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OpenGD77 – Benutzerhandbuch (deutsch, thematisch gegliedert)

Bezugsgerät: Baofeng DM-1701 (Retevis RT-84 baugleich) · Abweichende Geräte werden als Hinweise berücksichtigt.

Dieses Handbuch ist eine thematisch neu geordnete, deutschsprachige Fassung des OpenGD77-Benutzerhandbuchs. Es orientiert sich inhaltlich am englischen Original des OpenGD77-/LibreDMR-Projekts, gruppiert die Themen jedoch nach Betriebsart und Aufgabe statt in der ursprünglichen linearen Reihenfolge. Herkunft und Lizenz sind im Anhang dokumentiert.

Hinweis: Firmware und Handbuch befinden sich fortlaufend in Entwicklung. Bildschirmfotos stammen aus dem Original-Repository und zeigen die Geräteoberfläche überwiegend in englischer Menüsprache. Die zugehörigen deutschen Menübezeichnungen werden im Text genannt.


Vorwort

Diese Anleitung basiert auf dem offiziellen Benutzerhandbuch der OpenGD77-Firmware, das im GitHub-Repository LibreDMR/OpenGD77_UserGuide gepflegt wird. Alle Inhalte, Screenshots und Grafiken stammen aus dieser Quelle bzw. leiten sich direkt daraus ab.

Das Original ist – wie so oft bei technischen Handbüchern, die aus Entwicklersicht entstehen – linear aufgebaut: Es folgt der Reihenfolge, in der Funktionen implementiert und dokumentiert wurden, und mischt Grundlagen, Bedienung, Menü-Referenz und Sonderfälle nach diesem inneren Werdegang. Für Nachschlagezwecke funktioniert das, für den Einstieg und die praktische Anwendung ist es aber sperrig.

Diese deutsche Fassung ist deshalb bewusst thematisch und nach Aufgaben neu strukturiert: Grundlagen und Inbetriebnahme zuerst, danach das Bedienkonzept, dann der grundlegende Funkbetrieb, anschließend getrennt FM und DMR, gefolgt von einer sauberen Menü-Referenz und den erweiterten bzw. gerätespezifischen Themen. Ergänzt wird das Ganze um ein Glossar, kompakte Referenztabellen und Querverweise zwischen den Abschnitten. Nach meinem Verständnis ist das Handbuch damit praxistauglicher – insbesondere für Anfänger und Einsteiger, die sich nicht durch die gesamte Entwicklungslogik lesen wollen, um eine einzelne Funktion zu finden.

Ein herzliches Dankeschön geht an Claude (Anthropic), das mich bei der thematischen Umstrukturierung, der Redaktion und der fachlichen Prüfung dieses Handbuchs massiv unterstützt hat.

Bezugsgerät ist das Baofeng DM-1701 (baugleich zu TYT MD-UV380/MD-UV390, Retevis RT-3S und RT-84), da mir dieses Gerät selbst vorliegt. Abweichungen anderer unterstützter Geräte sind an den passenden Stellen als Hinweise eingearbeitet, sodass sich das Handbuch auch dort verwenden lässt.

Für Rückmeldungen, Korrekturen und Ergänzungen bin ich dankbar.

73, Chris – DL6LG


Inhaltsverzeichnis


Teil A – Grundlagen und Inbetriebnahme

A.1 Einführung

A.1.1 Was ist OpenGD77

OpenGD77 ist eine nicht-kommerzielle Alternativ-Firmware für eine Reihe von DMR-Handfunkgeräten und ein mobiles Gerät. Ziel des Projekts ist eine voll ausgestattete Firmware, die die Werks-Firmware vollständig ersetzt. Die Firmware ist speziell auf den Amateurfunk zugeschnitten und stellt Funktionen bereit, die in der Original-Firmware nicht enthalten sind.

Einige Funktionsbereiche sind dabei bewusst nicht oder noch nicht umgesetzt:

A.1.2 Unterstützte Geräte im Überblick

Die Firmware lässt sich auf den folgenden Funkgeräten installieren:

Funkgerät Baugleiche Modelle / Anmerkung
Radioddity GD-77 auch als TYT MD-760; namensgebendes Referenzgerät des Projekts
Radioddity GD-77S ohne Tastatur und Display, abweichende Bedienung
Baofeng DM-1801 nur Hardware-Version 1; auch als Baofeng DM-860
Baofeng DM-1801A nur Hardware-Version 1
Baofeng RD-5R auch als Baofeng DM-5R Tier 2
TYT MD-9600 Retevis RT-90; mobiles Gerät
Baofeng DM-1701 Bezugsgerät dieses Handbuchs; TYT MD-UV380, TYT MD-UV390, Retevis RT-3S und Retevis RT-84 baugleich

Das Baofeng DM-1701 gehört zusammen mit dem TYT MD-UV380, dem TYT MD-UV390, dem Retevis RT-3S und dem Retevis RT-84 zur selben Hardware-Familie. Diese Geräte teilen sich dieselbe Spenderdatei und dieselbe Firmware-Variante (siehe Abschnitt A.2).

Wichtig: Die Firmware ist nicht mit der 2022 eingeführten Neuauflage des Baofeng DM-1801 bzw. DM-1801A kompatibel. Diese verwenden vollständig andere interne Hardware und Elektronik.

A.1.3 Geräteunterschiede und Besonderheiten

Die unterstützten Geräte unterscheiden sich in Tastenanzahl und Displaygröße, und nicht jedes Gerät bietet jede Funktion. Damit die Beschreibungen im gesamten Handbuch eindeutig bleiben, werden durchgängig logische Tastennamen verwendet, die sich aus dem namensgebenden Radioddity GD-77 ableiten:

Tastenlayout am Referenzgerät GD-77

Tastenzuordnung am Baofeng DM-1701

Am DM-1701 sind diese logischen Funktionen teilweise auf andere physische Tasten gelegt. Für den praktischen Betrieb gilt folgende Zuordnung:

Logische Funktion (GD-77) Physische Taste am DM-1701
Linke Pfeiltaste P1
Rechte Pfeiltaste P2
Orange-Taste Taste oberhalb der PTT
Wertänderung in Menüs (wie Links/Rechts am GD-77) Drehknopf oben am Gerät
Navigation in Menüs (auf/ab) Tasten Auf/Ab

Das DM-1701 besitzt also keine eigenen Links-/Rechts-Pfeiltasten. In Menübildschirmen navigieren die Tasten Auf und Ab durch die Einträge, während der Drehknopf den Wert der jeweiligen Einstellung verändert – analog zu den Links-/Rechts-Tasten am GD-77.

Hinweise zu weiteren Geräten


A.2 Firmware installieren

Die Installation und alle weiteren Datenübertragungen (Codeplug, Satellitendaten, Sprachansagen, DMR-ID-Datenbank) erfolgen über die OpenGD77 CPS – die PC-Software des Projekts. Der Firmware-Loader der Original-Hersteller lässt sich für OpenGD77 nicht verwenden.

Risikohinweis: Die Installation erfolgt auf eigene Verantwortung. Die Werks-Firmware kann in der Regel wieder aufgespielt werden, sofern unmittelbar nach der Installation eine vollständige Sicherung des Geräts mit der OpenGD77 CPS angelegt wird (siehe Teil H, „Codeplug sichern").

Für das DM-1701 (und die baugleichen MD-UV380, RT-3S, RT-84) werden zwei Dateien benötigt: die Firmware-Binärdatei und die passende Spenderdatei (siehe A.2.2). Beide werden vorab heruntergeladen und der Speicherort notiert.

Ressource Bezugsquelle
Firmware für DM-1701 / MD-UV380 / RT-3S / RT-84 https://www.opengd77.com/downloads/MDUV380_DM1701/Firmware/Latest/
Spenderdatei (MD-9600-Familie, siehe A.2.2) https://www.passion-radio.com/index.php?controller=attachment&id_attachment=760
OpenGD77 CPS (PC-Software) https://www.opengd77.com/downloads/PC_CPS/Latest/
Aktueller Quellcode freigegebener Firmware https://www.opengd77.com/downloads/releases
OpenGD77-Forum https://www.opengd77.com/

Hinweis: Firmware-Versionen mit „JA" im Dateinamen sind für japanische Nutzer lokalisiert und unterstützen nur Japanisch und Englisch. Für den deutschsprachigen Betrieb wird eine Version ohne „JA" verwendet.

Ressourcen für weitere Geräte

A.2.2 Spenderdatei (Donor) beschaffen und vorbereiten

Aus lizenzrechtlichen Gründen muss die OpenGD77-Firmware Teile der Original-Herstellerfirmware enthalten, um die AMBE-Sprachkodierung und -dekodierung (DMR) bereitzustellen. Diese Teile werden aus einer Spenderdatei entnommen. Je nach Gerätefamilie wird eine von zwei Dateien benötigt.

Für das DM-1701 (sowie MD-UV380, RT-3S, RT-84, MD-9600, RT-90) gilt:

  1. Die Spender-Firmware-ZIP von der in A.2.1 genannten Quelle herunterladen.
  2. Aus dem Archiv die Datei MD9600-CSV(2571V5)-V26.45.bin extrahieren.
  3. Die Datei an einem bekannten Ort auf dem Computer ablegen.

Diese Spenderdatei ist für alle Geräte der genannten Familie identisch.

Hinweis für die GD-77-Familie: GD-77, GD-77S, DM-1801, DM-1801A und RD-5R verwenden eine andere Spenderdatei – die Datei GD-77_V4.3.6.sgl aus dem Ordner „Firmware software V4.3.6" der zugehörigen ZIP (https://radioddity.s3.amazonaws.com/2021-01-26 GD-77 CPS & Firmware Changelog - Ham Version.zip).

A.2.3 Firmware auf das Gerät aufspielen

Schritt 1 – Gerät in den Firmware-Update-Modus versetzen

Beim DM-1701 werden die oberen beiden Seitentasten (S1 und PTT) gedrückt gehalten, während das Gerät eingeschaltet wird. Das Display bleibt dabei dunkel; bei Handgeräten leuchtet oder blinkt die LED.

Tastenlayout am Referenzgerät GD-77

Update-Modus bei weiteren Geräten:

Schritt 2 – Treiber sicherstellen

Das DM-1701 benötigt den STM DFUSe-Treiber. Wird er von Windows nicht automatisch eingerichtet, lässt er sich über den Windows-Geräte-Manager finden und installieren. (Nur die GD-77-Familie – GD-77, GD-77S, DM-1801, DM-1801A, RD-5R – kommt ohne diesen Treiber aus.)

Schritt 3 – Gerätetyp und Firmware-Loader wählen

In der OpenGD77 CPS zunächst den Gerätetyp auswählen.

Auswahl des Gerätetyps in der CPS

Der Firmware-Loader wird anschließend über das Menü Extras aufgerufen.

Zugriff auf den Firmware-Loader im Extras-Menü

Danach das eigene Gerätemodell wählen. Je nach Chipsatz erscheint das passende Loader-Fenster (MK22 bzw. STM32; das DM-1701 ist STM32-basiert).

Firmware-Loader-Fenster (MK22)

Firmware-Loader-Fenster (STM32)

Schritt 4 – Spenderdatei einbinden (nur beim ersten Mal)

Aus lizenzrechtlichen Gründen muss beim erstmaligen Einsatz des Firmware-Loaders die Schaltfläche „Select official firmware (donor) file" betätigt und die zuvor gespeicherte Spenderdatei (siehe A.2.2) ausgewählt werden. Dieser Schritt ist nur einmal erforderlich. Unterbleibt er, lässt sich das Gerät ausschließlich im FM-Modus betreiben.

Achtung: Die Original-Herstellerfirmware darf nicht direkt auf das Gerät installiert werden – sie wird von der CPS lediglich benötigt, um der OpenGD77-Firmware die DMR-Funktionalität hinzuzufügen. Nach erfolgreichem Einbinden zeigt die Titelleiste des Firmware-Loaders [+DMR] an.

Schritt 5 – Sprache, Firmware wählen und übertragen

Die Firmware kann optional eine zusätzliche Sprache enthalten. Bei Bedarf wird diese im Auswahlmenü „Additional Language" gewählt – hierüber lässt sich der deutschsprachige Betrieb einrichten. Anschließend über „Select Open firmware file & Update" (bzw. „Select a File and Update") die zuvor heruntergeladene Firmware-ZIP auswählen. Die Firmware wird mit den Daten der Spenderdatei ergänzt und zusammen mit der optionalen Sprache auf das Gerät übertragen. Startet das Gerät nach Abschluss nicht selbstständig neu, wird es aus- und wieder eingeschaltet.

Wichtig: Das Codeplug-Format aller Geräte außer dem GD-77 wird von der Firmware zunächst nicht unterstützt. Vor der Nutzung der meisten Funktionen muss daher mit der CPS ein Codeplug im OpenGD77-Format geschrieben werden (siehe Teil H). Ohne Codeplug ist lediglich der VFO manuell bedienbar.

Nach der Firmware-Installation erfolgt die weitere Datenübertragung (Codeplug schreiben und lesen) im normalen Betriebszustand des Geräts über die serielle Schnittstelle; der zugehörige OpenGD77-Treiber wird bei der Installation der CPS mit eingerichtet. Die Details dazu stehen in Teil H.


Teil B – Bedienkonzept

B.1 Tasten und Bedienelemente

Die folgende Übersichtskarte zeigt die Belegung aller Bedienelemente des Baofeng DM-1701 auf einen Blick. Sie dient im weiteren Verlauf als Referenz für die genannten Tasten und Tastenkombinationen.

Übersichtskarte (Cheatsheet) Baofeng DM-1701

B.1.1 Die Bedienelemente im Überblick

Der DM-1701 besitzt ein Ziffernfeld, mehrere Funktions- und Navigationstasten, zwei seitliche Tasten neben der Sendetaste sowie zwei Drehknöpfe an der Oberseite. Die logischen Tastennamen entsprechen der in Abschnitt A.1.3 eingeführten Konvention.

Bedienelement Funktion
PTT Sendetaste (Push-to-Talk)
SK1 seitliche Sondertaste; schaltet u. a. die Hintergrundbeleuchtung ein, sofern diese in den Anzeige-Optionen auf Manuell steht
SK2 (Funktionstaste) Modifikatortaste für Zweitbelegungen (siehe B.1.2)
Orange-Taste Sondertaste, u. a. Aufruf des Schnellmenüs; sitzt oberhalb der PTT
Grüne Taste (Menu) Menü öffnen und Auswahl bestätigen
Rote Taste (Back) zurück / abbrechen
Links / Rechts am DM-1701 die Tasten P1 und P2; kontextabhängige Navigation (z. B. Frequenz-/Talkgroup-Wechsel)
Auf / Ab Navigation in Menüs sowie Kanal-, Zonen- oder Frequenzwechsel auf den Hauptbildschirmen
Drehknopf „Sel" Auswahlknopf an der Oberseite; ändert Werte in Menüs und wechselt Kanal bzw. VFO-Frequenz
Drehknopf „Vol" Lautstärkeregler an der Oberseite
Ziffernfeld (0–9, *, #) Direkteingabe von Frequenzen, DMR-IDs und Talkgroups, DTMF-Töne sowie Kurzbefehle

B.1.2 Kurz- und Langdruck, Funktionstaste SK2

Viele Bedienelemente sind doppelt belegt. Die zweite Belegung wird über die Funktionstaste SK2 erreicht: SK2 gedrückt halten und dazu die betreffende Taste drücken. Beispiele vom DM-1701 sind SK2 + Menu (Kanaldetails), SK2 + Links/Rechts (Sendeleistung) oder SK2 + Ziffer (Kurzbefehle). Die vollständige Liste dieser Kombinationen ist auf der Übersichtskarte oben abgebildet und wird in den jeweiligen Fachkapiteln erläutert.

Zusätzlich unterscheidet die Firmware bei vielen Tasten zwischen kurzem und langem Druck. Ob und wie lange ein Tastendruck als „lang" gewertet wird und ob gehaltene Tasten wiederholt auslösen, lässt sich in den Allgemeinen Optionen über die Einträge Taste lang und Taste rpt einstellen (siehe Teil F).

B.1.3 Übersichtskarten weiterer Geräte

Für die übrigen unterstützten Geräte stehen eigene Übersichtskarten zur Verfügung. Da das DM-1701 mit dem TYT MD-UV380 baugleich ist, gilt dessen Karte sinngemäß auch für das DM-1701.

Übersichtskarte TYT MD-UV380 (baugleich zum DM-1701)

Übersichtskarte Radioddity GD-77

Übersichtskarte Baofeng DM-1801

Übersichtskarte Baofeng RD-5R

Übersichtskarte TYT MD-9600 / Retevis RT-90

B.2 Menüsystem und Navigation

B.2.1 Aufbau des Menüsystems

Die Firmware bringt ein eigenes Menüsystem mit, das sich vollständig von dem der Original-Firmware unterscheidet. Es ist auf den Amateurfunkbetrieb ausgerichtet und stellt die häufig benötigten Funktionen in den Vordergrund. Die folgenden Menü-Landkarten geben einen Überblick über die Struktur:

Menü-Landkarte (1 von 3)

Menü-Landkarte (2 von 3)

Menü-Landkarte (3 von 3)

Die Navigation im Menü erfolgt über folgende Bedienelemente:

B.2.2 QuickKeys (Schnellzugriffe)

Über das QuickKey-System lassen sich einzelne Menübildschirme direkt aufrufen, ohne sich durch das Menü zu bewegen.

Menü als QuickKey ablegen

Einem Menü wird eine QuickKey-Nummer zugewiesen, indem das betreffende Menü geöffnet und dort SK2 zusammen mit einer beliebigen Zifferntaste gedrückt wird. Anschließend öffnet auf dem VFO- oder Kanalbildschirm dieselbe Kombination – etwa SK2 + „2" – dieses Menü erneut.

