTDX arbeitet, nimmt die von VU2CPL portierte Version JTDX-VU. Sie hat eine eigene Oberfläche für den Tastatur-Chat, 24 frei belegbare Makro-Buttons und einen Auto-CQ-Button direkt unter der Monitor-Schaltfläche.
5.2. Frequenzliste zurücksetzen
Das erste Fettnäpfchen wartet gleich nach der Installation. Wer vorher schon eine ältere WSJT-X-Version hatte, wählt im Menü Mode stolz JTTY aus, schaut auf die Band-Tasten und findet dort keine JTTY-Frequenzen. Abhilfe schafft ein einmaliger Handgriff:
- In der Menüleiste
File->Settingsöffnen (oder die TasteF2drücken). - Auf den Reiter Frequencies (Frequenzen) wechseln.
- Mit der rechten Maustaste irgendwo in die Tabelle der Arbeitsfrequenzen (Working Frequencies) klicken.
- Im Kontextmenü Reset wählen und die Sicherheitsabfrage mit Yes bestätigen.
Danach lädt die Software die JTTY-Dial-Frequenzen, zumindest die meisten davon. Achtung: Der Reset überschreibt auch Frequenzen, die du selbst eingetragen hast.
5.3. Transceiver und Audio
Bei der Hardware wird es entspannt, denn JTTY nutzt dieselben CAT- und Audio-Einstellungen wie FT8 oder FT4. CAT (Computer Aided Transceiver) ist die Steuerschnittstelle, über die die Software Frequenz, Betriebsart und Sendeumschaltung bedient.
- Betriebsart: Der Transceiver läuft in USB-Data (DATA-U, PKT-USB). Dann sind Mikrofonzweig und Sprach-Equalizer abgeschaltet, und das Audio geht linear über den USB-Codec.
- Pegel: Am NF-Eingangsindikator der Software sollte der Pegel im grünen Bereich liegen.
- Leistung: Eine offizielle Empfehlung gibt es nicht. Weil JTTY mit konstanter Hüllkurve sendet, steht die Endstufe während eines Durchgangs unter Volllast (Abschnitt 3.1). Die 50-%-Regel aus meinem RTTY-Artikel schadet deshalb auch hier nicht. Mein IC-705 bringt es dann auf 5 Watt, QRP-Funker sind Kummer gewohnt.
Transceiver mit eingebautem USB-Audio-Codec (Icom IC-7300MK2, IC-705, IC-7610, IC-7760; Yaesu FT-710, FTX-1 Optima/Field) brauchen nur ein USB-Kabel, die Soundkarte wird auf 16 Bit, 48000 Hz eingestellt. Die Xiegu X6100 und X6200 laufen ebenfalls direkt per USB, die älteren G90 und G106 brauchen das Interface Xiegu DE-19. FlexRadio-SDRs (FLEX-8000, Aurora) übergeben NF und CAT über die virtuellen DAX-Kanäle (Digital Audio Exchange) von SmartSDR, ganz ohne Kabelsalat. Für den Feldeinsatz gibt es All-in-One-Interfaces wie DIY599 LiNK500 / LiNK500MP mit GPS, Bluetooth und USB-Audio.
5.4. Frequenzen
Feste Zeitfenster gibt es nicht, also braucht es wenigstens feste Treffpunkte. Das WSJT-Team hat dafür Frequenzen vorgeschlagen und nennt sie selbst sehr vorläufig. Der wichtigste Treffpunkt liegt auf 20 Metern bei einer Dial-Frequenz von 14,090 MHz in USB, mitten in der Nachbarschaft der RTTY-Stationen. Das eigentliche Signal liegt um die eingestellte Audiofrequenz über der Dial-Frequenz. Alle Frequenzen stehen in Anhang A, mit Hinweisen zum Bandplan der IARU Region 1.
5.5. Betriebspraxis
Im Betrieb zeigt sich der größte Unterschied zu FT8: Es gibt keine UTC-Taktung mehr, die dir sagt, wann du dran bist.
