Windows-Installation auf Autopilot

Wer kennt es nicht? Kaum lugen die Feiertage um die Ecke, klingelt auch schon das Telefon. Freunde, Familie, entfernte Bekannte dritten Grades:
„Du kennst dich doch mit Computern aus, meiner ist so langsam geworden.“
Oder der Klassiker: „Kannst du mir mal eben Windows neu installieren?“
„Mal eben“ bedeutet dann meist mehrere Stunden Klick-Orgie, Ladebalken-Meditation und das geduldige Wegklicken von Dingen, die niemand jemals haben wollte.

Doch was wäre, wenn all das plötzlich… nicht mehr dein Problem wäre?
Wenn du nach dem Start der Installation entspannt einen Kaffee trinken gehen könntest – und bei deiner Rückkehr ein frisches, sauberes, optimiertes Windows auf dich wartet, das ganz ohne unnötigen digitalen Ballast auskommt?

Genau das ist möglich. Und zwar dank eines ausgesprochen genialen Web-Tools von Christoph Schneegans. Dieses unscheinbare Helferlein erstellt eine spezielle Konfigurationsdatei namens autounattend.xml, die dem Windows-Setup ganz genau erklärt, was es zu tun hat – und vor allem, was es bitteschön zu unterlassen hat. Früher musste man sich diese Datei mühsam selbst zusammenfrickeln, inklusive diverser Nervenzusammenbrüche, bis endlich alles funktionierte. Dieses Tool beendet dieses Leid und verwandelt die Windows-Neuinstallation vom Geduldsspiel in einen Spaziergang.

Die genialsten Tricks, die dieses Tool aus dem Ärmel schüttelt

Hinter der harmlosen Oberfläche verbirgt sich ein wahres Sammelsurium an cleveren Abkürzungen für ein besseres Leben. Hier die eindrucksvollsten davon.

Takeaway 1: Bye-bye, Hardware-Zwang und Online-Konto

Zwei der größten Nervensägen von Windows 11 sind die strengen Hardware-Anforderungen und der beinahe religiöse Zwang zu einem Microsoft-Konto. Dieses Tool lächelt darüber müde.

Mit einem simplen Häkchen kannst du die Prüfung von TPM und Secure Boot umgehen und Windows 11 auch auf Hardware installieren, die Microsoft offiziell längst abgeschrieben hat. Zusätzlich lässt sich die Installation ohne Internetverbindung erzwingen – was dir ganz unaufgeregt erlaubt, ein lokales Offline-Konto anzulegen. Weniger Nervenstress, mehr Privatsphäre. Kenner kennen dieses Vorgehen vielleicht von Tools wie Rufus – hier ist es aber elegant direkt in den gesamten Installationsprozess eingebaut.

Takeaway 2: Ein sauberer Start ohne Bloatware-Zirkus

Ein frisches Windows bringt traditionell eine ganze Sammlung vorinstallierter Apps mit, die niemand bestellt hat und kaum jemand nutzt – kurz: Bloatware. Dieses Tool macht damit kurzen, sehr kurzen Prozess.

Du kannst festlegen, dass fast alle dieser Apps bereits während der Installation entfernt werden. Das Ergebnis: ein aufgeräumtes, schnelles und übersichtliches System – und das ab Minute eins. Nur ein paar sinnvolle Basics wie Rechner, Uhr, Paint, Fotoanzeige, RDP-Client und WordPad dürfen bleiben. Der Rest verschwindet geräuschlos, ohne dass du später mühsam jede App einzeln entsorgen musst.

Besonders elegant: Der Microsoft Store bleibt erhalten. Du darfst also weiterhin selbst entscheiden, welche Apps du wirklich brauchst – eine geradezu revolutionäre Idee.

Der eigentliche Effizienz-Kracher: Das Entfernen der Bloatware läuft automatisch bei jedem neu angelegten Benutzerkonto erneut. Das System hält sich also dauerhaft sauber, ganz ohne dein Zutun. Fast schon unheimlich.

Takeaway 3: Windows 11 – mit den guten Eigenschaften von Windows 10

Nicht jeder hat sich in das neue Design von Windows 11 verliebt. Für alle Nostalgiker – oder Realisten – bringt das Tool viele bewährte Funktionen zurück.

  • Klassisches Rechtsklickmenü: Mit einem Klick ist das alte, vollständige Kontextmenü wieder da. Endlich wieder alle Optionen, ohne erst auf „Weitere Optionen anzeigen“ klicken zu müssen.
  • Linksbündige Taskleiste: Wer mit einer zentrierten Taskleiste nichts anfangen kann, verschiebt sie einfach wieder nach links. So wie es jahrzehntelang völlig in Ordnung war.
  • Keine Bing-Suche: Die Startmenü-Suche darf wieder lokal bleiben. Deine Suchanfragen müssen nicht mehr ungefragt ins Internet wandern.
  • Dateiendungen anzeigen: Ein Klassiker für Power-User. Schluss mit Ratespielen, ob etwas nun harmlos oder ausführbar ist.
  • Explorer-Start auf „Dieser PC“: Der Explorer öffnet direkt das, was du sehen willst – und nicht den „Schnellzugriff“, den niemand wirklich angefordert hat.
  • Task-Ansicht-Button entfernen: Der überflüssige Button verschwindet, die Taskleiste atmet auf.

Takeaway 4: Der ganze Zauber? Eine einzige Datei

Das Schönste an der ganzen Geschichte ist die fast schon beleidigende Einfachheit. Nachdem du auf der Webseite deine Wunsch-Einstellungen zusammengeklickt hast, bleiben exakt drei Schritte:

Du lädst die generierte XML-Datei herunter (meist irgendwas wie schneeganz.de.xml), benennst sie in autounattend.xml um und kopierst sie ins Hauptverzeichnis deines bootfähigen Windows-USB-Sticks. Fertig. Nutzer von virtuellen Maschinen können sich sogar direkt eine passende ISO-Datei erzeugen lassen.

Beim Start vom USB-Stick wirst du nur noch gefragt, auf welches Laufwerk Windows installiert werden soll. Danach erledigt sich alles von selbst.

Wir kopieren die Datei hier rein.
Bum.
Das war’s.

Fazit: Mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge

Dieses Tool ist ein Paradebeispiel dafür, wie kluge Automatisierung uns enorm viel Zeit, Klicks und Nerven sparen kann. Statt sich durch endlose Installationsdialoge zu quälen und anschließend stundenlang aufzuräumen, erhältst du in kürzester Zeit ein sauberes, vorkonfiguriertes und spürbar besseres Windows.