Einzelne Einstellung als QuickKey ablegen

QuickKeys können auch einzelne Einstellungen belegen. Wird SK2 mit einer Zifferntaste auf einer einzelnen Einstellung gedrückt, erscheinen links und rechts Pfeile sowie der Text „OK":

Zuweisung eines QuickKeys zu einer Einstellung

Wird ein solcher wertverändernder QuickKey später genutzt, erscheint ein Sonderbildschirm, der die geänderte Einstellung und ihren neuen Wert anzeigt:

Anzeige beim Auslösen eines wertverändernden QuickKeys

QuickKey neu belegen

Um einen QuickKey einem anderen Menü zuzuweisen, muss er zuerst gelöscht werden. Dazu auf dem VFO- oder Kanalbildschirm SK2 und die betreffende Zifferntaste gedrückt halten, bis die Tonfolge signalisiert, dass der QuickKey gelöscht wurde.

Hinweis: QuickKeys lassen sich nicht innerhalb eines Menüs auslösen, sondern nur auf dem VFO- oder Kanalbildschirm. Zuweisbar sind ausschließlich Menüs oder Menüpunkte.

B.3 Bildschirme und Eingaben

Dieser Abschnitt beschreibt zwei Bedienmuster, die unabhängig von der Betriebsart immer wieder gebraucht werden: das Sperren von Tastatur und Sendetaste sowie die Eingabe von Text.

B.3.1 Bildschirmsperre

Tastatur und Sendetaste (PTT) lassen sich getrennt oder gemeinsam sperren, um versehentliche Eingaben oder ungewolltes Senden zu verhindern.

Tastatur sperren

Auf dem VFO- oder Kanalbildschirm die grüne Menütaste drücken, um das Hauptmenü anzuzeigen, und anschließend die Stern-Taste (*) drücken. Die Stern-Taste sperrt die Tastatur aus jedem Eintrag der obersten Menüebene heraus.

Bildschirm mit Tastatursperre

Zum Entsperren die SK2-Taste gedrückt halten und die Stern-Taste drücken.

Sendetaste (PTT) sperren

Die PTT wird gesperrt, indem über die grüne Menütaste das Hauptmenü aufgerufen und dann die Raute-Taste (#) gedrückt wird.

Beides gleichzeitig sperren

Tastatur und PTT können zusammen gesperrt werden. Dazu zuerst die PTT sperren und anschließend die Tastatur.

Vollständige Sperre (Tastatur und PTT)

B.3.2 Texteingabe

Die Firmware unterstützt die Eingabe von alphanumerischem Text – etwa beim Anlegen eines neuen Kontakts oder beim Bearbeiten eines bestehenden Kontakts.

Alphanumerische Eingabe

Die Bedienung erfolgt über das Tastenfeld und entspricht der Logik der originalen GD-77-Firmware:


Teil C – Grundlegender Funkbetrieb

C.1 Hauptbildschirme (VFO- und Kanalmodus)

Die Firmware kennt zwei Hauptbildschirme: den VFO-Bildschirm und den Kanalbildschirm. Sie entsprechen den gleichnamigen Bildschirmen der Original-Firmware, bieten jedoch zusätzliche Funktionen. Unmittelbar nach der Firmware-Installation wird zunächst der VFO-Bildschirm angezeigt. Die im VFO für Senden und Empfang verwendete Frequenz stammt aus den Einstellungen VFO A des Codeplugs.

C.1.1 Aufbau der Hauptbildschirme

Auf beiden Bildschirmen erscheinen in der obersten Zeile die Betriebsart (DMR oder FM) links und die Batteriespannung bzw. der Ladestand rechts. In der Mitte oben steht die aktuelle Sendeleistung (z. B. 750 mW).

VFO-Bildschirm

Im DMR-Betrieb wird rechts neben dem Text DMR der aktuelle Zeitschlitz angezeigt (z. B. TS2 für Zeitschlitz 2), und links neben der Batterieanzeige der Farbcode (z. B. C1 für Farbcode 1). Ist die Zeitschlitz-Filterung ausgeschaltet, wird die Anzeige TS1 bzw. TS2 invers dargestellt.

Der VFO-Bildschirm zeigt die Sende- und Empfangsfrequenz sowie – im DMR-Betrieb – die Talkgroup. Der Pfeil links neben dem R (Empfangsfrequenz) zeigt an, dass die Tasten Auf/Ab und die Zifferneingabe die RX-Frequenz steuern.

Der Kanalbildschirm zeigt in der obersten Zeile dieselben Informationen, darunter jedoch den Kanalnamen und die Zone; im DMR-Betrieb zusätzlich die Talkgroup.

Angezeigte Informationen im DMR-Betrieb

Auf beiden Bildschirmen gilt:

Hinweis: Der VFO ist technisch eine besondere Form eines Kanals. Deshalb funktioniert der Bildschirm Kanaldetails auch für den VFO.

C.1.2 Zwischen FM und DMR umschalten

Mit SK2 + Stern (*) wird auf dem VFO- oder Kanalbildschirm zwischen FM- und DMR-Betrieb umgeschaltet.

C.1.3 Signalstärkeanzeige

In beiden Betriebsarten wird die Stärke des empfangenen Signals als Balkendiagramm über die gesamte Bildschirmbreite dargestellt. Ein zu 100 % gefüllter Balken entspricht etwa S9 + 40 dB. Im FM-Betrieb arbeitet die Anzeige durchgehend.

Signalstärkeanzeige

Hinweise zur Genauigkeit: Die S-Meter-Anzeige ist derzeit nicht sehr genau, da die Empfangsempfindlichkeit der Geräte werksseitig nicht kalibriert wird. Der angezeigte Wert geht von einem Gerät mit durchschnittlicher Empfindlichkeit aus; einzelne Geräte können empfindlicher oder unempfindlicher sein, sodass das S-Meter entsprechend höher oder niedriger anzeigt als der tatsächliche Wert.

C.1.4 Sendeleistung steuern

Die Firmware kennt zwei grundsätzliche Wege, die Ausgangsleistung festzulegen:

  1. Die Gesamtleistung (Master), die für beide VFOs und alle Kanäle gilt.
  2. Eine kanalspezifische Leistung.

Standardmäßig verwenden alle Kanäle die Gesamtleistung. Diese Vorgabe lässt sich in der CPS sowie im Bildschirm Kanaldetails ändern, sodass einzelne Kanäle eine eigene Leistung erhalten. Bei einem Kanal mit eigener Leistung wird der Wert in Fettschrift dargestellt.

Das Erhöhen oder Verringern der Leistung wirkt sich je nach Kanaltyp unterschiedlich aus:

Bedienung:

Wählbare Leistungsstufen: 50 mW, 250 mW, 500 mW, 750 mW, 1 W, 2 W, 3 W, 4 W, 5 W und +W-. (Das MD-9600 hat eine höhere Ausgangsleistung und entsprechend abweichende Leistungsstufen.)

Die Stufe +W- stellt die PA-Ansteuerung auf den Wert Benutzerleistung aus dem Optionsmenü ein. Voreingestellt ist der Maximalwert, mit dem das Gerät seine maximale Nennleistung abgibt. Über den Zugriff (maximale Leistungsstufe wählen, dann SK2 + Rechts gedrückt halten) wird diese Stufe aktiviert. Ist die Benutzerleistung auf einen niedrigeren Wert gesetzt, lässt sich damit auch eine sehr geringe Leistung (z. B. unter 50 mW) einstellen; Näheres dazu beim Menüpunkt Benutzerleistung.

Achtung: Leistungseinstellungen, bei denen das Gerät mehr abgibt, als es dafür ausgelegt ist, sind ausschließlich für den Notfall gedacht – längerer Betrieb kann die Endstufe (PA) beschädigen.

Hinweise zur Genauigkeit und zu Störaussendungen:

C.2 Kanalmodus

Der Kanalbildschirm zeigt die aktuelle Kanalnummer sowie die aktuelle Zone an.

Kanal und Zone

C.2.1 Kanäle innerhalb einer Zone wechseln

Die Tasten Auf und Ab wechseln den Kanal innerhalb der aktuellen Zone. Die Kanalnummer innerhalb der Zone wird neben dem Zonennamen angezeigt.

C.2.2 Zonen wechseln

Mit SK2 + Auf bzw. SK2 + Ab wird zur nächsten bzw. vorherigen Zone gewechselt.

Andere Zone

C.2.3 Kanalfrequenz anzeigen

Ein langer Druck auf die SK1-Taste blendet die RX- und TX-Frequenz ein – sowohl im DMR- als auch im FM-Betrieb. Im FM-Betrieb zeigt derselbe lange Druck zusätzlich die FM-spezifischen Angaben (CTCSS/DCS und Rauschsperreneinstellung) an; diese werden in Teil D behandelt.

Hinweis: Der umgekehrte Repeaterbetrieb (Vertauschen von TX- und RX-Frequenz) ist ebenfalls eine Funktion des Kanalbildschirms, wird aufgrund seines FM-Bezugs jedoch in Teil D (Abschnitt Repeaterbetrieb) beschrieben.

C.2.4 Kanal-Schnellmenü

Ein Druck auf die Orange-Taste öffnet im Kanalmodus das Schnellmenü des Kanalbildschirms. Innerhalb des Schnellmenüs hat die Orange-Taste dieselbe Funktion wie die grüne Taste und bestätigt die aktuelle Auswahl.

Kanal-Schnellmenü

Hinweis für abweichende Geräte: Der TYT MD-UV380 und der Baofeng RD-5R besitzen keine Orange-Taste. Am MD-UV380 wird das Schnellmenü über SK1 + Grün geöffnet, am RD-5R durch langes Drücken der orangefarbenen MR/VFO-Taste. (Das DM-1701 besitzt hingegen eine Orange-Taste oberhalb der PTT.)

Kanal in den VFO kopieren

Ein Druck auf die Orange-Taste oder die grüne Taste kopiert den Inhalt des aktuellen Kanals in den VFO.

VFO in den aktuellen Kanal einlesen

Ein Druck auf die Orange-Taste oder die grüne Taste bestätigt und speichert den geänderten Kanal im Codeplug-Speicher; die rote Taste bricht ab.

Filter (Kanal)

Die Filtereinstellungen werden mit den Tasten Links und Rechts verändert. Sie unterscheiden sich nach Betriebsart:

Talkaround

Ist Talkaround aktiviert, wird die TX-Frequenz auf die RX-Frequenz gesetzt. Dadurch lässt sich im Simplex-Betrieb auf der Ausgabefrequenz eines Repeaters senden.

Hinweis: Diese Option steht nur zur Verfügung, wenn der aktuelle Kanal eine Frequenzablage besitzt. Sie schließt sich mit dem umgekehrten Repeaterbetrieb (Teil D) gegenseitig aus.

Roaming

Ist der Standort des Geräts gesetzt (über den Standort-Bildschirm der Radio-Info oder per GPS), wird die aktuelle Zone nach aufsteigender Entfernung sortiert und der erste Kanal der Zone ausgewählt. Wählbar sind: Aus, Manuell, 5 km, 10 km, 20 km.

Die Entfernung in Kilometern wird rechts neben dem Zonennamen angezeigt. Voraussetzung ist, dass die Repeater-Standorte der betreffenden Kanäle in der CPS eingetragen und die Option Standort verwenden aktiviert ist.

Hinweise: Die Zone „Alle Kanäle" wird nie sortiert. Während des Sendens erfolgt keine Sortierung, während des Empfangs hingegen schon – auch bei anliegendem Signal. Beim Scannen ist Roaming deaktiviert. Die Entfernung zum Repeater lässt sich auch ohne Sortierung anzeigen (Anzeige-Option Entfernung anzeigen). Bei aktiver Entfernungssortierung wird der Zonenbereich hervorgehoben – auf monochromen Displays invers, auf Farbdisplays mit einem Rahmen.

Stumm (Mute)

Ist Stumm auf Ja gesetzt, gibt das Gerät keinen Ton aus. Die Betriebsart wird dann durchgestrichen dargestellt (DMR, FM, FMN bzw. [DW]). Umschalten lässt sich die Stummschaltung durch langes Drücken der Taste 0.

C.3 VFO-Modus

Der VFO zeigt jederzeit sowohl die TX- als auch die RX-Frequenz an. Ist die RX-Frequenz zur Bearbeitung ausgewählt, erscheint links neben dem R ein Pfeil (>); Änderungen wirken sich dann auf RX aus (und bei gekoppelter Ablage auch auf TX, siehe C.3.2).

VFO-Bildschirm

C.3.1 Frequenzeingabe und Schrittweite

Die Tasten Auf und Ab ändern die Frequenz um die Schrittweite, die für den VFO in der CPS festgelegt ist. Die Schrittweite lässt sich anpassen, indem mit SK2 + Grün der Bildschirm Kanaldetails geöffnet und dort die Einstellung Step verändert wird.

Alternativ ist die direkte numerische Eingabe möglich: Ein Druck auf eine beliebige Zifferntaste startet die Frequenzeingabe.

Frequenzeingabe

Sind alle Ziffern eingegeben, ertönt der Bestätigungston und die Anzeige kehrt zum VFO-Bildschirm zurück; bei einer ungültigen Frequenz ertönt der Fehlerton. Während der Eingabe bricht die rote Taste ab, die Links-Taste löscht die Ziffern einzeln.

C.3.2 Getrennte TX-/RX-Frequenz und Ablage

Um die Sendefrequenz unabhängig von der Empfangsfrequenz einzustellen, wird die SK2-Taste gehalten und dazu die Ab-Taste gedrückt. Die aktuell ausgewählte Frequenz wechselt dann zur TX-Frequenz, und der Pfeil steht links neben dem T statt neben dem R. Mit SK2 + Auf wird wieder die RX-Frequenz ausgewählt. Wird die TX-Frequenz geändert, bleibt die RX-Frequenz unverändert.

Auf diese Weise lassen sich unterschiedliche TX- und RX-Frequenzen einstellen – nützlich etwa für den Satellitenbetrieb, da so sowohl Cross-Band-Betrieb als auch Split-Simplex-Betrieb auf demselben Band möglich sind.

Hinweis: Sind unterschiedliche TX- und RX-Frequenzen gesetzt und ist die RX-Frequenz ausgewählt, ändert eine Anpassung der RX-Frequenz auch die TX-Frequenz – die Differenz (Ablage) bleibt dabei nach Möglichkeit erhalten. Sie bleibt nur dann nicht erhalten, wenn die TX-Frequenz den vom Gerät unterstützten Frequenzbereich verlassen würde.

C.3.3 VFO-Schnellmenü

Ein Druck auf die Orange-Taste öffnet im VFO-Modus das Schnellmenü des VFO-Bildschirms.

VFO-Schnellmenü

Hinweis: Der Baofeng RD-5R besitzt keine Orange-Taste; dort wird das Schnellmenü durch langes Drücken der orangefarbenen MR/VFO-Taste geöffnet.

VFO A oder B

Zweimaliges Drücken der Orange-Taste im VFO-Modus schaltet schnell zwischen VFO A und VFO B um. Ein langer Druck auf die rote Taste wechselt ebenfalls zwischen VFO A und B. (Am Baofeng DM-1801/DM-860 übernimmt die A/B-Taste diese Funktion.)

TX und RX vertauschen

Vertauscht die TX- und die RX-Frequenz. Bestätigung mit der grünen oder der Orange-Taste.

RX-Frequenz auf TX kopieren

Kopiert die RX- auf die TX-Frequenz. Bestätigung mit der grünen oder der Orange-Taste.

TX-Frequenz auf RX kopieren

Kopiert die TX- auf die RX-Frequenz. Bestätigung mit der grünen oder der Orange-Taste.

Filter (VFO)

Diese Funktion ist identisch mit dem in Abschnitt C.2.4 (Kanal-Schnellmenü) beschriebenen Filter.

VFO → neuer Kanal

Die Option VFO → New Chan legt aus den aktuellen VFO-Einstellungen einen neuen Kanal an. Der Name folgt dem Format „New channel NNN", wobei NNN die nächste freie Nummer in der Zone Alle Kanäle ist. Der Kanal wird zusätzlich der aktuell aktiven Zone des Kanalbildschirms hinzugefügt.

Tonsuche (CTCSS/DCS) in FM

Sucht nach vorhandenen CTCSS- oder DCS-Tönen und übernimmt sie in den VFO. Voreingestellt ist die Suche nach allen Tönen (CTCSS und DCS); mit Links oder Rechts lässt sich die Suche auf CTCSS oder DCS eingrenzen. Bestätigung mit Orange oder Grün, Abbruch mit der roten Taste. Beim Abbruch wird der RX-CTCSS-/DCS-Wert auf den Stand vor der Suche zurückgesetzt. Wird ein Ton erkannt, werden sowohl der RX- als auch der TX-CTCSS-/DCS-Wert auf den gefundenen Ton gesetzt.

Dual Watch

In diesem Modus überwacht das Gerät abwechselnd die Frequenzen von VFO A und VFO B. Statt RX- und TX-Frequenz eines einzelnen VFO werden die RX-Frequenzen von VFO A und VFO B angezeigt. Während der Überwachung blinkt im FM-/DMR-Bereich des Bildschirms die Anzeige [DW]. Ein beliebiger Tastendruck beendet Dual Watch.

Hinweise: Dual Watch arbeitet wie der Zonensuchlauf im Kanalmodus. VFO A und B haben gleiche Priorität – bleibt der Suchlauf wegen eines Signals auf einem VFO stehen, wird der andere nicht mehr geprüft. VFO A und B müssen nicht dieselbe Betriebsart haben; jeder kann unabhängig FM, FM schmal oder DMR sein.

Freq Bind

Ist diese Option aktiviert, bleibt die Ablage zwischen Empfangs- und Sendefrequenz erhalten.

Stumm (Mute)

Identisch mit der in Abschnitt C.2.4 beschriebenen Stummschaltung; sie gilt auch im VFO-Modus und lässt sich ebenfalls durch langes Drücken der Taste 0 umschalten.

C.3.4 Spektrum-Sweep

Ein langer Druck auf die Raute-Taste (#) startet den Spektrum-Sweep. Das Gerät durchsucht ein Frequenzband, das um die aktuelle RX-Frequenz zentriert ist, und stellt die Signalstärke als Amplitudenspektrum dar. Die Bandbreite des Suchlaufs steht oben links im Display (z. B. ±800 kHz).