5.5.1. Wasserfall-Disziplin
Weil jeder jederzeit senden darf, heißt die erste Regel wie bei RTTY: erst hinhören. Beobachte den Wasserfall ein paar Sekunden, bevor du sendest. Die Maus funktioniert dabei so, wie das WSJT-X-Handbuch es für alle Betriebsarten beschreibt:
- Klick im Wasserfall: Setzt die Empfangsfrequenz (RX) auf die gewünschte Station (grüner Marker).
- Shift-Klick im Wasserfall: Setzt die eigene Sendefrequenz (TX) auf eine freie 127-Hz-Gasse (roter Marker).
- Strg-Klick im Wasserfall: Setzt beide Marker auf einmal.

Wer blind lostippt, sendet womöglich mitten in den laufenden Frame einer anderen Station.
5.5.2. Ein QSO
Ein QSO läuft über die Funktionstasten F1 bis F8, belegt mit Makros aus den Variablen %M, %H, %E und %Q (Anhang C). Eine typische Belegung, wie sie etwa die Android-App JTTYAF vorgibt: F1 ruft CQ (CQ %M CQ), F2 schickt Rufzeichen der Gegenstation und Exchange (%H %E), F3 bedankt sich und ruft gleich wieder CQ (TU %M CQ). Nachrichten kannst du schon in die Warteschlange stellen, während der Sender noch läuft. Wird das QSO persönlicher, tippst du einfach drauflos.
5.5.3. Logbuch-Eintrag
Alles Gesendete und Empfangene landet in der Datei ALL.TXT im WSJT-X-Anwendungsverzeichnis. Für das ADIF-Logbuchformat ist MODE: MFSK mit SUBMODE: JTTY vorgeschlagen. Logprogramme wie QLog setzen das bereits um, andere loggen schlicht JTTY als Betriebsart (Stand: Oktober 2026).
Damit ist auch die Ehe im Shack geklärt: Eingerichtet wird JTTY wie FT8, mit derselben Software, denselben Kabeln und denselben Fallstricken. Bedient wird es wie RTTY, mit Hinhören, Tippen und F-Tasten.
6. Wofür JTTY taugt

Bleibt die Frage, wo JTTY im Funkalltag seinen Platz findet. Wir schauen auf Contest, Klön-QSO und Notfunk.
6.1. Contest
Im Makro-Betrieb erreicht JTTY bis zu 60 WPM (Abschnitt 4.2) und damit das Tempo von RTTY, aber mit Fehlerkorrektur. Wo bei RTTY schon ein leises Husten der Ionosphäre Zeichen kostet, soll die FEC auch im dichten Pile-up für saubere Exchanges sorgen. Das Spielfeld wären die RTTY-Contest-Segmente, etwa um 14,090 MHz. N1MM Logger+ bindet WSJT-X im JTTY-Modus ab Version 1.0.11449 an.
Ob JTTY im Contest zählt, entscheidet allerdings jede Ausschreibung selbst. Der CQ WW RTTY etwa lässt nur klassisches RTTY mit 45,45 Baud und 170 Hz Shift zu, einen Contest mit eigener JTTY-Kategorie habe ich bisher nicht gefunden (Stand: Oktober 2026). Bei manchen Contesten steht die neue Ehe also noch vor der Tür. Mein eigenes Contest-Debüt im WAE DX RTTY fahre ich ohnehin mit dem Opa.
6.2. Klön-QSO und DX
So faszinierend FT8 ist: Wer jahrelang nur dem Rechner beim Klicken im 15-Sekunden-Takt zugeschaut hat, fühlt sich im eigenen Shack irgendwann wie ein drittklassiger Systemadministrator. Mit JTTY tippst du mit rund 30 WPM (Abschnitt 4.1) direkt von Tastatur zu Tastatur, über Antennen, das Wetter am QTH oder das Lieblingsgetränk, ohne Schablone. Auch bei schwachen Signalen soll der Decoder den Text deutlich besser lesbar halten als RTTY.
