Microcontroller

Meine ersten Schritte in der Welt der Microcontroller begannen, wie bei vielen, mit einem unschuldigen kleinen Arduino. Damals dachte ich noch: „Ein paar LEDs zum Leuchten bringen, das kann ja nicht so schwer sein.“ Tja, und schon war’s passiert. Eine neue Leidenschaft war geboren, und die LED leuchtete. Manchmal sogar in der richtigen Farbe.
Kurz darauf zog der erste Raspberry Pi bei mir ein, die allererste Version natürlich, mit dem Stolz eines Bastlers, der glaubt, damit nun die Welt (oder wenigstens seine Wohnung) automatisieren zu können. Ich experimentierte mit Temperatursensoren, Tastern, und irgendwann schaffte ich es sogar, Daten auf einem kleinen LCD-Display anzuzeigen. Ein paar Zeichen auf einer winzigen Anzeige, und trotzdem fühlte es sich an wie Magie.
Besonders beeindruckend fand ich von Anfang an, dass diese kleinen Dinger einfach so laufen konnten, ohne PC, ohne großes Drumherum. Einfach Strom dran, und los geht’s. Das war der Moment, in dem ich wusste: Das wird kein kurzes Abenteuer.
Von dort aus ging es in alle Richtungen weiter. Der ATtiny kam dazu, wenn ein ganzer Arduino für die Aufgabe schlicht überdimensioniert war, manchmal reichen eben acht Beinchen und ein bisschen Flash-Speicher völlig aus. Und irgendwann habe ich mich auch an PIC-Controller herangetraut, nicht weil ich unbedingt noch eine dritte Familie an Entwicklungsumgebungen im Kopf haben wollte, sondern weil ein altes Projekt genau danach verlangte. Programmiert wird das Ganze mit dem jeweils passenden Programmiergerät, USBasp hier, PICkit dort, und jedes Mal die kurze Schrecksekunde, ob die Verkabelung diesmal auch wirklich stimmt.
Auch beim Raspberry Pi bin ich nicht bei der ersten Version stehen geblieben. Für Projekte, bei denen es kompakt und stromsparend zugehen musste, hat sich der Raspberry Pi Zero als kleiner Alleskönner erwiesen, klein genug, um fast überall reinzupassen, und trotzdem mit genug Rechenleistung für das, was ich ihm zumute.
Displays, LEDs und was seitdem alles dazukam
Displays haben mich dabei besonders gepackt, in allen Größen. Vom winzigen OLED, das gerade mal ein paar Zeilen Text zeigt, über das klassische LCD mit seiner charakteristischen blaugrünen Hintergrundbeleuchtung, bis zu größeren TFT-Displays, auf denen plötzlich richtige Grafiken und Diagramme Platz finden. Sensoren aller Art durften natürlich auch nicht fehlen: Temperatur, Luftfeuchte, Bewegung, Licht, alles, was sich irgendwie messen lässt, landet früher oder später an einem meiner Microcontroller.
Dann kam die große Liebe: NeoPixel-LEDs. Diese winzigen, bunt leuchtenden Biester haben mich komplett in ihren Bann gezogen. Wenn man einmal gesehen hat, wie hunderte LEDs in allen Farben gleichzeitig blinken, pulsieren und tanzen, versteht man, warum man plötzlich Nächte damit verbringt, „nur mal kurz den Farbverlauf zu optimieren“.
Doch der wahre Wendepunkt kam mit dem ESP8266. Ein Microcontroller mit WLAN-Anschluss, das war damals fast Science-Fiction. Plötzlich konnte man per Handy oder PC Daten abrufen, senden und irgendetwas schalten oder regeln. Ich war völlig fasziniert, und bin es ehrlich gesagt bis heute. Inzwischen hat sich bei mir die halbe ESP-Familie eingenistet: neben dem guten alten ESP8266 vor allem der ESP32 mit seinen zwei Kernen und Bluetooth obendrauf, dazu die kleineren, sparsameren Varianten wie ESP32-C3 und ESP32-S3, wenn es besonders kompakt oder besonders leistungsfähig zugehen muss. Für jedes Projekt gibt’s inzwischen praktisch das passende ESP-Modell, das ist fast schon wie bei Schrauben, nur dass hier WLAN mitgeliefert wird.
Seitdem kennt meine Begeisterung kaum noch Grenzen. Ob Temperaturwerte, die in eine Datenbank fließen, die Steuerung der Garteneisenbahn, oder das Tuning einer Magnetic-Loop-Antenne, mit Microcontrollern ist (fast) alles möglich. Die einzige Grenze ist, wie immer, die eigene Fantasie, und manchmal die Stromversorgung.