Spektrum-Sweep

Steuerung:

Taste(n) Funktion
Links / Rechts Mittenfrequenz des Sweeps verringern/erhöhen
SK2 + Links / SK2 + Rechts Gesamtbandbreite ändern (Zoom)
Ab / Auf virtuelle Verstärkung verringern/erhöhen
SK2 + Ab / SK2 + Auf virtuellen Rauschpegel verringern/erhöhen
SK1 + Auf oder SK1 + Ab Verstärkung und Rauschpegel auf Standard zurücksetzen

Der Monitor-Modus (langer Druck auf SK2) hält den Suchlauf an und öffnet den Empfänger auf der Mittenfrequenz.

C.4 Senden und Empfangen

C.4.1 Sendevorgang

Während des Sendens zählt der Sprechzeitzähler je nach Kanaleinstellung aufwärts oder abwärts. Ist in der CPS oder im Bildschirm Kanaldetails eine Zeitüberschreitung (Timeout) festgelegt, zählt der Zähler abwärts; beim Erreichen der Grenze ertönt ein Signalton und das Senden wird beendet. Im DMR-Tier-2-Betrieb beginnt der Zähler erst zu laufen, wenn der Repeater aktiv wird.

Beim Senden (FM und DMR) zeigt ein Aussteuerungsmesser (VU-Meter) den Mikrofonpegel als Balken am oberen Bildschirmrand an.

Aussteuerungsmesser (VU-Meter) beim Senden

C.4.2 Sendezeitbegrenzung (TOT) und Warnton

Timeout-Warnton

Im Menü Sound-Optionen lässt sich ein Warnton konfigurieren. Das Gerät gibt dann alle 5 Sekunden einen Signalton aus, sobald die verbleibende Sprechzeit unter dem eingestellten Warnwert liegt.

TOT (Time-Out Timer)

Ist für den aktuellen Kanal oder VFO eine Sendezeitbegrenzung (TOT) eingerichtet, ertönt beim Herunterzählen auf null ein Warnton und das Gerät beendet das Senden.

Zeitüberschreitung (TOT)

C.4.3 Monitor-Modus

Der Monitor-Modus ermöglicht das Mithören eines Signals, auch wenn es gerade durch die DMR-Filter (TG, TS oder CC) bzw. im FM-Betrieb durch den CTCSS-/DCS-Filter oder die Rauschsperre ausgeblendet würde.

Zum Aktivieren wird die SK2-Taste gedrückt gehalten. Nach etwa 2 Sekunden wechselt das Gerät in den Monitor-Modus und verbleibt dort, bis SK2 losgelassen wird.

Bei aktivem Monitor-Modus gilt:

Beim Loslassen der SK2-Taste kehrt das Gerät in die zuvor eingestellte Betriebsart und Filterkonfiguration zurück.

C.5 Scannen

Sowohl der Kanal- als auch der VFO-Bildschirm unterstützen einen Suchlauf; die Bedienung unterscheidet sich geringfügig.

C.5.1 Kanalsuchlauf

Jeder andere Tastendruck beendet den Suchlauf. Während des Suchlaufs blinkt die Modusanzeige DMR bzw. FM.

C.5.2 VFO-Suchlauf

Der VFO-Bildschirm besitzt einen eigenen Suchlaufmodus, der durch einen langen Druck auf die Auf-Taste aufgerufen wird. Ist der Suchlaufmodus aktiv, zeigt das Display statt der TX-Frequenz die untere und die obere Grenzfrequenz des Suchlaufs an. Anfangs sind die Grenzen auf die aktuelle VFO-RX-Frequenz minus 1 MHz bis plus 1 MHz gesetzt.

Die Grenzen lassen sich durch manuelle Eingabe beider Frequenzen ändern, zuerst die untere, dann die obere – zum Beispiel:

1 4 4 0 0 0 1 4 8 0 0 0

Ist der Suchlauf nicht aktiv, ändern die Tasten Auf und Ab wie gewohnt die Frequenz. Jeder andere Tastendruck stoppt einen laufenden Suchlauf.

Hinweis für abweichende Geräte: Am MD-UV380/RT-3S wird die Suchlaufrichtung mit der Ab-Taste umgekehrt und ein Störkanal mit der Stern-Taste markiert. Am MD-9600/RT-90 erfolgt die Bedienung über die Tasten der Frontplatte bzw. des Mikrofons (Richtung umkehren mit der Frontplatten-Ab-Taste oder Mikrofontaste C, Störkanal mit Mikrofontaste B, Überspringen durch Rechtsdrehen des Frontplattenknopfs oder die Mikrofon-Auf-Taste).


Teil D – FM-Betrieb

Dieser Teil bündelt alle Funktionen des analogen FM-Betriebs. Die beschriebenen Tasten beziehen sich auf das Bezugsgerät DM-1701; die Tastennamen folgen der Konvention aus Abschnitt A.1.3 (Links/Rechts entsprechen P1/P2).

D.1 FM-Grundlagen

D.1.1 FM und FM schmal (FMN)

Der FM-Betrieb ist mit zwei Bandbreiten möglich. Bei 25 kHz Bandbreite erscheint oben links im Display der Text FM, bei schmalbandigem Betrieb mit 12,5 kHz Bandbreite der Text FMN.

D.1.2 Bandbreite umschalten

Im FM-Betrieb schaltet die Stern-Taste (*) zwischen 25 kHz und 12,5 kHz Bandbreite um.

D.1.3 FM-spezifische Kanalinformationen anzeigen

Ein langer Druck auf die SK1-Taste blendet die FM-spezifischen Angaben des Kanals ein: die CTCSS-/DCS-Einstellung sowie die Einstellung der Rauschsperre. (Derselbe lange Druck zeigt zusätzlich die RX- und TX-Frequenz an, siehe C.2.3.)

D.2 Selektivruf und Rauschsperre

D.2.1 CTCSS-Ton oder DCS-Code

CTCSS-Töne und DCS-Codes lassen sich für den Kanal oder den VFO festlegen. Neben der FM-Anzeige oben im Bildschirm erscheinen dann die Buchstaben C oder D sowie T, R oder TR.

CTCSS-/DCS-Statusanzeige

Die Kennungen bedeuten:

Sende- und Empfangstöne bzw. -codes können unabhängig voneinander eingestellt werden.

D.2.2 Rauschsperre (Squelch)

Mit den Tasten Links und Rechts wird die FM-Rauschsperre gesteuert.

Rauschsperren-Pegel

Im Rauschsperren-Modus schließt Rechts die Rauschsperre schrittweise weiter, Links öffnet sie schrittweise. Der VFO und jeder Kanal besitzen eigene, auf diese Weise einstellbare Rauschsperren-Werte.

In der CPS lässt sich die variable Rauschsperre für jeden Kanal und den VFO in 5-%-Schritten zwischen offen und geschlossen festlegen (im abgebildeten Beispiel steht die VFO-Rauschsperre auf 20 %).

Wird die Rauschsperre im VFO geändert, bleibt der Wert auch nach einem Neustart des Geräts erhalten. Wird sie hingegen auf einem Kanal geändert, handelt es sich nur um eine vorübergehende Übersteuerung. Um die Änderung dauerhaft zu speichern, mit SK2 + Grün den Bildschirm Kanaldetails öffnen und dort erneut SK2 + Grün drücken, um die Kanaldaten im Codeplug zu sichern.

Hinweis: Ist ein RX-CTCSS aktiviert, hat dieser Vorrang vor der Rauschsperre. Ein Absenken der Rauschsperrenschwelle öffnet die Rauschsperre in diesem Fall nicht.

D.3 Repeaterbetrieb

D.3.1 1750-Hz-Ton

Ein Druck auf die SK2-Taste während einer FM-Aussendung sendet den 1750-Hz-Ton, der für den Betrieb mancher Repeater erforderlich ist.

D.3.2 Umgekehrter Repeaterbetrieb (Reverse)

Im umgekehrten Repeaterbetrieb werden Sende- und Empfangsfrequenz vertauscht, um beispielsweise direkt auf der Ausgabefrequenz eines Repeaters hören und senden zu können.

Das Gerät bleibt im umgekehrten Repeaterbetrieb, auch wenn Kanal oder Zone gewechselt werden. Zum Verlassen wird die Raute-Taste erneut lang gedrückt.

Hinweis: Der umgekehrte Repeaterbetrieb schließt sich mit der Funktion Talkaround (Abschnitt C.2.4) gegenseitig aus.

D.4 DTMF

D.4.1 DTMF-Tonaussendung

Ein Druck auf eine beliebige Taste des Ziffernfelds (außer der grünen und der roten Menütaste) während des Sendens überträgt die DTMF-Töne der jeweiligen Taste.

Bei GD-77, RD-5R, DM-1801 und DM-1801A ist der Ton zusätzlich über den Lautsprecher hörbar. Beim MD-UV380 (und damit auch beim baugleichen DM-1701) sowie beim MD-9600 wird zwar ein Ton über den Lautsprecher wiedergegeben, dieser entspricht jedoch nicht dem tatsächlich gesendeten DTMF-Ton, da die Hardware dieser Geräte die Wiedergabe des echten DTMF-Tons über den Lautsprecher nicht unterstützt.

Beim MD-9600 sind die Mikrofontasten A, B, C und D bereits mit anderen Funktionen belegt (z. B. A = ESC/rote Taste). Zur Eingabe der Buchstaben A bis D dienen dort folgende Tastenfolgen:

Taste(n) DTMF
Auf A
SK1 + Auf B
Ab C
SK1 + Ab D

Hinweis: Die MD-9600-Firmware kann derzeit CTCSS oder DCS nicht gleichzeitig mit DTMF senden.

D.4.2 DTMF-Sequenzeingabe und -aussendung

DTMF-Sequenzeingabe

DTMF-Kontaktliste

Die Verwaltung der DTMF-Kontakte (Anlegen und Bearbeiten) erfolgt über das Menü Kontakte und wird in Teil F beschrieben.

D.5 FM-APRS

Die Firmware kann FM-APRS-Daten (Automatic Packet Reporting System) als FM-AFSK-Aussendung mit 1200 Baud oder 300 Baud senden – unter Verwendung des im Gerät eingegebenen Standorts oder, bei Geräten mit GPS, der GPS-Position. Hintergrundinformationen zu APRS finden sich unter https://en.wikipedia.org/wiki/Automatic_Packet_Reporting_System.

D.5.1 Voraussetzungen

Für die APRS-Aussendung müssen folgende Bedingungen erfüllt sein:

D.5.2 Aussenden einer Bake (Beacon)

Je nach eingestelltem Beaconing-Modus wird die Bake unterschiedlich ausgelöst:

Bei ungültigen Standortdaten erscheint in den Modi Manuell und PTT der Hinweis „Location?", und es wird nichts gesendet. In den automatischen Modi (Auto und Smart) wird erst dann eine Bake gesendet, wenn ein gültiger Standort vorliegt (über den Standort-Bildschirm oder ein GPS-Fix).

Hinweis: Bei einigen Geräten bestätigt eine Tonrückmeldung über den Lautsprecher das Aussenden des Pakets. Dies wird derzeit nicht von allen Geräten unterstützt – insbesondere nicht vom MD-9600 und vom DM-1701, bedingt durch die Hardware.

D.5.3 APRS-Konfiguration und Frequenzverhalten

Die CPS erlaubt bis zu 8 APRS-Konfigurationen mit zahlreichen Parametern, darunter das auf Portalen wie https://aprs.fi angezeigte Symbol (Icon) und ein Kommentartext.

Das Verhalten hinsichtlich der Sendefrequenz:

D.5.4 Anzeige und Hinweise

Ist einem Kanal eine APRS-Konfiguration zugewiesen, erscheint in der Kopfzeile des Kanal- und VFO-Bildschirms neben der Betriebsart (FM/FMN/DMR) der Buchstabe „a" – bei aktiviertem Beaconing in Fettschrift, bei deaktiviertem in normaler Schrift.

Weitere Hinweise:


Teil E – DMR-Betrieb

Dieser Teil bündelt alle Funktionen des digitalen DMR-Betriebs. Die Tastennamen folgen der Konvention aus Abschnitt A.1.3 (Links/Rechts entsprechen am DM-1701 den Tasten P1/P2).

E.1 DMR-Grundlagen

E.1.1 Zeitschlitz und Farbcode

Der DMR-Betrieb (Tier 2) teilt einen 12,5-kHz-Kanal im Zeitmultiplex (TDMA) in zwei Zeitschlitze (TimeSlot 1 und TimeSlot 2), sodass zwei Verbindungen denselben Kanal nutzen können. Der Farbcode (0–15) wirkt dabei ähnlich wie ein CTCSS-Ton im FM-Betrieb: Nur wenn der Farbcode des empfangenen Signals mit dem eingestellten übereinstimmt, wird das Signal ausgewertet. Der Farbcode wird oben im Display als C**x angezeigt (z. B. C1), der aktive Zeitschlitz als TS1 bzw. TS2**.

E.1.2 Zeitschlitz wählen

Im DMR-Betrieb schaltet die Stern-Taste (*) zwischen TimeSlot 1 und TimeSlot 2 um und setzt dies als Zeitschlitz-Übersteuerung (Override). Um eine Zeitschlitz-Übersteuerung wieder aufzuheben, wird die Stern-Taste lang gedrückt.

E.2 Talkgroups und Kontakte

E.2.1 Talkgroup aus der TG-Liste wählen

Mit den Tasten Links und Rechts wird durch die Talkgroups der TG-Liste geblättert, die dem VFO oder Kanal in der CPS zugewiesen ist. Die gewählte Talkgroup gilt sowohl für Empfang als auch für Senden.

Hinweis für abweichende Geräte: Der Baofeng RD-5R besitzt keine Links-/Rechts-Tasten; dort dient die A/B-Taste als Links und die Band-Taste als Rechts.

E.2.2 Zeitschlitz-Zuordnung zur Talkgroup

In der CPS lässt sich jedem digitalen Kontakt bzw. jeder Talkgroup ein Standard-Zeitschlitz zuweisen. Standardmäßig ist die Kanal-Zeitschlitz-Übersteuerung deaktiviert: Wird eine Talkgroup mit Links/Rechts aus der TG-Liste gewählt, ändert sich der über die CPS zugewiesene oder mit der Stern-Taste eingestellte Zeitschlitz des Kanals nicht.

Ist dem digitalen Kontakt hingegen ein Übersteuerungs-Zeitschlitz zugewiesen (z. B. TS 1), wird beim Auswählen dieser Talkgroup über Links/Rechts der Zeitschlitz auf den dem Kontakt zugewiesenen Wert gesetzt. In diesem Fall wird der Zeitschlitz auf dem Kanal-/VFO-Bildschirm als cS**x dargestellt (z. B. cS1**).

E.2.3 Manuelle Talkgroup-Eingabe

Ein Druck auf die Raute-Taste (#) ermöglicht die Eingabe einer beliebigen (Ad-hoc-)Talkgroup-Nummer; die grüne Taste bestätigt.

Talkgroup-Eingabe

Ist die eingegebene Talkgroup in den digitalen Kontakten vorhanden, wird deren Name angezeigt, andernfalls die Nummer (z. B. TG 98977). Ein Druck auf Links oder Rechts kehrt zur zuvor aktiven Talkgroup zurück.

Bei einer manuell eingegebenen Talkgroup zeigt das Display einen 1 Pixel breiten Rahmen um den Talkgroup-Bereich – auch dann, wenn statt der Nummer ein Kontakt- bzw. TG-Name angezeigt wird.

Manuell eingegebene Talkgroup (mit Rahmen)

E.2.4 Talkgroup invers dargestellt

Wird während des Empfangs eines DMR-Signals eine Talkgroup invers dargestellt, bedeutet dies, dass die aktuelle Sende-Talkgroup nicht mit der empfangenen Talkgroup übereinstimmt. Ein Druck auf die PTT würde also nicht auf derselben Talkgroup zurücksenden.

Talkgroup in inverser Darstellung

Um auf derselben Talkgroup wie das empfangene Signal zu senden, wird die SK2-Taste gedrückt, während die Talkgroup invers dargestellt wird. Die Sende-Talkgroup wird dadurch auf die Empfangs-Talkgroup gesetzt.

Sende-Talkgroup auf Empfangswert gesetzt

E.2.5 Digitale Kontakte auswählen

Ein dreifacher Druck auf die Raute-Taste (#) öffnet die in der CPS definierten digitalen Kontakte.

Kontaktauswahl

Der Kontaktname steht in der Bildschirmmitte (z. B. „TG 505 TS2"), die Talkgroup- oder PC-Nummer kleiner am unteren Rand.

Auf dieselbe Weise lassen sich auch Privatrufe (Private Calls) auswählen.

Auswahl eines Privatrufs

E.3 DMR-ID und Anzeigen

E.3.1 Rufzeichen- und Namensanzeige

Wird ein DMR-Signal mit demselben Farbcode empfangen, wie er für den VFO oder Kanal eingestellt ist, zeigt das Display die Talkgroup und die DMR-ID der Station an.

Talkgroup und DMR-ID

Ist die DMR-ID in der zuvor ins Gerät geladenen DMR-ID-Datenbank enthalten, werden Rufzeichen und Name angezeigt.

Rufzeichen und Name

E.3.2 Talker Alias

Wird ein Signal aus dem Brandmeister-Netz empfangen und ist die DMR-ID der Station nicht in der DMR-ID-Datenbank des Geräts enthalten, zeigt das Display die von Brandmeister mitgesendete Talker-Alias-Information an.

Talker Alias

Das Rufzeichen erscheint in der Bildschirmmitte, ergänzende Angaben am unteren Rand. Standardmäßig steht dort der Text „DMR ID:" gefolgt von der DMR-ID-Nummer der Station. Hat die Station im APRS-Abschnitt ihrer Brandmeister-Seite „Self care" einen Text hinterlegt, wird dieser anstelle der DMR-ID-Nummer angezeigt.

Talker-Alias mit Zusatztext

Hinweis: Da die Talker-Alias-Daten langsam übertragen werden (sie sind in die DMR-Audiodatenrahmen eingebettet), erscheint zunächst das Rufzeichen; die DMR-ID bzw. der Zusatztext folgt etwa eine halbe Sekunde später.