6.3. Notfunk
Spannend wird es beim Notfunk (engl. Emergency Communications, EmComm). Wenn Handynetz, Internet und Strom ausfallen, bleibt der Amateurfunk oft als letzte funktionierende Verbindung. Bisher hatte der digitale Notfunk ein Dilemma. FT8 ist empfindlich, tauscht aber nur Rufzeichen und Locator aus. Der Katastrophenschutz erfährt so, dass eine Station existiert, aber nicht, ob dort Insulin, Trinkwasser oder ein Hubschrauber gebraucht wird. Sprechfunk und RTTY erlauben freien Text, gehen bei gestörter Ionosphäre aber im Rauschen unter. Eine falsch verstandene Ziffer in einer Koordinate kann ein Rettungsteam 50 Kilometer in die falsche Richtung schicken.
JTTY bringt hier vier Dinge mit. Lageberichte, Bedarfslisten und Ausrüstungslisten lassen sich als Freitext eintippen. Koordinaten und Zahlen kommen entweder richtig an oder gar nicht, denn die CRC-12-Prüfung verwirft verfälschte Frames, statt falsche Ziffern anzuzeigen. Eine genaue Uhr braucht JTTY nicht, während FT8 eine auf etwa eine Sekunde genaue Uhr verlangt, und die hat man im Feldeinsatz bei Stromausfall nicht immer. Und mit 127 Hz Bandbreite und wenig Sendeleistung schont JTTY den Akku der Notfunkstation.
7. Wie es weitergeht

JTTY ist gerade erst auf den Bändern angekommen (ab WSJT-X 3.2.0-rc1, aktuell 3.3.0-beta1), und das merkt man. JTDX-VU unterstützt den Modus bereits, Log4OM speichert JTTY-QSOs zwar, kann sie aber noch nicht nachbearbeiten, und der ADIF-Eintrag ist erst vorgeschlagen (Abschnitt 5.5.3, Stand: Oktober 2026). Auch die Frequenzen, allen voran der Treffpunkt auf 14,090 MHz, sind ausdrücklich vorläufig. Die Entwickler sammeln Rückmeldungen aus der Praxis, um den Modus aus dem Beta-Stadium in den Alltag zu bringen.
Weil JTTY ohne zentrale Uhr und Internet auskommt, Freitext mit Fehlerschutz überträgt und mit 127 Hz Bandbreite und wenig Leistung zufrieden ist, könnte es eines Tages auch für autarke Notfunk- oder Sensornetze auf Kurzwelle interessant werden. Das ist allerdings noch Zukunftsmusik.

Und die Frage aus dem Vorschaubild? Heirat, ja, aber mit Ehevertrag. Von RTTY hat JTTY das Temperament geerbt: freies Tippen, Senden ohne Takt, 60 WPM und F-Tasten im Contest. Von FT8 stammt alles, was unter der Haube arbeitet: Synchronisation, CRC, Fehlerkorrektur, gepackte Rufzeichen und die Signal-Subtraktion. Draußen geblieben sind RTTYs Gutgläubigkeit gegenüber jedem Bit und FT8s 15-Sekunden-Takt. Ob die Ehe im Alltag hält, will ich selbst sehen. Sobald mein Wasserfall nicht mehr leer ist, berichte ich. Bis dahin: Frequenzliste zurücksetzen und hinhören.
