Tschüss, Windows! Ich bereue nix.
Haltet mich für masochistisch, aber ich habe es getan. Ja, ich bin vor einer Weile von der gemütlichen, aber leicht angestaubten Windows-10-Couch auf den schicken, modernen, aber auch etwas wackeligen Hocker von Windows 11 umgezogen. Und was soll ich sagen? Mein geliebtes DELL-Notebook und Win 11, das war eine Beziehung mit Macken. Eigentlich war es mehr wie eine Achterbahnfahrt, bei der man ständig befürchtet, das Sicherheitsgeschirr könnte jeden Moment versagen.
Unter Windows 10 war hier noch Friede, Freude, Eierkuchen. Mit 11? Nun, sagen wir mal so: Ich habe mehr Zeit damit verbracht, meinem PC beim Nicht-Starten zuzusehen, als mir lieb war. Nach gefühlt jedem größeren Update musste ich bangen. Manchmal reichte eine kleine, liebevolle Reparatur. Manchmal … eben nicht. Und natürlich, Murphy’s Law ist unerbittlich, passierte das immer dann, wenn ich den Rechner WIRKLICH DRINGEND brauchte – meistens so zehn Minuten vor einem wichtigen Termin.
Der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte
Und dann war es wieder so weit. Nach einem dieser berüchtigten Updates – zack! – schwarzer Bildschirm, tote Hose. Die üblichen schnellen Wiederbelebungsversuche? Nada. Nichts. Stille.
In diesem Moment, als der Puls auf 180 war und ich innere Schreie ausstieß, die die NSA noch hätte hören können, traf ich eine Bauchentscheidung. Eine, die von purem, unverdünntem Frust getragen wurde: Genug! Ich steige um. Auf Nichts Geringeres als Linux Mint!
Der Frust war so tief, dass ich beschloss, keine halben Sachen zu machen. Keine Dual-Boot-Spielchen mehr. Nein, ich machte Tabula rasa. Die gesamte Festplatte? Gelöscht! Alle Windows-Partitionen? Weg! Mein NAS mit der Datensicherung lachte nur müde über diesen radikalen Neuanfang, während ich jeglichen Festplattenspeicher für Linux Mint freischaufelte. Einmal alles auf Null!
Ein neues, überraschend funktionierendes Leben
Die Installation selbst war unspektakulär schnell. Ich hatte ja schon immer mal wieder mit Linux auf einer zweiten Partition geflirtet, aber jetzt sollte es die Haupt- und einzigartige Liebe auf meinem Notebook werden.
Installation abgeschlossen, Neustart, und ich hielt den Atem an…
Und dann: Es funktionierte!
Sofort! Die Dockingstation mit meinen zwei zusätzlichen Monitoren? Erkennt er! Der Drucker über Netzwerk und USB? Gefunden! Scanner, Maus, Tastatur? Logisch! Sogar mein Android-Handy und alle externen Speicher wurden ohne Murren und Knurren sofort eingebunden. Ich dachte nur: Warte mal, das war… einfach?
Die Suche nach den digitalen Seelenverwandten
Dann begann die eigentliche Herausforderung: die Software. Ich musste nun für meine alten Windowsprogramme einen Ersatz, einen Klon, einen Seelenverwandten finden.
Die Basics waren schnell erledigt: LibreOffice war mir schon von Windows bekannt, das war ein No-Brainer. Und da ich anscheinend schon immer ein heimlicher Open-Source-Fan war, konnte ich einen Großteil meiner Spezial-Software einfach mitnehmen: VSCode, PlatformIO, ArduinoIDE, FreeCAD, KiCAD. Browser wie Chrome und Firefox sind eh überall zu Hause, und für Videoschnitt hatte ich bereits OBS und Kdenlive genutzt. Puh, ein Großteil der Umstellung war schon geschafft!
Die schmerzhaften Abschiede
Doch dann kam die harte Nuss: Photoshop und Lightroom. Diese beiden Schwergewichte gibt es nun mal nicht für den Pinguin.
Für Lightroom fand ich in Darktable einen würdigen Ersatz. Nach einer kurzen Einarbeitungszeit – die war nötig, keine Frage – ist die RAW-Entwicklung damit gut und schnell möglich. Okay, zugegeben, es ist nicht ganz die Geschwindigkeit und Eleganz des Originals, aber es reicht!
Aber Photoshop… da bin ich bis heute auf der Suche. Ich habe mich an Gimp versucht, und ich will ehrlich sein: Das Bedienkonzept und ich, wir werden einfach keine Freunde. Bis heute erschließt es sich mir nicht, und ich bin zu faul/frustriert, um die riesige Lernkurve zu erklimmen.
Mein Fazit: Zurückblicken? Warum?
Trotz des Photoshop-Mangels (und ich vermisse noch meinen geliebten Dateimanager TotalCommander – ja, ich weiß, es gibt Klone, aber…) gibt es für mich keinen Grund, zu Windows zurückzukehren.
Ich habe sogar eine Windows-Version in einer virtuellen Maschine (Virtualbox) installiert, nur für den Fall der Fälle. Wissen Sie, wie oft ich die nutze? Eigentlich gar nicht.
Ich bin seit geraumer Zeit mit Linux Mint äußerst zufrieden. Es läuft stabil, schnell und erkennt meine ganze Hardware auf Anhieb. Und das Beste daran, neben der gewonnenen Nervenruhe? Ich spare mir jetzt das sündhaft teure Adobe-Abo!
Manchmal braucht es eben einen richtig frustrierenden Absturz, um zu erkennen, dass der Weg aus der Abhängigkeit heraus der beste ist.