E.4 Automatische Talkgroup-/Zeitschlitz-Einstellung

Ist im DMR-Betrieb der DMR-Filter ausgeschaltet, kann das Gerät während des Empfangs automatisch auf die richtige Talkgroup gesetzt werden – auch wenn diese nicht in der TG-Liste steht oder als Kontakt des Kanals definiert ist:

Hinweis: Ist auch der Zeitschlitz-Filter ausgeschaltet, wird der Zeitschlitz ebenfalls übersteuert. Zum Aufheben der Übersteuerungen siehe die Abschnitte E.1.2 (Zeitschlitz wählen) und E.2.3 (Manuelle Talkgroup-Eingabe).

E.5 DMR-Privatgespräche (Private Calls)

E.5.1 Privatgespräch führen

Im DMR-Betrieb, auf dem VFO- oder Kanalbildschirm:

Eingabe der Privatruf-DMR-ID

Hinweise zur Eingabe: Bei einem Fehler löscht die Links-Taste die Ziffern einzeln. In allen numerischen Eingabebildschirmen kehrt die rote Taste zum vorherigen Bildschirm (VFO oder Kanal) zurück. Ist die eingegebene ID in der DMR-ID-Datenbank enthalten, werden Rufzeichen und Name angezeigt; andernfalls erscheint „ID:" gefolgt von der Nummer.

Das Gerät befindet sich nun im Privatruf-Modus. Zur Rückkehr in den normalen Talkgroup-Betrieb gibt es drei Wege:

  1. SK2 + Rote Taste drücken.
  2. Links oder Rechts drücken – dies lädt die nächste Talkgroup der dem VFO/Kanal zugewiesenen TG-Liste.
  3. Die Raute-Taste drücken, eine TG-Nummer eingeben und mit Grün bestätigen.

Hinweis: Im Privatruf-Modus wechselt das Gerät durch einen Druck auf die rote Taste (VFO ↔ Kanal) nicht zurück in den Talkgroup-Modus.

E.5.2 Privatgespräch empfangen

Beim Empfang eines Privatrufs zeigt das Gerät einen Abfragebildschirm mit Rufzeichen und Name (oder ID) des Anrufers.

Abfrage beim eingehenden Privatruf

Wird der Privatruf angenommen, wechselt das Gerät in den Privatruf-Modus und ist sendebereit. ID oder Name des Anrufers werden angezeigt.

Privatruf-Bildschirm

Nach Abschluss des Privatgesprächs führt SK2 + Rote Taste zurück zur zuvor genutzten Talkgroup (ebenso jede der in E.5.1 beschriebenen Methoden).

E.5.3 Eigene DMR-ID vorübergehend ändern (Stations-DMR-ID)

Im Kontaktauswahl-Modus kann mit SK2 + Raute (#) eine alternative DMR-ID für das Gerät eingegeben werden (zu Testzwecken), um die normale, aus dem Codeplug geladene DMR-ID vorübergehend zu übersteuern.

Eingabe einer alternativen DMR-ID

Diese DMR-ID wird für das Senden verwendet, bis das Gerät neu gestartet wird oder über denselben Bildschirm eine andere DMR-ID eingegeben wird. Um die Änderung dauerhaft in den Codeplug zurückzuschreiben, wird zur Bestätigung SK2 + Grün statt nur Grün gedrückt.


Teil F – Menü-Referenz

Dieser Teil beschreibt die Menüpunkte des Geräts systematisch zum Nachschlagen: das Hauptmenü, die acht Options-Untermenüs und die Kanaldetails. Die Satelliten- und GPS-Bildschirme, die im Gerät ebenfalls über das Menü erreichbar sind, werden aufgrund ihres Umfangs in Teil G behandelt.

F.1 Hauptmenü

Das Hauptmenü wird mit der grünen Taste geöffnet.

Hauptmenü

F.1.1 Zone

Über diesen Menüpunkt wird ausgewählt, welche Kanalgruppe (Zone) im Kanalbildschirm verwendet wird. Die Bedienung entspricht der offiziellen Radioddity-Firmware, mit einer Ergänzung.

Zonenliste

Zusätzlich zu den in der CPS definierten und ins Gerät geladenen Zonen erzeugt die Firmware eine besondere Zone namens Alle Kanäle (All Channels).

Zone „Alle Kanäle"

Ist die Zone Alle Kanäle ausgewählt, zeigt der Kanalbildschirm Alle Kanäle und die Kanalnummer statt Zonenname und Kanalnummer an.

Kanalbildschirm mit „Alle Kanäle"

Eingabe „Gehe zu 12"

In diesem Modus lassen sich mehrere Ziffern eingeben; Grün bestätigt, Rot bricht ab. Im Kanalmodus kann außerdem mit gehaltener SK2-Taste und Auf/Ab schnell durch die Zonen geblättert werden.

F.1.2 RSSI

Zeigt eine Signalstärkeanzeige mit dem numerischen RSSI-Wert in dBm sowie einem S-Stufen-Balkendiagramm.

RSSI-Bildschirm

Hinweise: RSSI und S-Meter sind nicht kalibriert und variieren in ihrer Genauigkeit von Gerät zu Gerät. DMR-Signale liefern bauartbedingt (Pulsaussendung) keine genauen RSSI-Werte. Die Zahl oben rechts dient der Fehlersuche und ist der von der Empfängerhardware gemeldete Wert.

F.1.3 Radio-Info

Zeigt verschiedene Statusinformationen des Geräts an. Innerhalb der Radio-Info blättert die Ab-Taste jeweils zur nächsten Seite.

Batteriespannung und Ladestand – zeigt Spannung und prozentualen Ladestand. Ein Halten der SK2-Taste zeigt die reine (nicht gemittelte) Batteriespannung.

Batteriestatus

Reine Batteriespannung

Uhrzeit – zeigt die Zeit in UTC oder Lokalzeit, abhängig von der Anzeige-Option Zeit. Zum Stellen die vollständige Zeit im 24-Stunden-Format (Stunden, Minuten, Sekunden) eingeben und mit Grün bestätigen. Bei Lokalzeit muss zuvor die Zeitzone gesetzt werden.

Echtzeituhr

Hinweise zur Uhr: Die Uhr läuft nur, wenn das Gerät eingeschaltet oder im Suspend-Modus ist. Die Genauigkeit variiert je Gerät, liegt aber bei etwa 5 Sekunden pro Tag.

Datum – zeigt und ermöglicht die Eingabe des Datums (UTC oder Lokalzeit gemäß Anzeige-Option). Format YYYY MM DD (Jahr Monat Tag), Bestätigung mit Grün. Bei Lokalzeit muss zuvor die Zeitzone gesetzt werden.

Datum

Standort – zeigt und ermöglicht die Eingabe des Standorts als Breite/Länge (Lat/Lon). Dieser Bildschirm wird für die Satellitenfunktion und für APRS benötigt.

Standort

Eingabe im Format DD.DDD DDD.DDD (D = Grad). Süd-/Nordhalbkugel mit Ab/Auf, West-/Osthalbkugel mit SK2 + Ab/Auf umschalten. Vor dem Setzen zeigt der Bildschirm „NOT SET" und Fragezeichen anstelle der Werte.

CPU-Temperatur – zeigt die CPU-Temperatur in Grad Celsius.

Temperatur

Batteriespannungsverlauf – zeigt den stündlichen Verlauf der Batteriespannung.

Batteriespannungsverlauf

F.1.4 Kontakte

Kontakte-Menü

F.1.5 Zuletzt gehört (Last Heard)

Zuletzt-gehört-Bildschirm

Zeigt die letzten 32 vom Gerät empfangenen DMR-Stationen.

F.1.6 Firmware-Info und Impressum

Firmware-Info-Bildschirm

Zeigt Datum und Uhrzeit der Firmware-Erstellung sowie auf der ersten Seite den GitHub-Commit-Code in Klammern. Details zum jeweiligen Commit lassen sich anzeigen, indem der Code an https://github.com/rogerclarkmelbourne/OpenGD77/commit/ angehängt wird (z. B. .../commit/a0ebbc7). Mit Ab werden die mehreren Impressumsseiten (Credits) aufgerufen.

Impressum (Credits)

Dort sind die Entwickler der Firmware aufgeführt. Es ist nicht praktikabel, jede an der Entwicklung beteiligte Person aufzulisten.

F.2 Optionen

Das Optionen-Menü fasst acht Untermenüs zusammen.

Optionen-Menü

F.2.1 Allgemeine Optionen

Dieses Menü steuert firmware-spezifische Einstellungen.

Taste lang (Key long) – Zeit in Sekunden, ab der ein Tastendruck als langer bzw. wiederholender Druck gewertet wird.

Taste Wdh. (Key rpt) – Geschwindigkeit der Tastenwiederholung, wenn eine Taste gehalten wird.

Automatische Sperre (Auto lock) – aktiviert die automatische Sperre von Tastatur und PTT. Erfolgt ausschließlich auf dem Kanal- oder VFO-Bildschirm innerhalb der gewählten Zeit keine Bedienung, werden PTT und Tastatur gesperrt (Entsperren siehe B.3.1). Wertebereich: 0,5 bis 15 Minuten in 30-Sekunden-Schritten. Der Suchlauf wird davon nicht beeinträchtigt.

Hotspot – legt fest, ob die Firmware bei Verbindung mit MMDVMHost (inkl. Pi-Star) oder BlueDV in den Hotspot-Modus wechselt. Optionen: Off, MMDVM (für Pi-Star bzw. MMDVMHost), BlueDV. (Der RD-5R/DM-5R unterstützt keinen Hotspot-Betrieb, da die Hardware keine zuverlässige USB-Kommunikation beim Senden erlaubt.)

Temp-Kal. (Temp Cal) – Kalibrierung des internen CPU-Temperatursensors, ±10 °C in 0,5-°C-Schritten. Der Wert ist die vom CPU selbst gemessene Temperatur, nicht die der Endstufe oder des gesamten Geräts.

Batt-Kal. (Batt Cal) – Kalibrierung der Spannungsanzeige, ±0,5 V. Die Messung erfolgt an der internen Spannungsschiene und kann von der an den Ladeklemmen gemessenen abweichen (besonders beim Senden). Die Kalibrierung wirkt auf Spannungs- und Prozentanzeige.

Öko-Stufe (Eco Level) – steuert die Empfangs-Stromsparfunktion (Wertebereich 0–5). Zur Stromersparnis werden Empfänger und Teile der Elektronik kurzzeitig abgeschaltet. 0 deaktiviert das Stromsparen (Dauerbetrieb). Voreinstellung ist 1 (Tastverhältnis 1:1, Gesamtperiode 240 ms, 120 ms ein / 120 ms aus; Stromsparen beginnt erst nach 10 Sekunden Ruhe).

Stufe Verzögerung (s) Max. Latenz (ms) Ø-Strom (mA) Akkulaufzeit (h)
0 62 32
1 10 240 41 49
2 8 330 33 60
3 6 500 28 72
4 4 810 24 84
5 4 1360 22 93

Höhere Stufen senken den Stromverbrauch und verlängern die Laufzeit im Ruhezustand. Sobald ein Signal empfangen wird, schaltet das Gerät sofort alle nötige Hardware ein. Zu hohe Stufen können jedoch dazu führen, dass Signale, die kürzer als die Gesamtperiode sind, nicht mehr erkannt werden. Die Stufen 2 und 3 funktionieren für die meisten Anwender ohne merklichen Nachteil; 4 und 5 können die Signalerkennung leicht verschlechtern.

Suspend (Bereitschaft) – legt fest, was beim Ausschalten über den Lautstärke-/Ein-Aus-Regler geschieht. Zur Aufrechterhaltung der Echtzeituhr gibt es einen Suspend-Modus, in dem der CPU langsam weiterläuft, während alle übrigen Systeme abgeschaltet sind. Bei aktiviertem Suspend versetzt das Ausschalten das Gerät in den Suspend-Modus; Einschalten weckt es. Wird SK2 beim Ausschalten gehalten, erfolgt (bei aktiviertem Suspend) eine vollständige Abschaltung ohne Echtzeituhr; bei deaktiviertem Suspend wechselt das Gerät dann in den Suspend-Modus. Suspend verbraucht etwa 20 mA und entlädt einen vollen Akku in rund 3–4 Tagen. Diese Einstellung ist nur bei GD-77, DM-1801 und DM-1801A verfügbar – nicht beim DM-1701.

Sicherer Einschaltvorgang (Safe Power On) – erfordert beim Einschalten das Drücken von SK1 und verhindert so ungewolltes Einschalten (z. B. im Rucksack). Nicht verfügbar beim MD-9600/RT-90; beim RD-5R hingegen auch dann, wenn Suspend nicht verfügbar ist.

APO (Auto Power Off) – schaltet das Gerät ab, wenn innerhalb der gewählten Zeit keine Taste bzw. PTT betätigt wird. Eine Minute vor dem Abschalten erscheint „APO" mit Signaltönen. Nicht wirksam beim Scannen, bei gesetztem Satellitenalarm oder im Hotspot-Betrieb. Bei aktivem APO wird die Batterieanzeige fett dargestellt. Technisch nutzt APO dieselbe Stromsparfunktion wie Suspend, sodass weiterhin etwa 16 mA verbraucht werden.

APO mit RF – ist APO aktiviert, wird der APO-Timer zusätzlich beim Empfang eines gültigen Signals zurückgesetzt.

Sat (Satelliten-Nachführung) – steuert, ob im Satellitenmodus (Polar- oder Live-Bildschirm) automatisch zum nächsten verfügbaren Satelliten gewechselt wird, sobald der aktuelle untergegangen ist. Voreinstellung Manuell (kein Wechsel); Auto wechselt automatisch.

GPS – nur bei Geräten mit GPS-Empfänger verfügbar (u. a. MD-9600/RT-90 und MD-UV380/RT-3S mit optionalem GPS). Da der GPS-Empfänger dauerhaft über 50 mA verbraucht, ist er standardmäßig nicht eingeschaltet. Optionen: Off (GPS-Modul aus), On (ein), NMEA (sendet alle NMEA-Daten an die USB-Schnittstelle), Log (protokolliert NMEA-Daten in den Flash-Speicher). Zeigt der Wert None, wurde kein GPS-Modul erkannt.

GPS-Logging: Der Speicher wird als Ringpuffer genutzt. Bei jedem Start wird eine Marke gesetzt, danach werden sekündlich die G*RMC-Zeilen und einmal pro Minute für eine Sekunde alle NMEA-Zeilen protokolliert.

Flash-Größe NMEA-Speicher
16 Mb 2 Mb
2 Mb und 8 Mb 1 Mb
1 Mb 288 kb oder 832 kb

Auf 1-Mb-Geräten (z. B. GD-77) wird der Speicher der DMR-ID-Datenbank mitverwendet; das Aktivieren des GPS-Loggings löscht dort die DMR-ID-Daten, die anschließend neu aus der CPS geladen werden müssen. Die exportierten Dateien lassen sich u. a. mit https://www.opengd77.com/downloads/mapviewer/ oder https://www.gpsvisualizer.com/ auswerten.

Achtung: Ist GPS auf NMEA gestellt, kann die CPS nicht mehr mit dem Gerät kommunizieren. Für die CPS-Nutzung GPS auf Off oder On setzen.

Gesperrt (Locked) – schützt die Kanalkonfiguration, sodass keine dauerhaften Änderungen im nichtflüchtigen Speicher möglich sind (siehe F.3 sowie C.2.4). Betrifft nicht die VFOs, Kontakte usw.

F.2.2 Radio-Optionen

Dieses Menü steuert Einstellungen der HF-Funktionalität.

Bandgrenzen (Band Limits) – legt die Frequenzbereiche fest, in denen gesendet werden darf. Optionen: OFF (keine Begrenzung), ON (US-Bandgrenzen: 144–148 MHz, 222–225 MHz, 420–450 MHz; Voreinstellung), CPS (in der CPS gesetzte VHF-/UHF-Grenzen; bei ungültigen Werten greift die Voreinstellung).

CPS-Fenster für Bandgrenzen

Die CPS-Bandgrenzen ändern nicht die Hardware-Grenzen; eine Erweiterung darüber hinaus ist nicht möglich. Die Hardware-Grenzen sind 127–178 MHz, 190–282 MHz (nicht MD-9600/RT-90) und 380–564 MHz – bedingt durch den HF-Chip AT1846S, der außerhalb nicht zuverlässig arbeitet. Für den 200-MHz-Bereich besitzt das Gerät weder PA- noch Rx-Sektion, sodass dort hohe Nebenaussendungen (meist auf der 1. Harmonischen) auftreten.

TX-Sperre (TX Inhibit) – verhindert unbefugtes oder versehentliches Senden. Optionen: OFF (Senden möglich), ON (Senden gesperrt). Bei aktiver Sperre sind auch APRS-Beaconing, VOX-Auslösung und Satellitenaussendungen deaktiviert.

Filterzeit (Filter time) – wirkt nur bei ausgeschalteter Zeitschlitz-Filterung (Filter: Off im Schnellmenü). Legt fest, wie lange auf einem Zeitschlitz gehört wird, bevor wieder der andere geprüft wird, und verhindert so ein Umschalten bei längeren Sprechpausen.

Scan-Verzögerung (Scan delay) – Dauer, die das Gerät bei Signalempfang auf einen Kanal abgestimmt bleibt, bevor der Suchlauf fortgesetzt wird. Wirksam im Scan-Modus Pause.

Scan-Verweildauer (Scan dwell) – Dauer, die der Empfänger je Frequenz auf ein Signal wartet. Voreinstellung 30 ms; bei DMR werden mindestens 60 ms verwendet (eine komplette DMR-Rahmenlänge über beide Zeitschlitze). Längere Werte helfen bei schwachen Signalen, verringern aber die Anzahl geprüfter Frequenzen pro Sekunde.

Scan-Modus (Scan mode) – Verhalten beim Signalempfang: Hold (bleibt dauerhaft abgestimmt), Pause (bleibt für Scan-Verzögerung abgestimmt, dann weiter), Stop (beendet den Suchlauf beim ersten gültigen Signal).