73 de DL6LG
Anhang A: Frequenzen
„Wo muss ich mein VFO-Rädchen eigentlich genau hindrehen, um nicht allein im Äther zu versauern?“ Diese kompakte Übersicht gehört in jeden Praxis-Anhang:
| Band | Dial-Frequenz (USB) | Segment / Anmerkung |
|---|---|---|
| 160 m | 1,838 MHz | Vorläufige Frequenz (Schwachsignal-Segment) |
| 80 m | 3,575 MHz | Schmalband-Digimode-Segment |
| 40 m | 7,090 MHz | Vorläufig; in IARU Region 1 das SSB-QRP-Aktivitätszentrum |
| 30 m | 10,140 MHz | Schmalband-Digimode-Segment |
| 20 m | 14,090 MHz | Haupttreffpunkt (Primary Hub / RTTY-Überlappung) |
| 17 m | 18,100 MHz | Vorläufige Anruffrequenz |
| 15 m | 21,090 MHz | Vorläufige Anruffrequenz |
| 12 m | 24,920 MHz | Vorläufige Anruffrequenz |
| 10 m | 28,090 MHz | Vorläufige Anruffrequenz |
| 6 m | 50,160 MHz | Vorläufig; liegt im allgemeinen Bereich nahe dem 6-m-Aktivitätszentrum 50,150 MHz |
| 2 m | 144,160 MHz | VHF-Testsegment (Troposphärischer Scatter) |
Das WSJT-Team bezeichnet die Liste als sehr vorläufig (Stand: Oktober 2026). Alle Kurzwellen-Frequenzen außer 7,090 MHz liegen in Region 1 in Schmalband- und Digimode-Segmenten.
Anhang B: Technische Daten
Das Datenblatt für die Nerds im Shack, die beim Fachsimpeln am OV-Abend mit exakten Kennzahlen glänzen wollen:
| Parameter | Spezifizierter Wert | Technische Funktion / Erklärung |
|---|---|---|
| Modulationsart | 4-Ton-GFSK (BT 2,0) | Gaussian Frequency Shift Keying mit 4 Tonzuständen (2 Bits/Symbol). |
| Symbolrate | 31,25 Baud | 32 ms pro Ton. |
| Tonabstand | 31,25 Hz | Gleich der Symbolrate. |
| Bandbreite | rund 127 Hz | Etwa halb so breit wie RTTY (rund 250 Hz) dank Gauß-Impulsformung. |
| Frame-Dauer | 1,888 Sekunden | 13 Synchronisations- und 46 Datensymbole. |
| Aussendung | 1 bis 16 Frames | Höchstens gut 30 Sekunden pro Durchgang. |
| Nutzlast (Payload) | 34 Bit / Frame | 32-Bit-Nutzwort, Reservebit, Bit für Nachrichtenende. |
| Fehlererkennung | CRC-12 | Zyklische Redundanzprüfung, ergibt 46 Bit; verfälschte Frames werden verworfen. |
| Fehlerkorrektur (FEC) | Faltungscode, Rate 1/2, K = 10 | Aus 46 Bit werden 92 Bit, also 46 Töne; Decodierung per List-Viterbi. |
| Signaltrennung | Signal-Subtraktion (SIC) | Successive Interference Cancellation entfernt überlagerte Signale. |
| Textcodierung | 5 Zeichen à 6 Bit / Frame | Alphabet aus 64 Zeichen. |
| Rufzeichen | 28-Bit-Packing | Wie bei FT8. |
| Übertragungsrate | ~30 WPM (Freitext) bis zu 60 WPM (Makro) | Strukturierte Nachrichten verdoppeln das Tempo im Contest. |
| Zeittaktung | Asynchron (Periodenfrei) | Keine GPS-/NTP-Uhrzeitsynchronisation erforderlich. |
| Empfindlichkeit | nicht veröffentlicht | Stand: Oktober 2026. |
Anhang C: Makro-Variablen
Damit man im Hektik-Betrieb nicht versehentlich die falsche Taste drückt und den Contest-Gegner mit unverständlichen Kürzeln verwirrt:
| Variable | Funktion | Praktisches Beispiel / Ausgabe |
|---|---|---|
%M | Eigenes Rufzeichen (My Callsign) | Wandelt sich in das im Setup hinterlegte Rufzeichen um. |
%H | Gegenstation (His Callsign) | Liest das Rufzeichen aus dem Feld DX Call aus. |
%E | Contest-Exchange | Rapport 599 und fortlaufende QSO-Nummer, zählt automatisch hoch. |
%Q | Nächste Station (Next Call) | Greift auf die vorgemerkte Folgestation für nahtlose Übergänge zu. |
| F1 – F8 | Funktionstasten-Makros | Löst vorkonfigurierte Schnellmeldungen aus (CQ, Exchange, TU). |