Beim Booten scannen (Scan on Boot) – legt fest, ob das Gerät nach dem Einschalten automatisch mit dem Suchlauf beginnt. Voreinstellung Off.

VHF-/220-/UHF-Rauschsperre – Rauschsperrenpegel für das jeweilige Band im FM-Betrieb (Kanal oder VFO). Voreinstellung jeweils 45 %.

PTT-Verriegelung (PTT Latch) – bei aktiver Verriegelung schaltet die PTT zwischen Senden und Empfangen um; die PTT muss nicht dauerhaft gehalten werden. Funktioniert nur, wenn für Kanal oder VFO eine Sendezeitbegrenzung definiert ist (Schutz vor Dauersenden).

PC zulassen (Allow PC) – erlaubt den Empfang von Privatrufen.

Benutzerleistung (User Power) – steuert den PA-Pegel bei aktivierter Leistungsstufe +W-. Der Wert ist der interne Zahlenwert an den Digital-Analog-Wandler der PA-Ansteuerung (0–4100; Voreinstellung 4100 = Maximum). Damit sendet +W- die maximal mögliche Leistung, in der Regel über 5 W (auf UHF ca. 5,5–6 W, auf VHF ca. 7–8 W bei vollem Akku am GD-77). Niedrige Werte ermöglichen sehr geringe Leistungen (z. B. unter 50 mW, etwa für einen lokalen Hotspot). Ein Wert von 0 unterbindet die PA-Ansteuerung, jedoch erzeugt der HF-Chip weiterhin ein (geringes) HF-Signal. Die tatsächliche Leistung variiert stark je Gerät, Akkuspannung und Frequenz – nur ein Leistungsmesser gibt Gewissheit.

DMR-CRC (DMR crc) – deaktiviert die DMR-CRC-Prüfung, was beim Mithören bestimmter Netze hilfreich sein kann.

Modus (Mode)nur beim TYT MD-UV380 (10-W-Version, nicht Plus): zeigt die Leistungswerte auf der 10-W-Skala an. Ohne Einfluss auf die tatsächliche Ausgangsleistung.

F.2.3 Anzeige-Optionen

Hinweis: Der DM-1701 gehört (wie MD-UV380/RT-3S/RT-84) zur Farbdisplay-Familie. Einstellungen, die als „nur auf Farbplattformen" gekennzeichnet sind, gelten daher für den DM-1701.

Textgröße (Text size)(nur Farbplattformen) bei Wert 1 (Standard) normale Schrifthöhe, bei 2 werden einige Schriften doppelt hoch dargestellt.

Helligkeit (Brightness) – regelt die Display-Hintergrundbeleuchtung von 0 % bis 100 % (zwischen 10 % und 100 % in 10-%-Schritten, darunter in 1-%-Schritten) mit Links/Rechts. Voreinstellung 100 %.

Nacht-Helligkeit (Nite Bright) – wie Helligkeit, jedoch wirksam bei aktivem Nacht-Theme (siehe Auto Nacht).

Min.-Helligkeit (Min Bright) – Hintergrundbeleuchtung im „Aus"-Zustand. Voreinstellung 0 % (keine Beleuchtung).

Kontrast (Contrast) – stellt den Displaykontrast ein; höhere Werte machen die Schrift dunkler, lassen aber auch den Hintergrund dunkler werden.

Modus (Mode) – Verhalten der Hintergrundbeleuchtung: Auto (schaltet bei Ereignissen ein, z. B. Empfang oder Tastendruck), Squelch (leuchtet bei offener Rauschsperre bzw. gültigem DMR-Signal und für die eingestellte Nachleuchtzeit, mindestens 5 s), Manuell (Ein/Aus über SK1), Tasten (leuchtet bei jedem Tastendruck), Keine (nie).

Zeitüberschreitung (Timeout) – Zeit bis zum Erlöschen der Beleuchtung. Voreinstellung „Keine" (kein Ausschalten).

Bildschirm (Screen) – normale oder invertierte Darstellung. Normal: heller Hintergrund/dunkle Pixel (monochrom) bzw. positive Themefarben (Farbe). Invertiert: umgekehrt.

Auto Nacht (Auto night) – wechselt automatisch zwischen Tag- und Nacht-Theme je nach Tageszeit. Voraussetzung: Standort, Datum und Zeit müssen gesetzt sein (manuell in der Radio-Info oder per GPS). Die Firmware berechnet Sonnenauf-/-untergang. Auf Farbplattformen sind beide Themes editierbar (siehe Theme-Optionen); auf Monochromplattformen wird zwischen normaler (Tag) und invertierter (Nacht) Anzeige gewechselt. Mit SK1 + Rot (nur Kanal-/VFO-Bildschirm) lässt sich das aktuelle Theme übersteuern, wodurch die automatische Umschaltung deaktiviert wird; ein langer Druck auf SK1 + Rot hebt die Übersteuerung auf.

Reihenfolge (Order) – Quelle der angezeigten DMR-Kontaktdaten: Ct (digitale Kontakte im Codeplug), Db (DMR-ID-Datenbank), TA (Talker Alias). Voreinstellung Ct/Db/TA: zuerst Kontakte, dann Datenbank, dann Talker Alias.

Kontakt (Contact) – Position der DMR-Rufzeichen-/Namensanzeige: 1 Zeile (nur Mittelzeile; längerer Talker-Alias-Text wird abgeschnitten), 2 Zeilen (Rufzeichen mittig, Name/Zusatz unten), Auto (je nach Länge 1 oder 2 Zeilen). Voreinstellung 1 Zeile.

Zeit (in Kopfzeile)(nur Farbplattformen und MD-9600) zeigt die Uhrzeit (hh:mm) rechts in der Kopfzeile statt des Ladestands; mit SK1 lässt sich kurzzeitig der Ladestand einblenden. Bei kritischem Ladestand wird dieser stets angezeigt.

Batterie (Einheit) – Anzeige als Prozent (%) oder Spannung (V). Beim MD-9600/RT-90 (12-V-Versorgung) wird stets die Spannung angezeigt.

Info – steuert, ob DMR-Zeitschlitz und/oder Leistungsstufe fett dargestellt werden, wenn eine Übersteuerung vorliegt (Zeitschlitz aus Kontakt-Override bzw. kanalspezifische Leistung). Voreinstellung Off.

Lautstärke (Volume)(nur MD-UV380/RT-3S/DM-1701/RT-84) zeigt beim Drehen des Lautstärkeknopfes eine visuelle Balkenanzeige.

LEDs – steuert die grüne/rote LED an der Geräteoberseite (Voreinstellung On: grün bei Empfang, rot beim Senden).

Zeitzone (Timezone) – setzt die lokale Zeitzone. Rechts/Links ändern in 1-Stunden-Schritten; mit SK2 + Rechts/Links in 15-Minuten-Schritten.

UTC/Lokalzeit – legt fest, ob eingegebene und angezeigte Zeit/Datum „UTC" oder „Lokal" sind. Bei Nein wird die Zeitzone der Radio-Info zur Berechnung herangezogen; bei Ja wird allen Zeiten „UTC" nachgestellt.

Entfernung anzeigen (Show dist) – zeigt die Entfernung zum Repeater (in km) rechts neben dem Zonennamen. Voraussetzung: gesetzter Kanalstandort (CPS) und gültiger Gerätestandort. Andernfalls „--- km".

Letzter Sprecher (Last talker) – zeigt im Digitalbetrieb abwechselnd den Kanalkontakt und die zuletzt empfangene Station (Anzeigedauer 1–30 s).

F.2.4 Sound-Optionen

Signalton bei Zeitüberschreitung (Timeout beep) – gibt beim Senden Warntöne aus, wenn die Sendezeitbegrenzung abzulaufen droht.

Signaltonlautstärke (Beep volume) – Lautstärke der Signaltöne, von 100 % bis 10 % in Stufen von −24 dB bis +6 dB.

DMR-Ton (DMR Beep) – Signaltöne am Start und/oder Ende von DMR-Aussendungen: None, Start, Stop, Both. Der Startton bestätigt die Verbindung zum Repeater (nur in der Hauptsendephase, nicht beim „Wecken"). Diese Töne erklingen nur über den Lautsprecher und werden nicht mitgesendet.

RX-Ton (RX Beep) – Töne bei Signalempfang (FM und DMR), abhängig von Träger und/oder Sprecher: None, Carrier, Talker, Both. Bei Talker entsprechen die FM-Töne den DMR-Talker-Tönen.

Talker – steuert die Talker-Option des RX-Tons: End only (nur bei Sprechende) oder Both (Beginn und Ende).

DMR-Mikrofon (DMR mic) – Verstärkung des DMR-Mikrofoneingangs relativ zum Standard, in 3-dB-Schritten (0 dB = Standard). Wirkt nur auf DMR.

FM-Mikrofon (FM mic) – Verstärkung des FM-Mikrofoneingangs relativ zum Standard (positive Werte mehr, negative weniger Verstärkung).

VOX-Schwelle (VOX Threshold) – Mikrofonpegel, ab dem VOX das Senden auslöst.

VOX-Nachlauf (VOX Tail) – Zeit nach dem Sprechende bis zum Sendeende. Der Wert 0 ist für Sonderfälle (z. B. Voice-Modem-Software) gedacht, nicht für Sprache.

Eingabeaufforderung (Prompt) – akustische Rückmeldung auf Tastendrücke: Silent (keine), Beep (Signalton in zwei Tonhöhen – der höhere Ton beim ersten Listeneintrag, bei TS1, im DMR-Modus und bei niedrigster Leistung), No Keys (wie Beep, aber ohne Ton bei Tastendrücken). Zusätzlich unterstützt die Firmware Sprachansagen, sofern über die CPS eine Sprachdatei geladen wurde – in drei Stufen: Voice (Stufe 1: Ziffern-/Raute-Tasten, Rauschsperrenänderungen, Menüpunkte und -werte werden sofort angesagt), Voice L2 (wie L1, aber knappere Folgeansage bei Tastendruck während einer Ansage) und Voice L3 (alles sofort, inkl. Kanal- und Talkgroup-Namen beim Durchblättern). Mit SK1 lässt sich die letzte Ansage wiederholen; ein Druck auf SK1 während einer Ansage bricht diese ab.

DMR-Rx-AGC – regelt die DMR-Audiopegelung. Aktiviert überwacht die Firmware den Spitzenpegel des DMR-Empfangstons und passt die Ausgangsverstärkung an, damit der Lautsprecherpegel konstanter bleibt. Standardmäßig deaktiviert (Off); 0 dB aktiviert die Funktion, höhere Werte erhöhen die Zusatzverstärkung (zu hohe Werte führen zu Verzerrungen). Die Anpassung dauert etwa 1 Sekunde je neuer Station; der ermittelte Wert wird je Station in den „Zuletzt gehört"-Daten gespeichert und beim Wiederhören sofort angewandt.

Klick-Unterdrückung (Click suppr)nur MD-9600/RT-90: reduziert das laute Klicken beim Einschalten des Audioverstärkers. Ein leises Klicken kann bleiben; vollständige Beseitigung erfordert eine Hardware-Modifikation.

F.2.5 Sprache

Wählt die Sprache der Bildschirmtexte. Dies ändert nicht die Sprache der Sprachansagen, da diese nicht Teil der Haupt-Firmware sind und separat über die CPS geladen werden. Nicht alle Sprachen werden aktiv gepflegt; Übersetzungsfehler können im OpenGD77-Forum gemeldet werden.

F.2.6 Kalibrierung

Im Kalibrierbildschirm wechselt SK2 + Ab/Auf zum nächsten bzw. vorherigen Kalibrierabschnitt.

Kal.-Frequenz (Cal Freq) – wählt den aktuellen Kalibrierpunkt (Sendefrequenz). Es gibt 5 Punkte für VHF und 8 für UHF; zwischen ihnen wird interpoliert. Für das 2-m-Band müssen die Punkte 136,0 MHz, 145,5 MHz und 155,0 MHz angepasst werden, da 144–148 MHz mehrere Punkte überspannt.

Kal.-Leistung (Cal Power) – je Kalibrierpunkt sind vier Leistungsstufen zu kalibrieren: 250 mW, 1 W, 2 W und 4 W.

Leistung anpassen (Power Adjust) – steuert die PA-Ansteuerung (8-Bit-Wert 0–255; 0 = keine, 255 = maximale Ansteuerung).

Frequenz anpassen (Freq Adjust) – justiert die Referenzoszillatoren (8-Bit-Wert 0–255; kleiner = niedrigere Frequenz). VHF und UHF haben getrennte Oszillatoren, daher je einmal auf beiden Bändern anzupassen.

Werks-Kalibrierung (Factory Cal) – setzt die Kalibrierung auf Werkswerte zurück. Normalerweise „Nein"; zum Zurücksetzen auf „Ja" und Grün.

Kalibrierverfahren: (1) Leistungsmesser und Abschlusswiderstand (Dummy Load) bereitstellen, (2) Gerät an den Leistungsmesser anschließen, (3) Dummy Load an den Antennenausgang des Messers, (4) gewünschten Kalibrierpunkt wählen, (5) Leistungsstufe wählen (z. B. 250 mW), (6) PTT drücken und Leistung anpassen, bis der Messer den Sollwert zeigt, (7) Schritte 5–6 für alle Stufen, (8) Schritte 4–7 für alle Punkte wiederholen. Grün verlässt den Bildschirm und behält die Werte nur im RAM; SK2 + Grün speichert dauerhaft.

F.2.7 Theme-Optionen

Dieser Bildschirm gilt derzeit nur für MD-UV380/RT-3S/DM-1701/RT-84 – also auch für das Bezugsgerät DM-1701.

Theme-Auswahl (Theme Chooser) – wählt das Tag- oder Nacht-Theme (siehe Anzeige-Option Auto Nacht). Grün öffnet die Theme-Optionen.

Theme-Optionen – Anpassung der Theme-Farben.

Theme-Optionen

Farbwähler (Colour Picker) – Bearbeitung der Elementfarbe.

Farbwähler

Mit Links/Rechts (bzw. dem Drehknopf) werden die Kanäle Rot, Grün und Blau verändert. Ein gehaltenes SK2 verdreifacht die Schrittweite. Standardschritte: 8 für Rot und Blau (Maximum 248), 4 für Grün (Maximum 252) – bedingt durch das Farbformat RGB 565. Grün übernimmt, Rot verwirft.

Die vollständige Liste der Theme-Elemente:

Theme-Elemente (1 von 2)

Theme-Elemente (2 von 2)

F.2.8 APRS-Optionen

Beaconing-Modus – wählt den Aussendemodus: Off (kein Beaconing), Manuell (SK1 + 2 auf dem Kanal-/VFO-Bildschirm sendet eine Bake), PTT (Bake beim Loslassen der PTT, unter Beachtung des Intervalls), Auto (automatisch in Zeitintervallen), Smart (SmartBeaconing™-Algorithmus). Auf dem Kanal-/VFO-Bildschirm lässt sich das Beaconing mit SK1 + 1 kurzzeitig ein-/ausschalten.

Beaconing-Kanalleistung (Beaconing Ch Power) – legt eine eigene Sendeleistung für das APRS-Beaconing fest (siehe C.1.4). Standardmäßig wird die Gesamtleistung (Master) verwendet.

Beaconing-Standort (Location) – Quelle der gemeldeten Position: Channel (APRS-Konfiguration bzw. Standort aus der Radio-Info) oder GPS (Position/Geschwindigkeit/Richtung per GPS).

Beaconing-Ausgangsintervall (Initial Interval) – Ausgangsintervall automatischer Aussendungen; wirksam bei PTT oder Auto.

Beaconing-Verfall (Decay Algorithm) – verlängert das Intervall fortlaufend, solange sich die Position nicht ändert (Verdopplung bis maximal das 32-Fache des Intervalls). Beispiel bei 1 Minute: 1, 2, 4, 8, 16, 32, 32, … Minuten.

Beaconing-Komprimierung (Compression) – aktiviert die APRS-Komprimierung (Position/Geschwindigkeit/Richtung) und verkürzt die Sendezeit.

SmartBeaconing™ – von Tony Arnerich (KD7TA) und Steve Bragg (KA9MVA) entwickelter Algorithmus, der die Bakenaussendung nach Richtung und Geschwindigkeit optimiert. Voreinstellungen per Zifferntaste:

Taste Voreinstellung
0 Standardwerte
1 Auto
2 E-Bike
3 Fahrrad
4 zu Fuß
5 Segeln
6 APRSdroid

Der Algorithmus ist über folgende Werte einstellbar (bei allen erhöht gehaltenes SK2 die Schrittweite):

F.3 Kanaldetails (Feldreferenz)

Der Bildschirm Kanaldetails wird über das Menü oder direkt mit SK2 + Grün geöffnet und listet alle Felder eines Kanals (bzw. des VFO) auf.

Kanaldetails-Bildschirm

Kanalname (Channel name) – zeigt und ändert den Kanalnamen. Ein blinkender Unterstrich markiert die Einfügeposition. Über das Ziffernfeld werden Zahlen und Buchstaben eingegeben (z. B. „2" liefert zunächst 2, ein sofortiges erneutes „2" den Buchstaben „A"). SK2 + Links löscht ein Zeichen.

RX – Empfangsfrequenz, Eingabe über das Ziffernfeld.

TX – Sendefrequenz, Eingabe über das Ziffernfeld oder über Repeater-Ablagen (siehe unten).

Repeater-Ablagen (Repeater Shifts): Die meisten üblichen Ablagen werden unterstützt. Hat die TX- oder RX-Frequenz den Fokus, wenden Links/Rechts (bzw. der Drehknopf) eine Ablage auf die RX-Frequenz an, um die TX-Frequenz zu setzen. Unterstützte Werte: 0,0 MHz, ±600 kHz, ±1,0 MHz, ±1,5 MHz, ±1,6 MHz, ±2,0 MHz, ±4,6 MHz, ±5,0 MHz, ±7,0 MHz, ±7,6 MHz, ±9,0 MHz und ±9,4 MHz.

Repeater-Ablage

Modus (Mode)FM oder DMR.

Standort (Location) – aktiviert die Nutzung der Kanalkoordinaten für die Roaming-Funktion (C.2.4). Ein langer Druck auf die 8-Taste zeigt Richtung und Entfernung zum Repeater. Koordinaten siehe Lat und Lon.

Lat – setzt die geografische Breite des Kanals. Süd-/Nordhalbkugel mit Ab/Auf umschalten, dann den Wert in Grad (Format DD.DDDD) eingeben; Links löscht die zuletzt eingegebene Ziffer. Die Halbkugel muss vor der letzten Ziffer geändert werden. Grün setzt die verbleibenden Stellen auf null. Bei GPS-Fix aktualisiert ein langer Druck auf die Stern-Taste (außerhalb der Koordinateneingabe) den Kanalstandort auf die aktuelle Position.

Lon – setzt die geografische Länge des Kanals (Format DDD.DDDD). West-/Osthalbkugel mit Ab/Auf; im Übrigen wie Lat.

DMR-ID – bei DMR-Kanälen kann eine kanalspezifische DMR-ID über das Ziffernfeld eingegeben werden.

Farbcode (Color Code) – setzt den Farbcode bei DMR-Betrieb.

Zeitschlitz (Timeslot) – wählt bei DMR-Betrieb Zeitschlitz 1 oder 2.

TG-Liste (TG Lst) – wählt die dem Kanal zugewiesene TG-Liste (nur DMR). Es kann entweder TG-Liste oder Kontakt zugewiesen werden, nicht beides.

Kontakt (Contact) – wählt den dem Kanal zugewiesenen Kontakt (nur DMR). Es kann entweder Kontakt oder TG-Liste zugewiesen werden.

Rx CSS (CTCSS oder DCS) – setzt den Empfangs-CTCSS-Ton bzw. -DCS-Code bei FM-Betrieb. Für Tx- und Rx-CSS gilt: Langer Druck auf Rechts/Links springt 5 Einträge vor bzw. zurück; SK2 + Rechts/Links springt an das Ende bzw. den Anfang der Liste.

Tx CSS (CTCSS oder DCS) – setzt den Sende-CTCSS-Ton bzw. -DCS-Code bei FM-Betrieb.

BW (Bandbreite) – setzt die Rx-/Tx-Bandbreite im FM-Betrieb auf 25 kHz oder 12,5 kHz.

Schritt (Step) – wählt die Frequenzschrittweite des Kanals bzw. VFO.

TOT – schaltet die Sendezeitbegrenzung OFF oder ON.

Nur Rx (Rx Only) – bei ON ist der Kanal nur zum Empfang bestimmt. Ein Druck auf die PTT erzeugt dann die Meldung „ERROR Rx Only"; es wird nicht gesendet.

Zone überspringen (Zone Skip) – überspringt den Kanal beim Suchlauf innerhalb der Zone.

Alle überspringen (All Skip) – überspringt den Kanal beim Suchlauf in der Zone „Alle Kanäle".

VOX – aktiviert oder deaktiviert VOX (sprachgesteuertes Senden).

Kanalleistung (Ch Power) – legt eine kanalspezifische Sendeleistung fest oder stellt den Kanal auf die Gesamtleistung (Master) zurück (siehe C.1.4). Standardmäßig verwenden alle Kanäle die Gesamtleistung.

Rauschsperre (Squelch, Kanal) – legt eine kanalspezifische Rauschsperre fest. Standardmäßig gilt die Master-Rauschsperre (der Bandwert aus den Radio-Optionen); mit Links/Rechts wird ein eigener Wert in 5-%-Schritten gesetzt.

Signalton (Beep, Kanal) – legt fest, ob auf dem Kanal Signaltöne erklingen. Standardmäßig aktiviert; per Nein kanalweise abschaltbar.

Öko (Eco, Kanal) – legt fest, ob die Öko-Stromsparfunktion auf dem Kanal wirkt. Standardmäßig aktiviert; per Nein kanalweise abschaltbar.

TA Tx TSx – aktiviert die Aussendung von Talker-Alias-Daten auf dem angegebenen Zeitschlitz (TS1/TS2). Optionen: Off (keine Aussendung), APRS (verwendet die Position aus der Radio-Info bzw. dem GPS), Text (verwendet Zeile 1 und Zeile 2 aus dem CPS-Bildschirm „Boot Item", ohne Leerzeichen dazwischen), Both (beides abwechselnd).

Hinweise: Der Empfang von Talker Alias ist immer aktiv – diese Funktion steuert nur die Aussendung. Ihre Nutzung verursacht Probleme bei Motorola-basierten Repeatern und Netzen und sollte nur im Simplex-Betrieb sowie ggf. bei Brandmeister und anderen Netzen verwendet werden, die Talker Alias korrekt unterstützen.

APRS (Kanal) – legt die für diesen Kanal/VFO verwendete FM-APRS-Sendekonfiguration fest (siehe D.5). Voreinstellung „Keine".

DMO erzwingen (Force DMO) – stellt den Kanal auf Simplex-/DMO-Betrieb, selbst wenn Sende- und Empfangsfrequenz unterschiedlich sind.

Änderungen übernehmen und speichernGrün bestätigt die Änderungen; SK2 + Grün speichert sie im Codeplug (beim VFO in den nichtflüchtigen Einstellungen); Rot schließt das Menü ohne Änderungen.


Teil G – Erweiterte Funktionen und Gerätespezifisches

Dieser Teil behandelt Spezialbetriebsarten (Satellit, GPS, Hotspot), die Boot-Tastenkombinationen sowie die Besonderheiten der vom DM-1701 abweichenden Geräte.

G.1 Satellitenbetrieb

Der Satellitenbildschirm sagt anhand von Standort, Datum und Uhrzeit voraus, wann Amateurfunksatelliten in den nächsten 24 Stunden über den aktuellen Standort ziehen. Er korrigiert automatisch die Dopplerverschiebung von Sende- und Empfangsfrequenz und zeigt Azimut und Elevation des Satelliten numerisch sowie als Polardiagramm an.

Voraussetzungen vor der Nutzung:

Fehlen Zeit/Datum oder Standort, fordert das Gerät zur Eingabe auf. Nur MD-9600/RT-90, MD-UV380/RT-3S und DM-1701 besitzen eine Echtzeituhr; bei Geräten ohne Echtzeituhr sind Zeit/Datum nach einem Aus- und Einschalten gelöscht und neu einzugeben. Da das Laden der Keps aus der CPS zugleich Zeit und Datum setzt, ist es in der Praxis oft einfacher, die Keps zu laden, als Zeit/Datum von Hand einzustellen.

Satellitenfrequenzen und CTCSS müssen nicht eingestellt werden – sie werden mit den Keps aus der CPS geladen. Zum Ändern oder Hinzufügen von Satelliten lässt sich die mit der CPS installierte Datei satellites.txt bearbeiten. Bei Satelliten wie SO-50, die einen „Arming"-CTCSS-Ton benötigen, wird während des Sendens SK1 gedrückt, um den Arming-Ton zu senden. Weitere Informationen zum Satellitenbetrieb bietet die AMSAT-Website (https://www.amsat.org).

G.1.1 Vorhersageliste

Der zuerst angezeigte Bildschirm ist die Gesamt-Vorhersageliste. Sie führt alle Überflüge aller Satelliten der nächsten 24 Stunden chronologisch auf.

Vorhersageliste

Aufgrund der Vielzahl an Berechnungen dauert die Vorhersage einige Sekunden (Fortschrittsbalken). Angezeigt werden Satellitenname, Aufgangszeit (AOS – Acquisition of Satellite) und die maximale Elevation in Grad. Ein schwarzer Balken am rechten Rand kennzeichnet einen Satelliten, der sich gerade über dem Horizont befindet.

Vorhersageliste mit aktuellem Überflug

Mit Auf/Ab wird durch die Liste geblättert. Grün wählt einen Überflug aus und öffnet dessen Polaransicht.

Hinweise: Manche Satelliten (z. B. SO-86/IO-86) haben eine Äquatorialbahn und erscheinen für Standorte außerhalb dieser Region nicht in der Liste. Aktuelle Betriebszustände zeigt die AMSAT-Statusseite (https://www.amsat.org/status/).

G.1.2 Polaransicht

Polaransicht vor AOS

Die Polaransicht zeigt die Satellitenbahn als Draufsicht senkrecht über dem Standort: Der äußere Kreis ist der Horizont, die beiden inneren Kreise stehen für 30° und 60° Elevation, die Mitte für den Zenit. Steht der Satellit unter dem Horizont, markiert ein großer Punkt seinen Aufgangsort; steht er darüber, zeigt der Punkt seine aktuelle Position.

Unter dem Horizont steht oben links die Zeit bis zum nächsten Überflug (Format -HH:MM:SS, -MM:SS oder -SS) und unten links die maximale Elevation. Über dem Horizont steht oben links der aktuelle Azimut, unten links die aktuelle Elevation.

Polaransicht während des Überflugs

Die Anzeige aktualisiert sich sekündlich und zeigt die Bewegung des Satelliten.

Polaransicht, weiterer Verlauf

Die aktuelle Signalstärke (RSSI) wird durchgehend als senkrechter Balken angezeigt, sodass die Antenne auf maximales Signal ausgerichtet werden kann. Rauschsperre und Leistung lassen sich hier wie auf dem Kanal- und VFO-Bildschirm einstellen (siehe G.1.5). Mit Ab gelangt man zu den Einzelvorhersagen, mit Auf zu den Live-Daten.

G.1.3 Einzelvorhersagen

Einzelvorhersagen

Dieser Bildschirm zeigt die Vorhersagen einzelner Satelliten mit Zeit, maximaler Elevation und Dauer des Überflugs. Mit Rechts/Links wird durch die Überflüge des ausgewählten Satelliten geblättert.

Einzelvorhersagen, weiterer Überflug

Mit Ab gelangt man zu den Live-Daten, mit Auf zur Polaransicht.

G.1.4 Live-Daten

Dieser Bildschirm zeigt unabhängig vom gewählten Überflug den aktuellen Azimut und die Elevation des ausgewählten Satelliten sowie die aktuelle Sende- und Empfangsfrequenz, die Leistungsstufe und die Batteriespannung. Eine negative Elevation bedeutet, dass der Satellit unter dem Horizont steht.

Firmware und CPS unterstützen je Satellit drei Frequenzpaare:

  1. FM-Sprechfrequenz (Tx/Rx),
  2. APRS-Frequenz (Tx/Rx),
  3. Bakenfrequenz (nur Rx).

Der Frequenztyp wird rechts angezeigt. Fehlt eine APRS- oder Bakenfrequenz, werden keine Werte dargestellt; da Baken naturgemäß nur Empfang sind, wird dort keine Sendefrequenz gezeigt. Ein Sendeversuch auf einer nicht sendefähigen Frequenz (z. B. Bake) wird unterbunden und mit dem Warnton quittiert. Die Auswahl von Sprach-, APRS- oder Bakenfrequenz erfolgt mit den Tasten 1, 2 bzw. 3 (nur auf diesem Bildschirm wirksam).

Live-Daten vor AOS

Die Anzeige aktualisiert sich einmal pro Sekunde.

Live-Daten während des Überflugs

Live-Daten, weiterer Verlauf

Auf der Polar-, Live- und Einzelvorhersageansicht wechselt SK2 + Auf/Ab zu einem anderen Satelliten. Hat ein Satellit keine Überflüge über den aktuellen Standort, erscheint je nach Bildschirm „Pass: None" oder „Empty List".

G.1.5 Rauschsperre und Leistung

Auf allen Satellitenbildschirmen außer den Einzelvorhersagen lassen sich Rauschsperre und Sendeleistung anpassen:

G.1.6 Satellitenalarm

Um auf einen bestimmten Überflug hingewiesen zu werden:

Zum manuellen Beenden des Suspend-Modus dient am DM-1701 die Orange-Taste (siehe die Geräteunterschiede in A.1.3; bei MD-UV380/RT-3S SK2 + PTT). Zum Abbrechen des bereits ausgelösten Alarms die grüne Taste drücken oder das Gerät aus- und einschalten. Wird der einminütige Alarm nicht mit Grün abgebrochen, kehrt das Gerät zum Energiesparen in den Suspend-Modus zurück.

G.1.7 CPS-Integration

Die CPS kann die Keps herunterladen, ins Gerät laden und dabei Datum/Uhrzeit setzen. Dazu im CPS-Bildschirm Extras → OpenGD77 support das USB-Kabel mit dem eingeschalteten Gerät verbinden und „Install satellite Keps" drücken. Standardmäßig lädt die CPS die Keps von einer festgelegten URL, die sich bei Bedarf ändern lässt.

Welche Satelliten geladen werden, ist in der Datei satellites.txt im CPS-Installationsverzeichnis festgelegt (Standard-CSV-Format mit Katalognummer, Anzeigename, Tx-/Rx-Frequenzen, Tx-CTCSS und Arming-CTCSS). Die Datei ist editierbar. Es lassen sich maximal 25 Satelliten ins Gerät laden; die Standarddaten umfassen derzeit die folgenden Einträge:

Kat.-Nr. Name Rx1 Tx1 CTCSS Arm APRS-Konfig.
22825U AO27 436.795 145.850 0 0
43017U AO91 145.960 435.250 67 0
40908U CAS3H 437.200 144.350 0 0
40931U IO86 435.880 145.880 88.5 0
43678U PO101 145.900 437.500 141.3 0
25544U ISS 437.800 145.990 67 0 ARISS 0WIDE2 1
27607U SO50 436.795 145.850 67 74.4
54684U FO118 435.600 145.925 67 0
51069U TEVEL2 436.400 145.970 0 0
0988U TEVEL3 436.400 145.970 0 0
51063U TEVEL4 436.400 145.970 0 0
50998U TEVEL5 436.400 145.970 0 0
50999U TEVEL6 436.400 145.970 0 0
51062U TEVEL7 436.400 145.970 0 0

(Rx2/Tx2 und Rx3/Tx3 – zweite und dritte Frequenzpaare je Satellit – sind in der Originaldatei ebenfalls enthalten und hier aus Platzgründen nicht abgedruckt.)

G.1.8 Technische Hinweise

Position und Vorhersage werden in Echtzeit von der Firmware berechnet und sekündlich aktualisiert. Die Vorhersagen sind gegenüber anderer Software (AMSAT-Onlineseite, GPredict) meist auf etwa ±5 Sekunden bei AOS, LOS und Dauer genau; auch verschiedene PC-Programme weichen untereinander ähnlich ab. Genaue Vorhersagen setzen häufig aktualisierte Keps voraus – idealerweise täglich, wobei die Bahnen sich meist über mehrere Tage kaum verschieben. Die Berechnung ist eine eigene Implementierung nach der AMSAT-Methodik PLAN13 (G3RUH, 1983; siehe https://www.amsat.org/amsat/articles/g3ruh/111.html).

G.2 GPS-Bildschirm

Der GPS-Bildschirm ist verfügbar bei MD-UV380/RT-3S/DM-1701/RT-84 mit eingebautem GPS sowie beim MD-9600/RT-90 (dort teils nachgerüstet). Da der GPS-Empfänger dauerhaft über 50 mA verbraucht, ist er beim DM-1701 standardmäßig nicht eingeschaltet.

Zur Nutzung muss GPS zunächst in den Allgemeinen Optionen aktiviert werden (siehe F.2.1). Der GPS-Zustand lässt sich zusätzlich in diesem Bildschirm mit Grün + SK2 bzw. Rot + SK2 umschalten (gleiche Werte wie in den Allgemeinen Optionen). Beim MD-9600 aktiviert ein langer Druck auf die grüne Taste die GPS-Stromversorgung (jedoch nicht die NMEA-Ausgabe).

Direkt nach dem Einschalten zeigt der Bildschirm „Acquiring"; auf dem DM-1701 werden zusätzlich Signalstärkebalken empfangener Satelliten dargestellt.

GPS: Suche (MD-UV380/DM-1701)

Sobald die Position ermittelt ist, werden Breite, Länge, Locator und Positionsgenauigkeit angezeigt.

GPS: Position ermittelt

Eine weitere Seite zeigt die Polarpositionen der erkannten GPS-Satelliten (erst nach bekannter Position funktionsfähig).

GPS: Polaransicht der Satelliten

Eine weitere Seite zeigt Richtung und Kurs.

GPS: Richtungsanzeige

Die Kursanzeige (Kompasspfeil, Grad und Himmelsrichtung) erscheint nur bei einer Geschwindigkeit größer null. In der Mitte des Kompasses wird die Fix-Qualität dargestellt:

Symbol Fix-Qualität
Kein Fix kein Fix
Geringe Qualität gering
2D-Fix 2D
3D-Fix 3D

Das GPS aktualisiert automatisch die Echtzeituhr des Geräts, und die Position wird für DMR-APRS-Aussendungen verwendet. Am DM-1701 (und den baugleichen Geräten) sind die RSSI-Balken der GPS-Satelliten farbcodiert: standardmäßig blau für US-GPS-Satelliten und rot für andere Satellitensysteme.

Hinweise: Der GPS-Empfänger in MD-UV380 und MD-9600 ist nicht sehr empfindlich, kann für einen Fix längere Zeit benötigen und funktioniert nicht in Innenräumen. Ist GPS auf NMEA gestellt, kann die CPS nicht mit dem Gerät kommunizieren – für die CPS-Nutzung GPS auf Off oder On setzen. Der MD-9600 zeigt die Signalstärkebalken mangels Platz auf einer eigenen, mit Ab erreichbaren zweiten Seite und besitzt entsprechende eigene GPS-Bildschirme.

G.3 Hotspot-Modus

Die Firmware kann als reiner DMR-Sprach-Hotspot arbeiten, wenn sie über das USB-Programmierkabel mit einem Raspberry Pi (Pi-Star) oder einem anderen MMDVMHost-System verbunden ist. Eine Kompatibilität mit BlueDV ist möglich, aber nicht garantiert.

Wichtig: Der Hotspot-Betrieb wird vom RD-5R/DM-5R nicht unterstützt (keine zuverlässige USB-Kommunikation beim Senden). Die USB-Verbindung muss vor HF-Einstreuung geschützt werden, sonst wird sie beim Senden gelegentlich zurückgesetzt und der Hotspot fällt aus. Daher: nicht die Antenne oben am Gerät verwenden, sondern eine externe Antenne anschließen; Ferrit-Kerne am USB-Kabel einsetzen; bei einem Raspberry Pi ein Metallgehäuse verwenden.

Hotspot-Anschluss

In der Pi-Star-Konfiguration wird als Modem-Typ „OpenGD77 DMR hotspot (USB)" gewählt. Fehlt diese Option, muss Pi-Star aktualisiert werden.

Pi-Star-Konfiguration

Ist der Modem-Typ korrekt gesetzt, wechselt die Anzeige in den Hotspot-Modus und zeigt Farbcode, Empfangsfrequenz und ungefähre Sendeleistung in mW.

Hotspot-Bildschirm

Leistung im Hotspot-Betrieb: Pi-Star stellt das Modem standardmäßig auf „100" (100 % = 5 W). Das Gerät ist jedoch nicht für den Dauerbetrieb als Hotspot ausgelegt. Sendet MMDVMHost 100 %, wird dieser Wert als Fehlkonfiguration gewertet und ignoriert; das Gerät verwendet dann die aktuelle Kanal-/VFO-Leistung (Voreinstellung 1 W). Bei jedem anderen Wert (z. B. 50 %) wird die nächstgelegene Leistungsstufe verwendet (50 % von 5 W = 2,5 W → nächstliegend 2 W). Es liegt in der Verantwortung des Betreibers, eine Leistung zu wählen, die die Endstufe nicht überhitzt.

Leistung (5-W-Handgeräte) Pi-Star RFLevel Leistung (MD-9600) Pi-Star RFLevel
50 mW 1 100 mW 1
250 mW 5 250 mW 5
500 mW 10 500 mW 10
750 mW 15 750 mW 15
1 W 20 1 W 20
2 W 40 5 W 40
4 W 80 10 W 60
5 W 99 25 W 80
+W- 40 W 99

Die von Pi-Star vorgegebene Empfangsfrequenz wird unten im Display angezeigt.

Hinweis: In Pi-Star sollten keine Frequenz-Offsets auf Tx/Rx angewandt werden, da das Gerät keine Offsets benötigt; ein Offset würde sich in der angezeigten Frequenz niederschlagen.

Empfängt das Gerät ein HF-DMR-Signal, leuchtet die grüne LED; Name und Rufzeichen werden angezeigt, sofern die DMR-ID in der Datenbank enthalten ist, sonst die ID-Nummer.

Hotspot-Empfang

Sendet Pi-Star aus dem Internet empfangenen Verkehr an den Hotspot, zeigt dieser Rufzeichen und Name bzw. die DMR-ID sowie die Sendefrequenz; die LED leuchtet rot.

G.4 Boot-Tastenkombinationen und Zurücksetzen

Die folgenden Funktionen stehen zur Verfügung, wenn die jeweilige Kombination beim Einschalten gehalten wird. Das DM-1701 ist ein STM32-basiertes Gerät; maßgeblich ist daher die Spalte „DM-1701 (STM32)".

Funktion DM-1701 (STM32) GD-77S Andere MK22-Geräte MD-9600
Einstellungen zurücksetzen SK2 SK2 SK2 P3
Boot-Melodie/-Bild und Themes löschen¹ SK2 + Ab SK2 + Orange SK2 + Auf + Ab P3 + Frontplatte Ab
Sicherer Start (Safe Boot) SK1 + 0 SK1 + 0 P3 + 0
Sprachansage L3 aktivieren # # #
Start bei aktivem „Sicherem Einschalten" SK1 SK1
NMEA-Logs löschen SK1 + 5 SK1 + 5² Frontplatte Ab + 5
Bandgrenzen ein/aus SK1 + PTT
Hotspot (MMDVM/BlueDV) umschalten SK1

¹ Setzt auf Farbplattformen die Themes zurück. ² Auf MK22-Plattformen optional; erfordert eine spezielle Firmware mit aktiviertem NMEA-Logging.

G.5 Abweichende Geräte

G.5.1 Radioddity GD-77S

Der GD-77S besitzt weder Tastatur noch Display. Für den Betrieb müssen über die CPS Sprachansage-Dateien geladen werden – andernfalls sagt das Gerät nichts an und ist praktisch unbedienbar.

Auf der Oberseite befindet sich neben dem Lautstärkeregler ein Drehschalter mit 16 Stellungen, der den Kanal in der aktuellen Zone wählt. Obwohl das Codeplug-Format bis zu 80 Kanäle je Zone erlaubt, kann der GD-77S nur die ersten 16 Kanäle je Zone ansprechen; entsprechend müssen für den GD-77 erstellte Codeplugs angepasst werden.

Der GD-77S hat zwei Seitentasten unter der PTT – SK1 (schwarz) und SK2 (Funktion) – sowie eine Orange-Taste oben. Die Firmware nutzt verschiedene Steuermodi, zwischen denen die Orange-Taste umschaltet; in jedem Modus haben SK1 und SK2 eine andere Funktion:

Hinweis: Wie bei der normalen Firmware ist die Ausgangsleistung nur nach eigener Leistungskalibrierung genau.

G.5.2 TYT MD-9600 / Retevis RT-90

Das MD-9600/RT-90 ist ein mobiles Gerät und wird über Frontplatte und Mikrofon bedient.

Bedienelemente MD-9600 / RT-90

Frontplatte: P1 = SK2, P2 = SK1, P4 = Stern (*). Der Drehknopf wechselt Kanal bzw. Frequenz und ändert Menüwerte. Auf dem VFO- und Kanalbildschirm wirken Auf/Ab wie Rechts/Links bei den Handgeräten (z. B. Rauschsperre erhöhen/verringern im FM-Betrieb); in Menüs navigieren Auf/Ab durch die Einträge. Ein langer Druck auf Auf startet den Kanalsuchlauf; während des Suchlaufs kehrt Ab (oder Mikrofontaste C) die Richtung um, und die Frontplatten-Auf-Taste (oder Mikrofontaste B) markiert einen Störkanal. Der VFO-Suchlauf ist über die Frontplatte nicht bedienbar.

Mikrofon-Tastatur: A/B = Grün, A = Rot, B = Rechts, C = Links. Ein langer Druck auf D schaltet die SK2-Verriegelung um, sodass SK2-Funktionen über das Mikrofon steuerbar sind. Zur DTMF-Eingabe der Zeichen A–D dienen: Auf = A, SK1 + Auf = B, Ab = C, SK1 + Ab = D.


Teil H – CPS-Software (PC)

Die CPS (Customer Programming Software) ist die PC-Software zur Pflege von Codeplug, DMR-ID-Datenbank und weiteren Daten.

Wichtig: Die Standard-CPS von Radioddity oder Baofeng kann nicht in ein Gerät schreiben, auf dem die OpenGD77-Firmware läuft. Wer die Radioddity-CPS verwenden möchte, muss dazu die offizielle Radioddity-Firmware betreiben: Zunächst wird der Codeplug mit ID und Rufzeichen über die Standard-CPS geschrieben, anschließend die OpenGD77-Firmware aufgespielt – die Firmware liest und nutzt dann diesen Codeplug. Für den laufenden Betrieb wird die OpenGD77 CPS verwendet (Download siehe A.2.1).

H.1 Überblick und Treiberinstallation

H.1.1 Codeplug-Konzept und Arbeitsablauf

Die Firmware vereinfacht das Talkgroup-Konzept: Anders als bei den meisten kommerziellen DMR-Geräten ist es nicht nötig, für dieselbe Frequenz mehrere Kanäle mit unterschiedlichen Sende-Talkgroups anzulegen. Der Wechsel erfolgt einfach mit Links/Rechts durch die Talkgroup-Liste oder per Ad-hoc-Eingabe mit der Raute-Taste (siehe E.2).

Beim Programmieren empfiehlt sich folgender Ablauf. Zuerst alle voraussichtlich benötigten Talkgroups in die Liste der digitalen Kontakte eintragen.

CPS: digitale Kontakte (Talkgroups)

Anschließend eine oder mehrere TG-Listen anlegen und mit den Talkgroups füllen, die mit den jeweiligen Kanälen genutzt werden sollen. Dieselbe Talkgroup darf in mehreren TG-Listen vorkommen.

CPS: TG-Listen

Danach die Kanäle einrichten (Frequenzen, Zeitschlitz und Farbcode wie bei einem DMR-Kanal üblich) und die gewünschte TG-Liste auswählen. Die Firmware kann anhand der TG-Liste das eingehende DMR-Signal filtern oder dauerhaft im Digital-Monitor-Modus (promiskuitiv) arbeiten; dies wird im Geräte-Schnellmenü unter Filter eingestellt (siehe C.2.4).

CPS: TG-Liste dem Kanal zuweisen

Hinweis: Die zu einem Kanal nutzbaren Talkgroups werden über die TG-Liste definiert. Es muss daher mindestens eine TG-Liste vorhanden sein, die mindestens einen digitalen Kontakt vom Typ Talkgroup enthält.

Abschließend den Codeplug auf dem Computer speichern, bevor er ins Gerät geschrieben wird.

Hinweis zur Codeplug-Kompatibilität: Die offiziellen Firmwares der unterstützten Geräte verwenden leicht unterschiedliche Codeplug-Formate. Um die Funktionen von OpenGD77 voll zu nutzen, empfiehlt sich das Anlegen eines neuen Codeplugs mit der OpenGD77 CPS. Bestehende Codeplugs lassen sich alternativ über CSV-Dateien in die OpenGD77 CPS importieren. Dabei sollten doppelte Kanäle entfernt werden, die dieselbe Frequenz mit lediglich unterschiedlicher Sende-Talkgroup abbilden – dieses Konstrukt ist mit OpenGD77 nicht mehr nötig (siehe oben).

H.1.2 Treiberinstallation

Der CPS-Installer installiert auch den Treiber für den seriellen Anschluss (COM-Port). Alternativ lässt sich der Treiber manuell installieren, indem die ZIP-Datei (Download siehe A.2.1) entpackt und die enthaltene .bat-Datei ausgeführt wird. Nach der Installation erscheint im Windows-Geräte-Manager unter Anschlüsse (COM & LPT) der Eintrag „OpenGD77".

Geräte-Manager mit OpenGD77-Anschluss

H.1.3 Das OpenGD77-Menü

In der CPS öffnet der Menüpunkt Extras → OpenGD77 Support das zentrale Fenster für die Datenübertragung.

OpenGD77-Support-Fenster

Von hier lassen sich das interne 64-kB-EEPROM und der 1-MB-Flash-Speicher sichern sowie der Codeplug lesen und schreiben. Die im Flash gespeicherten Kalibrierdaten (Adresse 0x8f000) können separat gesichert und wiederhergestellt werden. Über dieses Fenster lässt sich außerdem ein Bildschirmfoto des aktuellen Gerätedisplays im PNG-Format erstellen.

Achtung: Beim Wiederherstellen des gesamten Flash werden auch die Kalibrierdaten überschrieben, da diese im 1-MB-Flash liegen.

H.2 Codeplug sichern, lesen und schreiben

H.2.1 Zuerst sichern

Vor dem ersten Schreiben eines Codeplugs sollten EEPROM und Flash gesichert und an einem sicheren Ort abgelegt werden, um die Daten bei Bedarf wiederherstellen zu können.

Zugang zum OpenGD77-Support-Fenster

Gesichert werden können EEPROM, Flash-Speicher, Kalibrierdaten, MCU-ROM und der Codeplug.

Schaltflächen zum Erstellen der Sicherungen

H.2.2 Codeplug lesen und schreiben

Zum Lesen die Schaltfläche „Read codeplug" drücken, das Herunterladen aller drei Datenabschnitte abwarten und das Support-Fenster schließen. Zum Schreiben die Schaltfläche „Write codeplug" drücken.

H.3 DMR-ID-Datenbank schreiben

Die Firmware unterstützt erweiterte DMR-ID-Informationen mit bis zu 50 Zeichen für Rufzeichen, Name, Ort usw. Zunächst im Menü Number of characters die gewünschte Länge für Rufzeichen und Name festlegen. Anschließend lassen sich DMR-IDs anhand eines ID-Präfixes hinzufügen; auf diese Weise können die üblicherweise gehörten Präfixe eingetragen werden, bis der verfügbare Speicher gefüllt ist.

CPS: DMR-ID-Downloader

Hinweis: Da der Speicher für die DMR-IDs begrenzt ist, lassen sich mit weniger Zeichen je ID mehr Einträge speichern. Je nach Angaben kann die Firmware etwa 13.800 bis 69.600 IDs in der Benutzerdatenbank vorhalten. Da die Firmware Talker Alias unterstützt, reicht dies häufig aus: Für nicht gespeicherte IDs zeigt die Firmware die aus dem DMR-Datenstrom gewonnenen Rufzeichen- und Namensdaten an.

H.4 Boot-Tune und Boot-Image

H.4.1 Boot-Tune (Einschaltmelodie)

Die Töne werden als Paare aus Tonhöhe und Dauer angegeben. 38,6 bedeutet also „spiele Ton 38 (F#, 932 Hz) für 6 Zeiteinheiten". Die fertige Folge wird unter Extras → OpenGD77 Support in den Boot-Tune-Bereich eingefügt.

Rufzeichen in Morsecode: Nach den ITU-Morse-Verhältnissen gilt:

Praktischer ausgedrückt: Dah = 38,6,0,2, und Dit = 38,2,0,2,; zwischen Buchstaben die abschließende „2" durch eine „6" ersetzen (am Ende kein Komma). „KI4" ergäbe beispielsweise:

38,6,0,2, 38,2,0,2, 38,6,0,6, 38,2,0,2, 38,2,0,6, 38,2,0,2, 38,2,0,2, 38,2,0,2, 38,2,0,2, 38,6,0,6

Vor dem Einfügen die Leerzeichen und Zeilenumbrüche entfernen.

Tonwerte (Referenz): Die Tonwerte in OpenGD77 sind nach Oktaven geordnet:

Note Wert / Hz Wert / Hz Wert / Hz Wert / Hz
A 1 / 110 (A2) 13 / 220 25 / 440 37 / 880
A# 2 / 116,5 14 / 223 26 / 466 38 / 932,3
B 3 / 123,5 15 / 247 27 / 494 39 / 987,8
C 4 / 130,8 (C3) 16 / 261 (C4) 28 / 587,3 (C5)* 40 / 1046,5 (C6)
C# 5 / 138,5 17 / 277 29 / 554,3 41 / 1108,7
D 6 / 146,8 18 / 294 30 / 587,3 42 / 1174,7
D# 7 / 155,5 19 / 311 31 / 622,3 43 / 1244,5
E 8 / 164,8 20 / 329,6 32 / 659,3 44 / 1318,5
F 9 / 174,6 21 / 349 33 / 698,5 45 / 1397
F# 10 / 185 22 / 370 34 / 740
G 11 / 196 23 / 392 35 / 784
G# 12 / 207,6 24 / 415,3 36 / 830,6

*Der in der Originalquelle für Wert 28 angegebene Frequenzwert (587,3 Hz) entspricht der Notenbezeichnung C5; die Werte- und Notenzuordnung ist maßgeblich für die Firmware.

H.4.2 Boot-Image (Einschaltbild)

Das Boot-Image muss 128 Pixel breit × 64 Pixel hoch vorliegen und im 1-Bit-PNG-Format gespeichert sein (ein indiziertes Bildformat, das von manchen modernen Bildbearbeitungsprogrammen nicht unterstützt wird).


Anhang A – Glossar

Kompakte Erläuterung der im Handbuch verwendeten DMR- und Funkbegriffe.

AFSK (Audio Frequency-Shift Keying) – Modulationsverfahren, bei dem digitale Daten als hörbare Töne übertragen werden; im Handbuch für die APRS-Aussendung (1200/300 Baud) relevant.

AMBE – der bei DMR verwendete Sprachcodec. Die zugehörigen Codec-Bestandteile stammen aus lizenzrechtlichen Gründen aus der Spenderdatei (siehe A.2.2).

AOS/LOS (Acquisition/Loss of Signal) – Zeitpunkt, zu dem ein Satellit über dem Horizont auf- bzw. untergeht.

APRS (Automatic Packet Reporting System) – Verfahren zur Aussendung von Positions- und Statusdaten; die Firmware unterstützt derzeit nur das Senden (siehe D.5).

Azimut / Elevation – Horizontalwinkel (Azimut, 0–360°) und Höhenwinkel über dem Horizont (Elevation) zur Beschreibung einer Satellitenposition.

Bake (Beacon) – automatisierte, meist periodische Aussendung; bei APRS die Positionsmeldung, bei Satelliten eine reine Empfangsfrequenz.

Bandbreite – Kanalbreite im FM-Betrieb: 25 kHz (FM) oder 12,5 kHz schmal (FMN).

BlueDV – PC-/Mobil-Software für digitale Sprachbetriebsarten, als Hotspot-Gegenstelle nutzbar.

Codeplug – die gesamte Konfiguration des Geräts (Kanäle, Zonen, Kontakte, TG-Listen, Einstellungen), die mit der CPS erstellt und ins Gerät geschrieben wird.

CPS (Customer Programming Software) – PC-Software zur Pflege von Codeplug und Daten (siehe Teil H).

CTCSS (Continuous Tone-Coded Squelch System) – unhörbarer Dauerton, der die Rauschsperre nur bei passendem Ton öffnet; „Subton".

DCS (Digital-Coded Squelch) – digitales Gegenstück zu CTCSS mit einem codierten Rauschsperren-Signal.

DMO (Direct Mode Operation) – direkter Simplex-Betrieb zweier DMR-Geräte ohne Repeater. Über DMO erzwingen auch bei unterschiedlichen TX-/RX-Frequenzen erzwingbar.

DMR (Digital Mobile Radio) – digitaler Betriebsstandard (hier Tier 2) mit zwei Zeitschlitzen je 12,5-kHz-Kanal.

DMR-ID – eindeutige, dem Rufzeichen zugeordnete Kennnummer einer DMR-Station.

Doppler(verschiebung) – frequenzabhängige Verschiebung durch die Relativbewegung eines Satelliten; die Firmware korrigiert sie im Satellitenbetrieb automatisch.

Dual Watch – abwechselnde Überwachung der beiden VFO-Frequenzen A und B (siehe C.3.3).

DTMF (Dual-Tone Multi-Frequency) – Mehrfrequenz-Wähltöne, u. a. zur Repeater-Steuerung (siehe D.4).

EEPROM / Flash – nichtflüchtige Speicher des Geräts; EEPROM (hier 64 kB) und Flash (hier 1 MB) enthalten u. a. Codeplug, DMR-ID-Datenbank und Kalibrierdaten.

Farbcode (Color Code) – DMR-Zugangskennung 0–15, vergleichbar mit CTCSS im FM-Betrieb; muss übereinstimmen, damit ein Signal ausgewertet wird.

Firmware – die Betriebssoftware des Geräts; hier die Alternativ-Firmware OpenGD77.

FM / FMN – analoger Frequenzmodulationsbetrieb mit 25 kHz (FM) bzw. 12,5 kHz (FMN, schmal).

Freq Bind – VFO-Funktion, die die Ablage zwischen Empfangs- und Sendefrequenz erhält (siehe C.3.3).

Hotspot – kleines Gerät/Software (z. B. Pi-Star), das DMR-Verkehr zwischen HF und Internet vermittelt; die Firmware kann selbst als DMR-Sprach-Hotspot arbeiten (siehe G.3).

Keplerelemente (Keps) – Bahndaten eines Satelliten zur Berechnung von Überflügen; über die CPS ins Gerät zu laden.

Locator (Maidenhead) – gerastertes geografisches Koordinatensystem im Amateurfunk (z. B. JO60).

MMDVMHost – Software, die Multimode-Digital-Voice-Modems ansteuert; Grundlage von Pi-Star.

Monitor-Modus – vorübergehendes Mithören unter Umgehung aller Filter (siehe C.4.3).

NMEA – Datenformat von GPS-Empfängern; die Firmware kann NMEA-Daten ausgeben oder protokollieren (siehe F.2.1).

PA (Power Amplifier) – die Sende-Endstufe des Geräts; Überlast (z. B. Dauerbetrieb mit +W-) kann sie beschädigen.

Pi-Star – verbreitete Hotspot-Distribution auf Basis von MMDVMHost (Raspberry Pi).

PLAN13 – von James Miller (G3RUH) 1983 veröffentlichter Algorithmus zur Satellitenbahnberechnung; Grundlage der Vorhersagen in der Firmware.

Promiscuous Mode (Digital-Monitor-Modus) – DMR-Betrieb ohne Talkgroup-Filterung; empfängt allen Verkehr auf Zeitschlitz und Farbcode.

PTT (Push-to-Talk) – die Sendetaste.

QSY – Wechsel der Betriebsfrequenz; bei APRS kann eine Bake einen QSY-Hinweis auf eine Sprechfrequenz enthalten.

Rauschsperre (Squelch) – unterdrückt das Empfangsrauschen unterhalb einer einstellbaren Signalschwelle.

Repeater (Umsetzer) – ortsfeste Relaisstation, die Signale auf einer anderen Frequenz (mit Ablage) wieder aussendet.

Roaming – automatische Auswahl des nächstgelegenen Repeater-Kanals einer Zone anhand des Standorts (siehe C.2.4).

RSSI (Received Signal Strength Indicator) – Maß der Empfangssignalstärke, hier in dBm bzw. als S-Stufen-Balken.

S-Meter / S-Stufe – Anzeige der Empfangsfeldstärke in S-Stufen; ein voller Balken entspricht etwa S9 + 40 dB.

Simplex – Betrieb auf einer einzigen Frequenz für Senden und Empfangen (Gegenteil: Duplex mit Ablage).

SmartBeaconing™ – geschwindigkeits- und richtungsabhängiger APRS-Aussendealgorithmus (KD7TA, KA9MVA).

Spenderdatei (Donor) – Auszug der Original-Herstellerfirmware, aus dem OpenGD77 die AMBE-Codec-Bestandteile bezieht (siehe A.2.2).

Suspend – Bereitschaftsmodus, in dem nur der CPU langsam weiterläuft, um die Echtzeituhr zu erhalten (siehe F.2.1). Beim DM-1701 nicht verfügbar.

Talkaround – setzt die Sendefrequenz gleich der Empfangsfrequenz, um simplex auf der Repeater-Ausgabe zu arbeiten (siehe C.2.4).

Talker Alias (TA) – im DMR-Datenstrom mitgesendete Rufzeichen-/Namensinformation, u. a. im Brandmeister-Netz (siehe E.3.2).

Talkgroup (TG) – logische Gesprächsgruppe im DMR-Netz; über TG-Listen den Kanälen zugeordnet.

TG-Liste – im Codeplug definierte Zusammenstellung von Talkgroups, die einem Kanal zugewiesen wird (siehe H.1.1).

Zeitschlitz (Timeslot, TS) – einer der beiden Zeitmultiplex-Kanäle (TS1/TS2) eines DMR-Kanals.

TOT (Time-Out Timer) – Sendezeitbegrenzung, die das Senden nach Ablauf beendet (siehe C.4.2).

VFO (Variable Frequency Oscillator) – Betriebsart mit frei einstellbarer Frequenz; technisch eine besondere Form eines Kanals.

VOX (Voice Operated Switch) – sprachgesteuerte Sendeauslösung ohne PTT.

Zone – Gruppe von Kanälen; die Firmware ergänzt automatisch die Zone „Alle Kanäle".

1750-Hz-Ton – Rufton zum Öffnen bestimmter FM-Repeater (siehe D.3.1).

Anhang B – Referenztabellen

Zusammenstellung der im Handbuch beschriebenen Tastenkombinationen für das Bezugsgerät DM-1701 (Links/Rechts entsprechen P1/P2, siehe A.1.3).

Tastenkürzel im VFO- und Kanalbildschirm

Taste(n) Funktion Abschnitt
Rote Taste zwischen VFO- und Kanalbildschirm wechseln C.1.1
Rote Taste (lang) zwischen VFO A und B wechseln C.3.3
Grüne Taste Hauptmenü öffnen C.1.1
SK2 + Grün Kanaldetails öffnen C.1.1
Orange Schnellmenü öffnen C.2.4 / C.3.3
Orange (2×, VFO) zwischen VFO A und B wechseln C.3.3
Auf / Ab Kanal wechseln bzw. Frequenz ändern C.2.1 / C.3.1
SK2 + Auf / Ab Zone wechseln (Kanalmodus) C.2.2
Links / Rechts Talkgroup wählen (DMR) bzw. Rauschsperre (FM) E.2.1 / D.2.2
SK2 + Rechts / Links Sendeleistung erhöhen / verringern C.1.4
SK2 + Rechts (lang) Leistungsstufe +W- aktivieren C.1.4
SK1 (lang) RX-/TX-Frequenz und FM-Infos anzeigen C.2.3 / D.1.3
SK2 (halten, ca. 2 s) Monitor-Modus C.4.3
SK2 (1×, bei Empfang) automatische Talkgroup-Einstellung (DMR) E.4
SK2 (während FM-Sendung) 1750-Hz-Ton senden D.3.1
Stern Bandbreite umschalten (FM) bzw. Zeitschlitz umschalten (DMR) D.1.2 / E.1.2
Stern (lang, DMR) Zeitschlitz-Übersteuerung aufheben E.1.2
Raute (lang, Kanal) umgekehrter Repeaterbetrieb ein/aus D.3.2
Raute (lang, VFO) Spektrum-Sweep starten C.3.4
SK1 + SK2 (lang, VFO) umgekehrter Repeaterbetrieb ein/aus D.3.2
Auf (lang) Suchlauf starten C.5
0 (lang) Stummschaltung umschalten C.2.4
SK1 + 1 APRS-Beaconing ein/aus D.5.2
SK1 + 2 APRS-Bake senden (Modus Manuell) D.5.2
SK1 + Rot Tag-/Nacht-Theme übersteuern F.2.3
SK2 + Rot aus dem Privatruf-Modus zur Talkgroup zurück E.5.1

Numerische Direkteingaben (DMR)

Taste(n) Funktion Abschnitt
Raute (1×) manuelle Talkgroup-Nummer eingeben E.2.3
Raute (2×) Privatruf-DMR-ID eingeben E.5.1
Raute (3×) digitale Kontakte auswählen E.2.5
SK2 + Raute (in Kontaktauswahl) eigene DMR-ID vorübergehend ändern E.5.3

Sperren und Texteingabe

Taste(n) Funktion Abschnitt
Hauptmenü → Stern Tastatur sperren B.3.1
SK2 + Stern Tastatur entsperren B.3.1
Hauptmenü → Raute PTT sperren B.3.1
SK2 + Links Zeichen löschen (Texteingabe) B.3.2
SK2 + Rechts Leerzeichen einfügen (Texteingabe) B.3.2

QuickKeys

Taste(n) Funktion Abschnitt
SK2 + Ziffer (im Menü) Menü/Einstellung als QuickKey ablegen B.2.2
SK2 + Ziffer (VFO/Kanal) QuickKey aufrufen B.2.2
SK2 + Ziffer (halten, VFO/Kanal) QuickKey löschen B.2.2

Boot-Tastenkombinationen (DM-1701)

Beim Einschalten gehalten (STM32-basiertes Gerät):

Taste(n) Funktion Abschnitt
S1 + PTT Firmware-Update-Modus A.2.3
SK2 Einstellungen zurücksetzen G.4
SK2 + Ab Boot-Melodie/-Bild und Themes löschen G.4
SK1 + 0 Sicherer Start (Safe Boot) G.4
# Sprachansage L3 aktivieren G.4
SK1 Start bei aktivem „Sicherem Einschalten" G.4
SK1 + 5 NMEA-Logs löschen G.4

Anhang C – Quellen, Lizenz und Danksagung

Herkunft: Dieses Handbuch ist eine thematisch neu geordnete, deutschsprachige Bearbeitung des OpenGD77 User Guide aus dem Repository LibreDMR/OpenGD77_UserGuide (https://github.com/LibreDMR/OpenGD77_UserGuide). Die Inhalte wurden fachlich geprüft, in eigene Formulierungen gebracht und nach Betriebsart und Aufgabe gegliedert. Die verwendeten Bildschirmfotos und Grafiken stammen aus dem media/-Ordner desselben Repositories.

Firmware: Die Firmware OpenGD77 wurde von Roger Clark (VK3KYY) begonnen und wird von zahlreichen Mitwirkenden weiterentwickelt (https://www.opengd77.com). Im Handbuch namentlich genannte Beiträge betreffen u. a. den CC-Scan-Algorithmus (Colin, G4EML), den Zeitschlitz-Filter (Daniel, F1RMB), die Satellitenberechnung nach PLAN13 (James Miller, G3RUH) und den SmartBeaconing™-Algorithmus (Tony Arnerich, KD7TA, und Steve Bragg, KA9MVA).

Lizenz: Der ursprüngliche User Guide steht laut Repository unter der GNU General Public License, Version 2 (GPL 2) – derselben Lizenz wie die OpenGD77-Firmware. Als abgeleitetes Werk unterliegt diese deutschsprachige Bearbeitung ebenfalls der GPL 2. Herkunft und Lizenz des Originals bleiben damit gewahrt. Der vollständige Lizenztext ist unter https://www.gnu.org/licenses/old-licenses/gpl-2.0.html verfügbar.

Hinweis zur Aktualität: Firmware und Original-Handbuch werden fortlaufend weiterentwickelt. Für den jeweils aktuellen Stand, insbesondere neue Funktionen und Änderungen, ist das oben genannte Repository maßgeblich.


Dokumentinformationen

Version: v18

Änderungsverlauf

Version Änderung
v1 Grundgerüst des Dokuments; Kapitel A.1 (Einführung: Was ist OpenGD77, unterstützte Geräte, Geräteunterschiede) erstellt.
v2 Kapitel A.2 (Firmware installieren: Downloads, Spenderdatei, Aufspielen) ergänzt; Genuskorrektur „das DM-1701".
v3 Teil B angelegt; Kapitel B.3 (Bildschirme und Eingaben: Bildschirmsperre, Texteingabe) erstellt. B.1 und B.2 als Platzhalter.
v4 Kapitel B.1 (Tasten und Bedienelemente) erstellt: DM-1701-Übersichtskarte, Bedienelemente-Tabelle, SK2-/Kurz-Langdruck-Konzept, Übersichtskarten weiterer Geräte. B.2 weiterhin Platzhalter.
v5 Kapitel B.2 (Menüsystem und Navigation: Menüaufbau mit Landkarten, QuickKeys) erstellt. Teil B damit vollständig; Nummerierung geprüft (B.1–B.3 lückenlos).
v6 Teil C angelegt; Kapitel C.1 (Hauptbildschirme: Aufbau VFO-/Kanalbildschirm, FM/DMR-Umschaltung, Signalstärke, Sendeleistung) erstellt. C.2–C.5 als Platzhalter.
v7 Kapitel C.2 (Kanalmodus: Kanäle/Zonen wechseln, Kanalfrequenz anzeigen, Kanal-Schnellmenü mit Kopieren, Filter, Talkaround, Roaming, Stumm) erstellt. FM-Kanalinfo und umgekehrter Repeaterbetrieb per Querverweis nach Teil D ausgelagert.
v8 Kapitel C.3 (VFO-Modus: Frequenzeingabe/Schrittweite, getrennte TX/RX, VFO-Schnellmenü, Spektrum-Sweep) und C.4 (Senden und Empfangen: Sendevorgang, TOT/Warnton, Monitor-Modus) erstellt. C.5 als Platzhalter.
v9 Kapitel C.5 (Scannen: Kanal- und VFO-Suchlauf) erstellt; Teil C damit vollständig. Inhaltsverzeichnis oben eingefügt (wird ab jetzt je Version mitgepflegt).
v10 Teil D (FM-Betrieb) vollständig erstellt: D.1 FM-Grundlagen (inkl. FM-Kanalinfo), D.2 CTCSS/DCS und Rauschsperre, D.3 Repeaterbetrieb (1750 Hz, umgekehrter Betrieb), D.4 DTMF, D.5 FM-APRS. Aus Teil C ausgelagerte FM-Themen hier eingegliedert. Inhaltsverzeichnis aktualisiert.
v11 Teil E (DMR-Betrieb) vollständig erstellt: E.1 Grundlagen (Zeitschlitz, Farbcode), E.2 Talkgroups und Kontakte (TG-Liste, Zeitschlitz-Zuordnung, manuelle Eingabe, inverse Anzeige, digitale Kontakte), E.3 DMR-ID/Talker Alias, E.4 automatische TG-/Zeitschlitz-Einstellung, E.5 Privatgespräche (führen, empfangen, eigene DMR-ID). Inhaltsverzeichnis aktualisiert.
v12 Teil F (Menü-Referenz) vollständig erstellt: F.1 Hauptmenü (Zone, RSSI, Radio-Info, Kontakte, Zuletzt gehört, Firmware-Info), F.2 Optionen (alle acht Untermenüs: Allgemein, Radio, Anzeige, Sound, Sprache, Kalibrierung, Theme, APRS – inkl. Eco-Level-, Bandgrenzen-, GPS-Logging- und SmartBeaconing-Tabellen), F.3 Kanaldetails (Feldreferenz). Satellit/GPS bleiben Teil G vorbehalten. Inhaltsverzeichnis aktualisiert.
v13 Teil G (Erweiterte Funktionen und Gerätespezifisches) vollständig erstellt: G.1 Satellitenbetrieb (Vorhersagen, Polar, Einzel, Live, Rauschsperre/Leistung, Alarm, CPS-Integration, Technik), G.2 GPS-Bildschirm, G.3 Hotspot-Modus, G.4 Boot-Tastenkombinationen, G.5 abweichende Geräte (GD-77S, MD-9600/RT-90). Inhaltsverzeichnis aktualisiert.
v14 Teil H (CPS-Software) vollständig erstellt: H.1 Überblick, Codeplug-Konzept und Treiberinstallation, H.2 Codeplug sichern/lesen/schreiben, H.3 DMR-ID-Datenbank, H.4 Boot-Tune (inkl. Morse- und Tonwert-Referenz) und Boot-Image. Inhaltsverzeichnis aktualisiert.
v15 Anhänge erstellt: Anhang A (Glossar der DMR-/Funkbegriffe), Anhang B (Referenztabellen: Tastenkürzel, numerische Eingaben, Sperren/Texteingabe, QuickKeys, Boot-Kombinationen), Anhang C (Quellen, GPL-2-Lizenz und Danksagung). Handbuch damit inhaltlich vollständig; Inhaltsverzeichnis aktualisiert.
v16 Vollständige inhaltliche und sachliche Prüfung gegen das Original-Repository (LibreDMR/OpenGD77_UserGuide). Keine Sachfehler gefunden. Ergänzt: TYT MD-UV390 als baugleiches Modell der DM-1701-Familie (A.1.2), Hinweis auf Codeplug-Kompatibilität und CSV-Import in der CPS (H.1.1), Eintrag „Stumm" im VFO-Schnellmenü (C.3.3), Einheit mph bei SmartBeaconing „Drehneigung" (F.2.8).
v17 Vorwort ergänzt (Motivation, thematische Struktur, Dank an Claude, Autor Chris DL6LG). Alle Bild-Referenzen auf die Original-URLs im GitHub-Repository umgestellt (raw.githubusercontent.com/LibreDMR/OpenGD77_UserGuide/master/media/…). Vollständige interne Verlinkung eingebaut: HTML-Anker vor allen Teilen, Anhängen, Kapiteln und Unterkapiteln; Inhaltsverzeichnis als klickbare Sprungmarken; sämtliche Querverweise im Fließtext („siehe X.Y.Z", „Teil …", „Anhang …") als interne Links.
v18 Interne Verlinkung aus v17 wieder vollständig entfernt (HTML-Anker sowie alle Sprunglinks im Inhaltsverzeichnis und in den Fließtext-Querverweisen), da sie sich in der Praxis nicht wie gewünscht verhalten hat. Inhaltsverzeichnis und Querverweise stehen wieder als reiner Text. Vorwort und die GitHub-Bild-Referenzen aus v17 bleiben unverändert erhalten.